Du bist nicht angemeldet.

  • Anmelden
  • Registrieren

[Zelda-Fan-Fiction] The Empire of Dreams

Naboru

Fortgeschrittener

Beiträge: 245

Geburtstag: 14. Juni 1990 (21)

Geschlecht: Weiblich

21

Samstag, 17. April 2004, 13:39

HUHU??? *wink*
Leser, wo seid ihr???
es geht nämlich weida...

„Vielen Dank...“, meinte Link. „Ja, ja, aber jetzt erzähl endlich.“, entgegnete sie abwesend. Ihr Blick schweifte zum Fenster hinaus. Ein kleines Mädchen saß im Gras vor einem Haus und spielte vergnügt mit einer abgenutzten Stoffpuppe. Hellrote Haarsträhnen flatterten ihr ins Gesicht. Ihre Augen leuchteten fröhlich. „Die Unschuldigen ahnen nichts von der Gefahr. Doch sie wird es am meisten treffen.“, murmelte Audacia entfernt vor sich hin. Ihr Blick war traurig und mitleidig. Aus der Nähe erklang das, vom Fenster aus, unverständliche, Gespräch der Shiekahs. „Ich verstehe eure Sorge um alle anderen, doch hört mir nur einen Moment zu.“, äußerte Link. Sie wand wiederwillig den Blick ab, und sammelte ihre Aufmerksamkeit. „Ich bin auf der Suche nach einem Relikt. Einen Stab. Er, könnte vermutlich vom Himmel gefallen sein, oder er ist einfach plötzlich aufgetaucht. Man sagte mir, die Shiekahs könnten mir vielleicht weiterhelfen.“

„Ja, wir können dir wahrscheinlich helfen. Vor einiger Zeit fiel etwas vom Himmel. Mehrere Shiekahs verfolgten das Geschehen. Sie konnten jedoch nicht feststellen was es genau war, weil es in einem hellen Licht erstrahlte.“, meinte Audacia. „Ist auch bekannt, an welchem Ort es eingeschlagen ist?“, erkundigte sich Link. „Ja, schon, nur... es fiel und fiel, bis es am Friedhof von Kakariko angelangte. Dort hätte dieser Gegenstand, wie du sagtest, im Boden einschlagen müssen. Aber dies war nicht der Fall. Es fiel durch den Boden hindurch, ohne eine einzige Spur zu hinterlassen. So als würde es selbst den Weg bestimmen, und sich durch nichts aufhalten lassen.

Schließlich kam es an einen Ort, der seit Jahrhunderten nicht mehr betreten wurde. Ein geheimnisvoller Ort. Ein Irrgarten, erbaut unter dem Friedhof Kakarikos. Es trägt den treffenden Namen, Labyrinth der vergessenen Seelen. Erschaffen für ruhelose Seelen. Einst weilte dort im Kern, ein Schatz der Shiekahs, doch das ist schon sehr lange her. Dieser Gegenstand jedoch schien nach jenem Ort zu suchen. Aber, nun gut, freiwillig würde es niemand betreten, den wer es einmal betritt, kehrt nie mehr zurück. Außerdem streift seit einiger Zeit ein Schatten in Kakariko umher. Entweder dieses Wesen erschien von dort, oder es ersucht dorthin zu kommen. Wenn deine Mission nicht von größter Wichtigkeit ist, solltest du kurzerhand aufgeben.“, erläuterte Audacia mit nachdenklichem Blick.

„Aufgeben? Niemals!“, dachte Link. Doch alles überstürzen und unbedacht in sein Unglück rennen, hatte selbst er nicht geplant. „Seid ihr euch sicher, das dieser gefallene Gegenstand, das von mir gesuchte, Relikt ist?“, fragte er. „Etwas anderes fiel nicht vom Himmel, oder tauchte unerwartet auf. Die einzige, zutreffende Beobachtung.“, versicherte Audacia. Links Entschluss stand fest. Seine einzige Chance. Er durfte nicht lange zögern. Wenn er Nimue Glauben schenkte, war er sowieso beinahe tot. Link konnte nicht mehr viel verlieren. Jedenfalls nicht hier. Nicht im Reich der Träume. „Wie gelange ich zum Labyrinth?“, erwiderte er selbstbewusst.

Audacia starrte ihn mit großen Augen an. „Wie du meinst, ich habe dich gewarnt. Du kommst durch eine unbenutzte Gruft hinein. Gehe auf den Friedhof, er liegt dem Todesberg am nächsten, hinter der Windmühle, laufe zum ersten Grab auf der linken Seite. Dort musst du die Grabplatte zur Seite schieben. Eine Treppe wird sich dir offenbaren. Diese führt hinab in einen Vorraum. Falls du deine Meinung dort änderst kannst du noch immer Umkehren. Trittst du aber durch das Portal am Ende des Raumes, ist es zu spät, denn dieses führt ins Labyrinth. Einige Inschriften werden vor der Gefahr warnen.“, erklärte Audacia, „Bist du dir vollkommen sicher?“ „Mein Entschluss steht fest.“, meinte Link mit unbeirrter Stimme. Es gab für ihn wohl keine andere Möglichkeit. „Na, dann, viel Glück.“, sagte Audacia trocken, „Das wirst du dringend brauchen.“

„Nochmals vielen Dank für die Hilfe.“, verabschiedete sich Link. Audacia sah ihm nach. Sie schüttelte den Kopf. „Verrückt. Vollkommen verrückt.“, überlegte sie. Link schloss die Tür hinter sich. „Könnt ihr, unserer Unterhaltung nun wieder beiwohnen, Audacia?“, richtete sich ein Shiekah an sie. „Ja, natürlich.“, erwiderte sie und ging zu ihrem Platz zurück, dabei verwarf sie das aufkommende Gefühl von Mitleid für Link. Es war seine Endscheidung. Seine eigene Schuld. Nicht ihre. Sie hatte andere Sorgen. Ihre Endscheidung konnte über das Schicksal aller Shiekahs entscheiden. Ihre Endscheidung. Auch ihre Schuld, sofern sie etwas falsches tat. Falls auch nur ein Unschuldiger sterben müsste, würde sie es sich nie verzeihen. Niemals. Ihr Gewissen könnte es nicht ertragen. Doch noch war dies nicht geschehen. Audacia schüttelte den Kopf, versuchte diese beunruhigenden Gedanken zu bannen, und nahm das Gespräch mit den anderen Shiekahs wieder auf.

