Und hier das dritte Kap. viel spaß beim lesen wünsche ich

vielleicht bekomme ich auch wieder kommentare?
3 – Das Netz der Legende
Link und Midna ritten durch die Ebene von Hyrule. Midna saß dieses Mal vor Link auf dem Rücken des Pferdes, da es sie zuviel Kraft kostete, auf Dauer Links Schatten zu mimen. Sie würde es jetzt nur noch tun, wenn die Gefahr bestand, dass man sie sehen könnte.
Auch sah Midna sich aufmerksam um.
»Eure lichte Welt kann wirklich schön sein …«, sagte sie während sie einen Schmetterling betrachtete, der um sie herumflog. »Ist es hier immer so friedlich?«
»Meistens ja. Es gab seit vielen Jahren keinerlei kriegerischen Handlungen und alle Völker leben im Frieden. Das letzte Mal, wo Hyrule das nicht tat war zu Ganons Zeit.«
Midna blickte sich um. In ihren Augen schimmerte etwas wie Trauer.
»Stimmt etwas nicht, Midna? Ist es in der Schattenwelt nicht so?«, fragte Link.
»Nein … seit Zantos Herrschaft gibt es ständig Reibereien und viele zweifeln an mir … vielleicht haben sie Angst, dass ich genauso verrückt werde wie er.«
Link senkte den Kopf. Er wusste nichts zu sagen, außer, dass sich ihre Leute irrten.
»Wer weiß das schon, Link? Libra zeigt schon Allüren von ihm … und von irgendwem muss sie die ja haben.«
»Vielleicht ja von ihrem Vater. Wer ist eigentlich König des Schattenreiches?«
»Ich weiß es nicht«, sagte Midna trocken.
»Wie, du weißt es nicht?«
»Libra ist nicht meine leibliche Tochter. Ich habe sie aufgenommen. Sie war ein Findelkind. Nur weiß das im Schattenreich niemand. Und Libra selbst weiß es auch nicht.«
Link gab einen nachdenklichen Laut von sich. Epona war inzwischen in einen Trab zurückgefallen. Er gab ihr die Sporen.
In Hyrule angekommen verbarg sich Midna wieder in Links Schatten. Thelmas Wirtshaus war seine erste Anlaufstelle, weil sie wusste, dass die kleine Gruppe auch in der Friedenszeit in Kontakt miteinander stand.
»Jargo?«, fragte Thelma, als Link sie nach dem Forscher fragte. »Meines Wissens nach ist er hier in Hyrule; der Arme ist krank.«
»Was hat er denn?«, wollte Link wissen.
»Es ist eine ziemlich schlimme Epidemie ausgebrochen. Mann nennt sie „Netzkrankheit“, weil ein Zeichen eben jener seltsame Musterungen auf der Haut sind.«
Link beschloss, in die Ambulanz zu gehen.
Dieselbige war vollkommen überfüllt mit Kranken. Sie husteten und sahen alle nicht besonders gut aus. Der Arzt entdeckte Link in der Menge.
»Bist du Bote für die Medizin?«, fragte er.
Link schüttelte den Kopf.
»Ich bin hier um Jargo zu sehen …«
»Krankenbesuch nur von zehn bis zwölf! Ausnahmen gibt’s nur, wenn ein Familienmitglied im Sterben liegt«, fauchte der Arzt.
»Lass ihn durch, Almora … bitte …«
Der Arzt wandte sich um.
»Du brauchst Ruhe!«
»Ich will ihn aber sehen …!«
Der Arzt seufzte.
»Geh durch. Aber leg dir einen Mundschutz an.«
Link gehorchte beiderlei und setzte sich an Jargos Bett. Er spürte Midnas Entsetzen, als sie Jargo erblickte.
»Link …«, flüsterte sie. »Ich kenne diese Krankheit …«
Link bat sie ganz leise, noch ruhig zu bleiben.
»Jargo, ich besuche dich, weil ich dein Wissen benötigte«, erklärte Link.
Der junge Forscher blickte ihn aus türkis-verfärbten Augen an. Seine Haut war mit einer seltsamen, netzartigen Hautmusterung bedeckt, die Link bekannt vorkam.
»Was willst du wissen?«, fragte Jargo freundlich.
»Hast du schon einmal etwas von Schattenkristallen gehört?«
Jargo schwieg und schien angestrengt nachzudenken.