Um später zu entscheiden. Unwissend falsch zu entscheiden. Ein Verrat stürzte vor langer Zeit alle ins Verderben. Hier, im Reich der Träume, würde es jedoch nie soweit kommen. Die Shiekahs führten eine ewige Diskussion. Eine Diskussion, von der Impa oft träumte, deren Ausgang die vermutlich letzte Shiekah gerne ändern würde.

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Naboru« (5. Februar 2005, 12:07)


Naboru

Fortgeschrittener

Beiträge: 245

Geburtstag: 14. Juni 1990 (21)

Geschlecht: Weiblich

22

Mittwoch, 2. Juni 2004, 18:20

ich schreib mal weiter...

„Für Hyrule... und für Zelda.“, prägte sich Link immer wieder ein. Er eilte am Brunnen vorbei, den Weg zum Friedhof hinauf. Vereinzelt begegneten ihm Shiekahs. Kakariko war am unteren Hang des Todesberges, auf einer Hochebene erbaut. Der Friedhof lag dem Berg am nächsten. An der höchsten Stelle Kakarikos. Er ereichte die ziemlich große Gräberanlage. Der grau bewölkte Himmel betonte den ehrfürchtigen und unheimlichen Schein. Einige Bäume umringten den Friedhof. Das Gras auf dem gesamten Friedhof war niedergetreten, verdorrt. Ein Windstoß rauschte durch die nahen Baumwipfel. Es klang wie leises Gemurmel, das ihn mahnen wollte. Link, streifte sich einige Haarsträhnen aus dem Gesicht. Er befolgte Audacias Anweisung und ging zum ersten Grab auf der linken Seite. Dem Hylianer fiel auf, das einige Gräber im neuen Kakariko fehlten, ebenso dieses. Auch existierten einige Ruhestätten noch nicht. Er betrachtete das Grab. Schon an der Bauweise erkannte er, das es sich wirklich um eine Gruft handelte. Auf einen höheren, etwa einen Meter langen und einen halben Meter breiten, Sockel lag die Grabplatte. Verwitterte Hylianische Schriftzeichen waren darauf eingemeißelt. Durch Wetter und Wind beinahe unkenntlich gestaltet. Mit Mühe entzifferte er den Text:

„Ein Labyrinth, geschaffen für ruhelose Seelen. Sterblicher hüte dich es zu betreten, ohne den richtigen Weg zu kennen. Sonst wirst du in die Irre eilen. Todgeweiht. Verloren in der Ewigkeit. Nur ein Geheimnis kann dich retten.“

Ein paar mal murmelte er denn Text vor sich hin, verstand aber dennoch nicht seine wahre Bedeutung. „Sehr poetisch, doch nicht gerade eindeutig. Wenn ich nicht den Weg kenne, werde ich mich natürlich verirren, das ist klar, nur der letzte Satz ist etwas verwirrend...“, grübelte Link. Welches Geheimnis? Wieso sollte es ihn retten können? Der Hylianer überlegte jedoch nicht mehr länger und hob die kalte, verwitterte graue Steinplatte an. Es verlangte ihm viel Anstrengung ab, die Platte zur Seite zu schieben. Endlich war die Öffnung so groß, das er hindurchsteigen konnte.

Link ließ den Stein fallen. Staub wirbelte auf, als ein Teil der Platte auf den Sockel aufkam. Er spähte durch die Öffnung. Wie Audacia gesagt hatte, zeigte sich ihm eine Treppe. Der fahle Lichtschein reichte nicht, um auch das Ende der Treppe zu erleuchten. Nach einigen Stufen herrschte Schwärze. Dunkelheit die ihn verschlingen wollte. Link atmete tief ein, betrat die Treppe und schlich hinunter. Seine rechte Hand streifte dabei an der Wand entlang. Nach wenigen Schritten, führte sein Weg durch die Finsternis. „Hoffentlich sind die Lichtverhältnisse nicht im gesamten Labyrinth so wie hier...“, murmelte der Hylianer leise.

Unerwartete musste er seine Augen, mit der Hand schützen. Ein helles Licht blendete ihn. Fackellicht. Als sich Link daran gewöhnt hatte, erkannte er einen kleinen, gleichmäßigen Raum, aus grauen, einheitlichen Steinen gemauert. Eine einzige Inschrift zierte die hintere Wand, genau über einem Portal in der Mitte, bewacht von zwei lodernden Fackeln, seltsame Konstruktionen, welche die Schalen mit den Flammen hielten, und auf dem Boden standen. Was dahinter lag, konnte er nicht einsehen, den trotz des Lichtes weilte dort abermals Dunkelheit. Undurchdringbar. Unheimlich. Wie ein Zauber, der das Labyrinth schützte. Oder es verschloss, sodass nichts daraus zu entfliehen vermochte. Er trat in den Raum ein. Rasch las Link die kurze Inschrift:

„Derjenige, dessen Gier unermüdlich ist, wird vom Tod aufgehalten werden.“

Ohne die Schriftzeichen erneut zu lesen verstand Link die Aussage des Satzes. Plünderer sollten über ihr Schicksal, falls sie nicht umkehrten, wissen. Der Hylianer war allerdings kein Dieb der nach dem Schatz, der einst dort lagerte, verlangte. Trotzdem könnte ihm vermutlich ähnliches zustoßen, wenn er unachtsam war. Er widmete sich flüchtig seiner Umgebung. Die Luft roch modrig und alt. Stille lag über jenem Ort. Verlassen. Keine Maus oder Ratte huschte über den Boden und quiekte dabei. Keine Spinne hatte ihre Netze in den Ecken gespannt. Wie es schien wagte kein Tier sich hier einzunisten. Vorausgesetzt es gab hier, im Reich der Träume überhaupt Tiere, fügte Link beiläufig an. Link zog sein Schwert, nahm den Hylia-Schild vom Rücken. Was dem Hylianer womöglich im Labyrinth auflauerte, wusste er nicht.

Doch plötzlich überkam ihn das Gefühl einer anderen Präsenz. Einer bösegesinnten Anwesenheit. Wieder hinter ihm. Sein Blick verdunkelte sich. Der Hylianer sah nach hinten. Dort war niemand anderes. Kein seltsames Wesen aus Nebel, auch kein Shiekah, der ihm vielleicht gefolgt war. Noch immer stand er allein da. Er rannte nervös die Treppe hinauf. Seine Hände tasteten in der Dunkelheit an der Wand entlang. Niemand versperrte seinen Weg. Schließlich erhellte Licht wieder die Stufen, aber auch hier nichts. Link kehrte um, und ging zurück in den Raum. Zur Sicherheit hielt der Hylianer nochmals Ausschau. Nichts. Das Gefühl hielt dennoch weiter an. Nein, er, musste sich irren. Einsamkeit umgab ihn hier. Link begrub all diese Gedanken.

Er marschierte auf das Portal zu. Kurz zuvor stoppte er nochmals, holte tief Luft. Seine Nasenspitze berührte fast die Schwärze. Die letzte Chance umzukehren. Er nutzte sie nicht. Der Hylianer setzte seinen Weg, entschlossen fort. Link betrat die Dunkelheit. Einen kurzen Augenblick spürte er eisige Kälte, die sich tief in seinen Körper fraß, fast lähmend. Aber er blieb nicht stehen, sondern hastete weiter. Seine Augen waren zusammengekniffen, für den Fall das unerwartet wieder eine Fackel brannte oder eine andere Lichtquelle leuchtete. Diese Maßnahme war nicht umsonst, denn schon nach wenigen Augenblicken erhellten knisternde Fackeln seine Sicht.

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Naboru« (5. Februar 2005, 12:09)


Naboru

Fortgeschrittener

Beiträge: 245

Geburtstag: 14. Juni 1990 (21)

Geschlecht: Weiblich

23

Sonntag, 15. August 2004, 12:35

Danke!!! *freudentränenindenaugenhat*
Hach, endlich wieder ein (begeisterter) Leser ^_^

So, wegen den Absätzen... kA wieso ich da keine mach
kann ich mich ja, bei den nächsten Teilen, dran halten.

PS: Und bald geht's auch wieder weiter!

Naboru

Fortgeschrittener

Beiträge: 245

Geburtstag: 14. Juni 1990 (21)

Geschlecht: Weiblich

24

Sonntag, 15. August 2004, 12:59

Danke, und hier is' der nächste Teil:

Er spähte einen Gang entlang. Endlos. Jeder Stein ähnelte genau dem anderen. Entzündete Fackeln standen im selben Abstand abwechselnd auf jeder Seite und spendeten Licht. Alles sah gleich aus. Es gab keinen noch so kleinen Unterschied. Weder im weiteren Verlauf des Ganges, auch nicht in seiner Nähe. Endlos exakte Steine. Dadurch durfte er sich nicht beirren lassen. Etwas anderes war beunruhigender. Stimmen. Leises undeutliches Gemurmel. Wie aus der Ferne, zugleich trotzdem so nah. Unverständliches Gewirre aus fremden Worten. Manchmal ein Heulen, oder Schrei dazwischen. Eine Warnung? Auch falls es so war, seine Aufgabe war wichtig. Der Held der Zeit konnte nicht einfach umkehren, dem Schicksal entfliehen. Sein Gewissen würde ihn nicht ruhen lassen. Außerdem war es nun zu spät zur Umkehr. Link befand sich bereits im Labyrinth. Er eilte wieder weiter. Schnell. Zügig. Entschlossen. Dennoch mit dem unguten Gefühl verfolgt zu werden.

Seine kalten, saphirblauen Augen waren geradeaus gerichtet. Den Griff des Schwertes umklammerte er fest. Jede Fackel flackerte, als der Hylianer vorbei spurtete. Seine Schritte hallten von den Wänden wieder. Manchmal wand sich der Weg um eine Ecke. Die Luft war auch hier alt und staubig. Nach kurzem brannte ihm die Kehle bei jedem Atemzug. Link lief und lief. Lange Zeit. Verfolgt von den Stimmen. Durch einen schier unendlichen Gang.

Plötzlich stoppte der Hylianer seine Schritte. Er sah etwas vor sich. Weiß und leicht durchsichtig. Die Umrisse waren verschwommen. Es flog auf ihn zu, genau auf Kopfhöhe. Unaufhaltsam. Geist? Dämon? Er wollte das Schwert anheben um dieses Wesen möglicherweise zurückzuschlagen.

Doch er hielt inne. Link starrte in ein geisterhaftes Gesicht. Leere, traurige Augen. In einem zerbrechlich, weißen Antlitz eines kleinen, Shiekah - Mädchens. Ergriffen von diesem Anblick, unfähig etwas zu unternehmen verharrte Link, das Schwert zum Schlag angehoben. Wie gebannt, nicht einmal in der Lage die Augen abzuwenden. Er wehrte sich dagegen. Vergeblich. Die traurigen Blicke fesselten ihn. Ließen den Hylianer nicht entkommen. Egal wie sehr Link geistig kämpfte. Das Mädchen hob seine knochige Hand, lächelte traurig, und schwebte ungewöhnlich schnell durch seinen Oberkörper und Kopf hindurch. Kurzzeitig war sein Blick weiß getrübt. Auch verspürte er ein unglaubliches Gefühl der Trauer in den Tiefen, seines Herzen. Unglücklicher als er sich jemals fühlte. Verlassen. Verstoßen. Sobald er jedoch wieder normal sah, und dieses Geschöpf hinter ihm war, verschwand die Trauer sowie der Bann. Link sah sich sofort um. Nichts. Verschwunden. Spurlos. Kein geisterhaftes Mädchen. Nur ein endloser Gang mit Fackeln. Er atmete noch immer ruckartig.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Naboru« (5. Februar 2005, 12:11)


Melee-Master

Anfänger

Beiträge: 8

Geburtstag: 31. Dezember 1989 (22)

Geschlecht: Männlich

25

Mittwoch, 12. Januar 2005, 22:03

Meine Meinung zu deiner FF kennst du ja schon ;) Also, einfach super :D Poste hier dann auch mal deine neueren Sachen rein, das ist ja gemein gegenüber den Usern hier ihnen das vorzuenthalten :D

Naboru

Fortgeschrittener

Beiträge: 245

Geburtstag: 14. Juni 1990 (21)

Geschlecht: Weiblich

26

Montag, 17. Januar 2005, 15:22

Dann nerv ich halt mal weida^^
...