»Warum willst du ausgerechnet darüber etwas wissen?«
»Weil … weil ein Freund von mir das für … für seine Archäologiearbeit braucht. Er studiert hier in Hyrule.«
»Meinst du rein zufällig Paro?«
»Äh … ja, genau den!«, sagte Link frei heraus, obwohl er keine Ahnung hatte, von wem Jargo sprach.
»Dann will ich es dir gerne erzählen … die Schattenkristalle sind alte, mächtige Relikte und Scherben einer mächtigen Krone, die …«
»Das weiß ich schon«, sagte Link entschuldigend. »Was i … äh, er braucht sind Informationen über die Herkunft dieser Kristalle.«
»Darüber ist nur sehr wenig bekannt … eine alte Legende erzählt davon. Ich weiß nicht, ob ich sie noch richtig zusammen bekomme. Diese Krankheit vernebelt mir die Sinne.«
»Bitte, versuch es …«, bat Link.
Jargo schloss die Augen.
»Wenn das Netz der Legende das Land überfällt
Und das heilige Wasser Schatten enthält
Wenn der Wind getränkt von Leid und Blut
Dann ist der Erwählte bereit, gezeichnet von Mut
Nur er kann tragen des blauen Schattens Samen
Nur er kann bestehen der dunklen Tochter Examen
Der Schrein der Feen ist der Ort, wo Heilung entspringt
Nur dort der heilige Samen versinkt
Er braucht dreimal Schattenzeit
Erst dann kann sprießen Dunkelheit
Die reifen und gedeihen kann
Zur finstren Krone neu heran
Doch seit gewarnt, das Opfer wiegt schwer
Braucht der Samen Menschenleder
Um nicht zu vergehen in der Reifezeit
Auch braucht er eines Menschen Lebenssaft
Denn nur er verleiht ihm die Macht
Den blauen Schatten zu legitimieren
Und das Zwielicht wieder zu regieren.«
Jargo atmete schwer und schlief augenblicklich ein. Link verließ die Ambulanz und kehrte zu Epona zurück. Inzwischen war es Nacht geworden. Midna löste sich aus Links Schatten und setzte sich neben ihn an den Stamm eines nahegelegenen Baumes.
»Hast Du ein Wort dieser Legende verstanden?«, fragte Link.
Midna schüttelte den Kopf.
»Nur, dass der Kristall Menschenhaut und Menschenblut zum reifen braucht.«
Link nickte mit finsterem Blick.
»Link … du … du musst mir nicht helfen. Eure lichte Welt ist nicht einmal so übel. Vielleicht kann ich hier ja gut leben.«
Link schlug Midna an den Hinterkopf.
»Hey, was sollte das?!«, fauchte sie und bleckte ihre Zähne. »Das tat weh!«
»Das sollte es auch«, sagte Link. »Leichte Schläge auf den Hinterkopf erhöhen das Denkvermögen. Wie kannst du dich hier wohl fühlen? Es ist nicht deine Welt. Und du müsstest dich auf ewig verbergen.«
Midnas Blick wurde wieder ruhiger. Sie nahm die Reste des letzten Schattenkristalls von ihrem Kopf.
»Aber dieses Opfer … ich wusste nicht, dass meine Krone so … so von Grausamkeit durchtränkt ist.«
Midna sprang in die Luft und zerschmetterte den Schattensplitter.
»Midna!«, rief Link und begann, die Scherben aufzuheben. »Was ist nur mit dir? Du bist nicht einmal mehr du selbst!«
Midna schwebte schuldbewusst zu Link und lehnte sich auf seine Schulter.
»Tut mir leid. Ich will nur nicht dass … dass du dieses Opfer bringen musst.«
»Das ist meine Sache Midna. Hier …« Link schob seinen Ärmel hoch und entblößte die Musterung die er durch Midnas Blut bekommen hatte. »Es macht mir nichts aus. Da wird eine kleine Narbe mich nicht umbringen.«
»Link, du verschandelst dich …«
Midna legte ihre Hand auf die Links. Link ergriff sie und starrte sie entsetzt an.
»Deine Musterung, Midna!«
»Was ist damit?«
»Hast du nicht die Kranken in der Ambulanz gesehen? Sie hatten genau dieselben Netze auf der Haut wie du!«
»Das Netz der Legende … natürlich! „Wenn das Netz der Legende das Land überfällt“! Diese Krankheit ist eine Voraussetzung für das Wachsen eines Schattenkristalls! Es ist tatsächlich möglich!«
Link lächelte Midna an.
»Ja und wir werden es gemeinsam schaffen.«