„Was... was war das?“, überlegte der Hylianer, „und was wollte es überhaupt?“ Immerhin war er nun wieder er selbst, befreit von den Empfindungen eines anderen. Er senkte seine Schwerthand. Vor diesem Wesen hatte er momentan nichts zu Befürchten. Solange es bei diesen seltsamen Angriffen blieb. Link machte einen tiefen, langen Atemzug. Daraufhin bereute er es aber, denn die staubige Luft veränderte, das Luft holen zur Qual. Kurz war ihm diese Tatsache entfallen. Er fasste sich an den schmerzenden Hals. Wie gerne würde er jetzt einen erfrischenden Schluck Wasser nehmen. Doch als er seine Feldflasche hervorholte, stellte er missmutig fest, dass sie völlig leer war. Obwohl er erst an jenem Morgen frisches Wasser eingefüllt, und bisher noch keinen Schluck davon genommen hatte. Link wusste keine Erklärung dafür. Dies durfte ihn trotzdem nicht abhalten.

Der Hylianer hastete schließlich weiter. Einige Minuten, dabei stieß er auf nichts seltsames. Nur das andauernde Gemurmel begleitet ihn. Link stoppte zum zweiten Mal. Bisher verlief der Gang ohne eine Weggabelung. Nun jedoch trennte sich der Weg in zwei Gänge. Zur seiner Rechten und Linken. Er blickte in jede Richtung. Beide sahen gleich aus. Kein Unterschied. Link zögerte kurz, dann nahm er den rechten Weg, und legte seine rechte Hand auf die Mauer. Von nun an, müsste er immer mit der Hand an dieser Wandseite bleiben. Eine Taktik die sich oft bewährte. Nur so hatte er überhaupt eine Chance den Kern des Labyrinthes zu finden, und, wie Audacia sagte, somit auch diesen Gegenstand. Den Stab der Träume, wie er glaubte und hoffte. Er eilte weiter, durch einen endlosen Gang hindurch, dabei streifte er mit seinen Fingerspitzen an der Wand entlang. Jäh hielt er nochmals an. Link stutzte. Ein weißer, verschwommener Körper, schwebte wieder durch den Gang. Direkt auf ihn zu. Umhegt von den Stimmen.

Geschwind wich er aus, indem er sich eng an die Wand lehnte. Dennoch bereit sogleich einen Angriff zu blocken, oder diesen auch sofort zu vergelten. Link versuchte, der Gestalt nicht direkt in die Augen zu sehen. Das Wesen flog an ihm vorbei, ohne ihn auch nur im geringsten zu bemerken. Nicht einmal einen Seitenblick hatte es angedeutet. Es entfernte sich und schwebte infolge einfach durch die Wand. Nun war es jedoch nicht dieses geisterhafte Mädchen von vorhin. Es war ein anderes Wesen. Oder wahrscheinlicher eine andere Seele. Langsam verstand er den Namen dieses Labyrinths. Labyrinth der vergessenen Seelen. Die Seelen die hier umherirrten würden ihm nichts gefährliches antun. Nur dieser seltsame Vorgang vor einiger Zeit, könnte sich, falls er unachtsam war, wiederholen. Aber sonst stellten solche Seelen für ihn keine Gefahr da. Sie suchten hier die letzte Ruhe. Sie wollten nur Frieden. Ewigen Frieden. Auch wenn er nun eine von vielen Fragen geklärt hatte, verlies ihn doch nicht das Gefühl der Verfolgung. Vielleicht waren die Seelen oder das Gemurmel der Grund dafür. Vielleicht aber auch nicht.

Er hastete weiter. Lange Zeit. Dabei kreuzten einige Schemen seinen Weg. Mit einem raschen Sprung zur Seite wich er jeder Gestalt aus. Diese glitten immer unbeirrt weiter. Schenkten ihm keine Beachtung. An unzähligen Wegverzweigungen schlug er den Weg, der an der rechten Wand verlief, ein. Schweißperlen rannen über sein Antlitz. Das Atmen fiel ihm immer schwerer. Nach einem längerem Marsch machte er eine kurze Rast und schnappte nach Luft, dabei stützte sich Link mit seiner rechten Hand an der kühlen Wand ab. Sein Schwert umklammerte er mit der linken. Nur einen kurzen Augenblick schaute der Hylianer zu Boden. Nur kurz waren seine Gedanken entfernt. Nur eine kleine Unachtsamkeit.

Keuchend sah er wieder nach vorne und riss die Augen weit auf. Etwas rannte auf ihn zu. Lautlos, wie eine Katze auf samtenen Pfoten. Pfeilschnell. Ein schwarzer Schatten. Schmal, schlank und geschmeidig. Unaufhaltsam. Bevor er reagieren konnte, bevor er auch nur seine Waffe zur Verteidigung anhob, oder sein Hylia-Schild zur Abwehr, streifte die Gestalt an ihm vorbei. Dabei warfen ihm sonnengelbe Augen, mit schmalen Pupillen, einen abfälligen Seitenblick zu. Etwas langes, silbernes blitzte kurz auf. Plötzlich verspürte er einen stechend und brennenden Schmerz in seinem linken Oberarm. „Ah...“, stieß Link leise hervor. Der Schmerz fraß sich prompt durch seinen gesamten Arm. Reflexartig presste Link seine rechte Hand darauf, und warf sich mit dem Rücken gegen die Wand. Er sah, nur wenige Sekunden nach dieser Begegnung, in beide Richtungen des Ganges. Ausschauhaltend nach dem Schatten. Nichts. Spurlos verschwunden, im Gewirre des Labyrinths. Es hatte keinen Sinn mehr danach zu suchen, er würde sich bei dem Versuch nur verirren. Die Gestalt war vorerst entkommen.

Unter seiner rechten Hand fühlte er eine warme Flüssigkeit. Sein Blick wanderte auf seinen linken Arm. Ein Blutrinnsal sickerte seinen Arm hinunter, und tropfte an seinem Handgelenk hinunter zu Boden. Dort trockneten die Tropfen ein. Eine auffallende rote Spur bildete sich dazu im Gewebe seines weißen Hemdes, das er unter seiner Tunika trug. Vorsichtig, nahm er die Hand von seiner Verletzung und betrachtete sie. Das Blut strömte nun etwas stärker. Seine rechte Hand, gekleidet mit einem braunen Lederhandschuh, war rot verfärbt. Was auch immer der Schatten gewesen war, es hatte ihm fünf sehr tiefe Schnittwunden am Oberarm zugefügt. Durch die Wunden wurde es immer anstrengender das Schwert in der Hand zu halten. Link schulterte sein Schild, und presste seine rechte Hand wieder auf die Schnitte, um einen größeren Verlust von Blut zu vermeiden. Er biss die Zähne zusammen und lief los. Von einer Verletzung durfte er sich nicht aufhalten lassen. Der Hylianer würde nicht aufgeben. Niemals.
Doch Link irrte ins Ungewisse.

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Naboru« (5. Februar 2005, 12:24)


Sauron

Fortgeschrittener

Beiträge: 390

Geburtstag: 28. Januar 1986 (26)

Geschlecht: Männlich

27

Donnerstag, 3. Februar 2005, 08:51

Genial, einfach nur.....GENIAL!!!!!!!!. Die Gechicht haut einen echt um. Los, mach weiter. *süchtig nach Story bin*

Du hast einen guten Schreibstil. Es ist faszinierend, wie du die kleinen Details beschreibst, wie du Spann ung aufbaust, wie du Links Aktionen beschreibst......... wie gesagt: GENIAL!!!!!!. Weiter so!

Naboru

Fortgeschrittener

Beiträge: 245

Geburtstag: 14. Juni 1990 (21)

Geschlecht: Weiblich

28

Dienstag, 8. Februar 2005, 12:24

Hui... danke ^_^

Da mach ich mal weida^^

Kapitel 7
~Die schwarze Katze~

Link schlug mit der Faust gegen die kalte, graue Wand. Das durfte nicht wahr sein. Er war sehr lange durch die Gänge geeilt. Wie viel Zeit verstrichen war, wusste er nicht genau. Seit er sich hier, im Reich der Träume, befand, hatte Link sein Zeitgefühl verloren. Vielleicht irrte er schon seit Stunden umher. Aber das war unwichtig. Bedeutungslos. Nichts sagend. Er konnte es nicht begreifen. Seine Augen starrten in die Leere. Abwesend schüttelte er den Kopf. Das Labyrinth wirkte erdrückend klein. Ohne Ausweg. Wie ein Kerker, in dem er auf ewig gefangen war. Ohne Wiederkehr.

Der Hylianer war im Kreis geirrt. Wahrscheinlich schon die gesamte Zeit. Eingetrocknete Blutflecken am Boden, hatten es ihm gezeigt. Es war sein Blut. Als ihn dieser Schatten verletzt hatte, gingen einige Tropfen zu Boden. Link stand der Verzweiflung gegenüber. Er war irgendwo mitten im Labyrinth. Orientierungslos. Hoffnungslos verloren. Doch noch gab Link nicht auf. Nicht jetzt. Noch war sein Wille stark genug, allen Ängsten zu trotzen. Er eilte wieder los, nahm an der nächsten Verzweigung jedoch einfach den linken Gang. Das wiederholte er bei jeder Weggabelung. Vielleicht würde der Hylianer auf diese Weise, den richtigen Weg finden. Die Zeit verstrich gnadenlos. Nach vielen mühsamen Schritten, stoppte der junge Hylianer keuchend.

„Nein...“, murmelte er matt. Seine Augen blickten entsetzt zu Boden. Erneut waren Flecken seines Blutes am Boden. Verewigt im Stein. Es hatte ihm nichts genützt, nun die linken Gänge zu wählen. „Nein...“, wiederholte er. Unbeachtet glitt eine Seele an ihm vorbei. Jene unterdrückte Welle des Zorns und der Verzweiflung überkam ihn. Link hämmerte mit der rechten Hand auf die Wand ein, solange, bis ihm die Gelenke schmerzten. Dann drückte er die Hand erneut auf die pochenden Wunden, und lehnte sich, mit dem Rücken, gegen die kühle Wand. Er hatte wieder schier unzählige Gänge hinter sich gelassen, und war trotzdem im Kreis gelaufen. Sicherheitshalber hielt der Hylianer kurz in beide Richtungen des Ganges nach dem Schatten Ausschau. Niemand. Nur ewige Stimmen, Schreie die ihn bei jedem Schritt verfolgten, ihn langsam zermalmten, in die Irre führten.

„Ruhe!“, rief Link wütend, doch mit dem Wissen, auch damit nichts ausrichten zu können. Er zügelte seine Verärgerung langsam. Zorn würde sein Handeln und Denken nur schlecht beeinflussen. Aber Tatsache war, das er sich verirrt hatte, verloren war. Gefangen im Labyrinth, wie Audacia es prophezeite, jener Satz voraussagte, und die Inschrift der Grabplatte verkündet hatte. Dennoch durfte er nicht aufgeben, nicht in einer solchen Situation. Er, musste seine Aufgabe erfüllen, um jeden Preis. Für Zelda. Für Hyrule. Für das Volk, welches schon immer an den Helden der Zeit glaubte. Das Schicksal in seine Hände legte. Ihm die Verantwortung übergab. Er durfte all diese nicht enttäuschen, besonders nicht Zelda.

Der Gedanke an sie, hatte ihm schon oft neue Hoffnung gegeben. Egal wie aussichtslos alles schien. Es gab immer Hoffnung. Auch wenn sie nur sehr gering war. Doch nun? Sollte er hier für die Ewigkeit gefangen sein? Auf der Suche nach dem richtigen Weg? Langsam den Verstand verlieren? So weit könnte es nicht einmal kommen, vorher müsste er, jämmerlich verdursten und sterben. Aber ihm war keine andere Wahl, als dieses Labyrinth, gegeben. Die einzige Chance. Der einzige Weg. Sein Todesurteil. Doch er würde kämpfen. Auch bis zum bitteren Ende.

„Folge den Stimmen, traue ihnen, sie werden dir den richtigen Weg zeigen! Dies ist eines der Geheimnisse des Labyrinths.“, ertönte unerwartet eine verträumte, unheimliche Frauenstimme in seinen Gedanken. Nimue. Diese Stimme, mit dem träumerischen Klang, war eindeutig ihre. In Link blitzte wieder die Zuversicht auf. „Nimue! Vielen Dank!“, äußerte Link in die Leere des Labyrinths. Keine Antwort. Schweigen in seinen Gedanken. Obwohl er auch nicht mit einer Antwort gerechnet hatte. Nimue war wieder verschwunden. Wohin, war ihm unbekannt, es war auch nicht von Bedeutung. Der Hylianer befolgte ihre Anweisung, ohne einen kurzen Moment zu zögern, und konzentrierte sich auf die Stimmen.

Zuvor war es ihm entgangen, dass die Stimmen wahrhaftig aus einer bestimmten Richtung ertönten. Er achtete nur noch auf die fremden Worte. Eilends folgte er ihnen. Durch lange Gänge. Mal nahm er den linken, andermal den rechten Weg, oder umgekehrt, ohne eine bestimmte Methode einzuhalten. Immer nur dem Gemurmel folgend. Seine gesamte Aufmerksamkeit spendete er den Stimmen, um nicht auch nur die kleinste Veränderung zu überhören. Keinen Gedanken verschwendete er noch an diesen Schatten. Die Worte schienen lauter zu werden, je mehr Link ihnen nachkam. Sein Hals brannte, die Wunden lähmten seinen linken Arm. Doch er wollte nicht stoppen, nicht jetzt da die Hoffnung, wieder sein war. Getrieben von seiner Willensstärke, hastete der Hylianer wieder um eine Ecke.

Augenblicklich hielt er inne. Sogar sein Atemzug stockte kurz. „Endlich...“, flüsterte er. Ein zufriedenes Lächeln streifte sein Gesicht. In seinen Augen spiegelte sich Erleichterung. Link hatte es geschafft. Nach langer, mühsamer Zeit. Vor ihm lag ein größerer, quadratischer Raum. Am hinteren Ende befand sich ein steinerner Altar. Darauf weilte horizontal ein leuchtender Gegenstand. Ein Stab aus purem Gold. An beiden Enden lief er spiralförmig zu. In einer Spirale schwebte jedoch eine violette Kugel, die schimmerte als würde Nebel darin tanzen. Die andere Windung war kleiner und ohne Inhalt. Der Stab der Träume. Er betrat schnellen Schrittes den Raum. Seine Aufgabe war bewältigt. Bald würde er wieder nach Hyrule, zu Zelda zurück kommen. Links sehnlichster Wunsch. Der Hylianer eilte zum Altar. Schon hob er den rechten Arm an, streckte seine Hand danach. Schon fühlte er sich der Aufgabe entbürdet, sicher, gerettet. Eine voreilige Folgerung. Übereifrig.

„Ich danke dir wirklich vielmals, das du mich geführt hast! Jetzt bin ich aber an der Reihe!“, unterbrach ihn eine hohe Frauenstimme. Link stoppte verdutzt und wandte sich um. Im Portal des Raumes stand eine junge Frau mit verschränkten Armen. Sofort fielen Link ihre sonnengelben Augen, mit den schmalen Pupillen, auf. Die Augen des Schattens. Ihr hageres Gesicht besetzte ein siegessicheres Grinsen ausgehend von ihren ebenmäßigen Lippen. Sie war eine Hylianerin. Einige goldene Ohrringe schmückten ihre langen, spitzen Ohren. Ein schulterfreies, hautenges schwarzes Kleid betonte ihre schlanke Statur. Der goldene Saum reichte bis zum Boden. Ein breiter Gürtel aus Gold schlang sich um ihre Hüfte. Sie hatte rabenschwarze, kinnlange Haare, die von einem Diadem zurückgehalten wurden. Viele Armreife klirrten, als sie sich geschmeidig Link näherte.

„Wer bist du?“, fragte dieser und hielt den Griff des Schwertes zum Kampf bereit umklammert. Die Hylianerin, war die Gestalt, der er seine Verletzungen zu verdanken hatte. Sie hatte ihn angegriffen. Geschwächt. Doch mit welcher Waffe? Wie hatte sie sich auch derartig schnell bewegen können? „Gestatten, ich bin Morgana, und wenn ich nicht irre, bist du Link, der Held der Zeit.“, erwiderte sie. Ihre Augen musterten ihn. „Du irrst nicht, man nennt mich so. Aber, in wessen Auftrag handelst du, und wieso bist du mir gefolgt?“, äußerte Link. „In wessen Auftrag?“, Sie kicherte übertrieben, „Ich handle für niemanden. Ich tue eigentlich alles für mich selbst. Nur zu meinem Nutzen, solltest du wissen. Nun muss ich aber etwas für einen Hylianer, namens Mion erledigen, damit es auch mir nützt.“, meinte sie mit einem abfälligen Blick, „Eine leichte Aufgabe, wie ich vermute. Ich muss dich töten, und diesen Stab der Träume besorgen, deshalb bin ich dir gefolgt! Doch... nebenbei gesagt, ich finde du bist ein wirklich hübscher Hylianer. Es ist schade das du schon bald sterben musst.“

Link blickte sie misstrauisch an. „Da ich bekanntlich selbst über mein Tun bestimme, lasse ich dir, weil du mir gefällst, ausnahmsweise die Wahl. Willst du lieber im Labyrinth verrotten, vielleicht entdeckst du vorher auch den Ausgang, oder muss ich dich umbringen, es würde für mich kein Problem darstellen, nur du gefällst mir eben.“, fügte sie mit einem gespielt mitleidigen Blick dazu. „Nichts von beiden! Entweder du gibst auf, oder wir werden um den Stab der Träume kämpfen müssen.“, rief Link. Er ahnte ihre Antwort. Wieder ein Kampf. Obwohl dass Kämpfen eine unheilvolle Leidenschaft von ihm war, zweifelte er manchmal an der Richtigkeit seines Handelns. Auch wenn es eine so hinterhältige, aber menschliche, Gegnerin war. Besonders ihre Frechheit übertraf alles. Davon durfte er sich dennoch nicht ablenken lassen. Sie handelte durch die Befehle Mions. Sie war eine Dienerin des Bösen. Er, musste kämpfen. Für Zelda, für Hyrule, für das Gute. Ebenso um sein Leben. Er, musste sie töten. Link nahm den Schild vom Rücken, und konzentrierte sich auf den herannahenden Kampf. Der andauernde Schmerz von seinen Wunden wurde belanglos. Er sammelte seine letzten Kräfte.

„Wie du willst. Ich kämpfe natürlich, wie du dir vielleicht schon gedacht hast.“, antwortete Morgana mit einem Schulterzucken, „Mach dich auf dein Ende gefasst!“ Die junge Frau hob ihre Arme an, kreuzte diese vor der Brust. Ein bösartiges Lächeln zog über ihre Gesichtszüge. Sie spreizte die Finger. Ein seltsames Geräusch, ähnlich eines Zischens erklang. Dabei verlängerten sich ihre Fingernägel auf eine übernatürliche Länge, annähernd so lang wie der Unterarm des Hylianers. Silbrig glänzend, wie tödlichscharfe Dolche. Nun wusste Link, weshalb es fünf Wunden an seinem Arm waren. Die Verletzungen stammten von Morganas Fingernägeln. Tückische Krallen. „Nun? Überrascht? Willst du womöglich aufgeben? Es wäre nun ein angenehmeres Ende für dich!“, hallte Morgana, „Vorhin, warst du mit deiner Verteidigung recht langsam.“ Sie senkte ihre Arme.

Der erste Angriff folgte. Morganas Attacke. Blitzschnell huschte die Frau lautlos auf ihn zu. Dabei richtete sie ihren rechten Arm nach vorne, zielsicher auf das Herz des Hylianers. Link hielt abwehrend sein Schild vor sich. Mit dem Schwert holte er aus um einen Schlag vorzubereiten. Morgana änderte ihr Vorhaben nicht. Ihre Fingernägel berührten den Schild. Durchbohrten das Metall mühelos. Die Hylianerin zog wieder ihre Hand heraus. Risse bildeten sich. Tief. Zerstörerisch. Sein einst schützender Hylia-Schild zersprang, und fiel in vielen kleinen Stücken hinab auf den Steinboden. Kurz zögerte Link deshalb. Morgana nutzte die Chance und stach mit der linken Hand nach ihm. Im letzten Moment sprang er auf die Seite. Knapp verfehlten den Kämpfer jene tödlichen Krallen. Der Luftzug schnitt an ihm vorbei. Wie konnten ihre Nägel eine solch vernichtende Kraft besitzen?

Doch der Hylianer hatte keinen Moment mehr zum Überlegen, schon stürmte sie wieder los. Unglaublich schnell. Drängte ihn zurück, indem sie mal mit der rechten, dann mit der linken Hand, Link attackierte. Mit schnellen Sprüngen nach hinten wich er aus. Er benötigte dringend eine gutüberlegte Taktik. Unerwartet spürte er jedoch die Wand hinter sich. Er saß in der Falle. Ihm musste rasch eine Idee einfallen. Sehr rasch. Morgana holte für einen endscheidenden Stich, länger aus als zuvor. Der Hylianer erkannte dies, sprang zur Seite. Sie konnte die Attacke nicht mehr stoppen. Ihre Nägel bohrten sich, statt durch Link, tief in die Wand. Kleine Steinbrocken bröselten hinunter. Sie wollte ihre Nägel sofort herausreißen. Die Krallen steckten allerdings sehr tief und fest im Stein. Morgana rüttelte wild mit der Hand. Versuchte ihre Nägel zu befreien. Kurz war sie unaufmerksam.

Sauron

Fortgeschrittener

Beiträge: 390

Geburtstag: 28. Januar 1986 (26)

Geschlecht: Männlich

29

Dienstag, 8. Februar 2005, 12:54

Den Kampf beschreibst du wirklich ausführlich und detailliert, du solltest aber auf Wiederholungen wie z.B. "der Hylianer" oder "die Hylianerin" verzichten, die kommen zu oft vor. Jetzt aber weiter, ich will wissen, wer den Kampf gewinnt *neugierig*

Naboru

Fortgeschrittener

Beiträge: 245

Geburtstag: 14. Juni 1990 (21)

Geschlecht: Weiblich

30

Montag, 14. Februar 2005, 19:19

Wiederholungen... einfach ignorieren, ich überseh das nämlich auch imma^^°
...

Er versuchte, ihr sofort, einen gezielten Schwertschlag zu verpassen. Es wäre ein tödlicher Treffer. Vergebens. Morgana vereitelte diesen Schlag zeitgleich, mit den Krallen ihrer freien Hand. Ihre Bewegung war unglaublich schnell, der junge Hylianer bemerkte es erst, als das dazugehörige Krachen ertönte. „Vergiss es!“, donnerte sie mit schriller Stimme. Sie riss endlich ihre Nägel aus der Wand. Fünf tiefe Löcher blieben zurück. Wäre er vorhin nicht dermaßen schnell gewesen, hätten ihre Krallen seinen Körper durchdrungen. Sie kehrte sich dem Helden zu. Sofort stach sie nach ihm. Link, sprang mit einem geschickten Rückwärts-Salto davon. Die Feinde standen einander gegenüber. Ein kurzer Atemzug der Ruhe. Nicht von langer Dauer.

Morgana rannte los, griff ihn mit ihren Krallen an. Im letzten Moment hob Link sein Schwert zur Verteidigung. Ein Geräusch, ähnlich, wie aufeinandertreffendes Eisen, erfüllte den Raum. Ihre Nägel waren in seinem Schwert verkeilt. Die junge Frau stand im ganz nahe gegenüber, berührte mit ihrer Nase fast seine, und schaute dem Hylianer durchdringend in die Augen. Link fühlte sich dabei sehr unbehaglich. „Du wirst verlieren und jämmerlich sterben!“, hauchte Morgana. Worauf sie ihre Nägel zurück zerrte, und ihn attackierte. Unaufhörlich. Link, blockte zumeist die zahlreichen Angriffe geschickt mit dem Schwert. Selten griff er Morgana an, allerdings vergebens, sie wehrte die Schläge ebenfalls mit ihren Krallen ab. Jedoch nach längerer Zeit, musste er, erkennen, dass sich tiefe Kerben in der Schneide, abzeichneten. Mehr solcher Angriffe, würden seine Klinge schon bald bersten lassen. Immerhin konnte Morgana ihm so keinen Schaden zufügen. Auch sie schien diese Tatsache zu bemerken. Sie entfernte sich ein Stück.

„Du bist ziemlich gut, einer meiner besten Gegner bisher. Ich, muss mich wohl zu erkennen geben. Sonst endet dieser Kampf wohl nie, mich langweilt es sowieso schon. Außerdem mag ich es nicht, wenn mein Gegner eine, wenn auch geringe, Chance auf den Sieg hat. Sei auf meine wahre Stärke gespannt.“, meinte sie. Wieder kreuzte Morgana ihre Arme vor der Brust. Ein gefährliches Zeichen. Link tat, instinktiv einige Schritte von ihr fort.

Schwarzes Feuer züngelte darauf langsam vom Boden auf, an ihr empor, hüllte sie gesamt ein. Keine gewöhnlichen Flammen. Sie verbrannten ihren Körper nicht. Verdeckten sie nur gesamt. Trotzdem übertönte ein Knistern die Stimmen. Wenige Augenblicke dauerte es, dann erlosch das Feuer plötzlich. Doch Morgana war verschwunden. Link staunte entgeistert.

An Stelle der jungen Frau, stand nun eine schwarze Katze auf vier riesigen Pfoten. Schlank, geschmeidig, aber von übernatürlicher Größe. Sonnengelbe, böse Augen zeichneten sich von dem samtigen Fell ab. Ein goldenes Diadem zierte ihren länglichen Kopf. In ihren aufgerichteten, spitzen Ohren befanden sich Ohrringe. Oberhalb ihrer gefährlichen Pranken, klirrten Armreife. Gewaltige Krallen wuchsen aus ihren Pfoten. Reißzähne blickten über ihre Lippen hervor. Sie öffnete den Mund zu einem Fauchen, dabei entblößte sie viele spitze, scharfe Zähne. Link hoffte es wäre eine Täuschung. Vergebens. Er ahnte Unheilvolles.

„Ich bin eine Dämonin, wie du siehst.“, sprach Morgana mit greller Stimme. „Aber vorerst haben wir keine Zeit mehr zum Plaudern. Noch nicht, jedenfalls.“, knurrte sie. Mit einem Sprung hetzte sie auf den Hylianer zu. Dieser wich einige Schritte nach hinten. Morgana aber war flinker, als Link vermutet hatte. Mit der rechten Pranke fügte sie ihm fünf Kratzer quer über seinen Oberkörper. Blut durchtränkte seine Tunika, die bei den Wunden zerrissen war. Bei der kleinsten Bewegung stachen die Verletzungen. Er biss die Zähne zusammen. Einen solchen Fehler, durfte sich Link kein zweites mal erlauben. Erneut griff sie ihn an. Mit einem weiten Satz zurück, entging der Hylianer knapp dem Angriff. Morgana landete vor ihm. Ihre Augen funkelten hinterhältig. Unerwartet jagte die Katze wieder auf den Helden los. Gerade noch rechtzeitig, sprang Link zur Seite. Die Dämonin hörte nicht auf, sondern wiederholte ihr Vorhaben. Seit sie die Gestalt gewandelt hatte, war ihre Schnelligkeit enorm gewachsen.

Plötzlich schlug Morgana mit ihrer linken Pfote nach seinem Schwert. Link reagierte verzögert. Sie traf ihr Ziel. Er spürte wie die scharfen Krallen über seine Finger fuhren. Beinahe hindurch. Die Kraft des Schlages riss ihm das Schwert aus der Hand. Es flog zur Seite. Durchdringender Schmerz, breitete sich in seinen Fingern aus. Die Verletzungen reichten bis auf die Fingerknochen. Von seinen Fingern tropfte Blut hinab. Er stand wehrlos da. „Verdammt!“, fluchte Link. Morgana hatte ihn überlistet. Rasch wollte er nach seinem Schwert greifen. Doch die Dämonin war schneller. Traf mit ihren Pranken seine Schultern und streckte ihn zu Boden. Link landete unsanft, schlug mit seinem Hinterkopf auf harten Steinboden. Benommenheit vereint mit Schmerz, bemächtigte sich seiner. Sein Blick verwischte in einem Strudel aus vielen Farben. Von weitem hörte er die steten Stimmen. Seine Sinneswahrnehmungen waren getrübt. Energisch kämpfte sein Wille dagegen an. Nach kurzem hatte er alles überwunden. Nur sein Kopf hämmerte noch immer, als wollte er zerspringen. Eine große Last drückte ihn auf den Boden. Warmer Atem prallte auf seinem Gesicht ab. Tödlichscharfe Pranken waren tief in seine Schultern und Knie gebohrt. Brennende Wunden bildeten sich dort.

Die schmalen Gesichtszüge einer Katze weilten knapp über Links Antlitz. Morgana wachte über ihn. Jede noch so kleine Bewegung verursachte einen höllischen Schmerz. Gefangen lag er da, das Gewicht der Katze belastete den Druck auf ihren Krallen, die ihn auf den Boden nagelten. Gehässig schaute sie ihm in die Augen. „Du wolltest es nicht anders! Nun wird dein Tod umso schmerzhafter. Du wirst noch leiden müssen!“, bemerkte sie, dabei bohrten sich ihre Krallen tiefer. Link kniff die Augen zusammen und verkrampfte jeden Muskel. Seinen Kopf wand er zu beiden Seiten. „Spürst du den Schmerz? Merkst du, wie er dich langsam umbringt? Selbst schuld, du stolzer Hylianer.“, lachte sie.

Link drehte den Kopf auf die linke Seite. Langsam öffnete er die Augen. Dort lag sein Schwert, mit blutigem Griff, in einiger Entfernung. Zu weit, als das er es erreichen könnte. Auch nicht, wenn er seinen Arm strecken würde. Doch fragte er sich, ob er überhaupt noch fähig war, mit der linken Hand ein Schwert zu führen. Seine Finger lagen schlaff in einer Blutlage. Immer mehr verlor er das Gespür darin. Der Hylianer war Morgana schutzlos ausgeliefert. Verloren. Noch würde er jedoch nicht einfach mit seinem Leben abschließen, das Ende abwarten. „Wie eine Katze spiele ich mit meinen Opfern, bevor ich sie töte. Ich bin mir sicher, es interessiert dich, wie ich zu einer Dämonin geworden bin, oder?“, fragte sie gehässig. Ihre Krallen unterstützten die Frage.

Naboru

Fortgeschrittener

Beiträge: 245

Geburtstag: 14. Juni 1990 (21)

Geschlecht: Weiblich

31

Samstag, 5. März 2005, 14:44

Link antwortete nicht, er wusste das sie es so wollte. Er sollte ihren Befehlen folge leisten, um sein Leben flehen. Da er es missachtete, würde sie ihn noch mehr quälen. Dies schien gewiss. Aber sein Wille und Stolz war unbeugsam. Link schwieg eisern. „Dir reichen die Schmerzen wohl nicht? Ich kann dir gerne mehr bereiten, da du meinst mir nicht gehorchen zu müssen!“, schallte sie wütend. Sie zog ihre Krallen sehr langsam ein Stück nach unten. Dann wieder hinauf. Link verzerrte nur das Gesicht. Kein Ton drang aus seiner Kehle. „Du hast noch immer nicht genug? Dir wird es noch Leid tun! Aber ich habe viel Zeit. Im Gegensatz zu dir!“, meinte die Katze, „Mion ist vermutlich schon dabei, deine Verlobte, diese Prinzessin Zelda zu töten, sie würde ihm nur im Wege stehen. Vielleicht ist sie auch schon längst tot. Aber das ist nun egal.“, fügte Morgana gleichgültig hinzu. Die Katze wusste, dass sie nun seine Schwachstelle getroffen hatte. Innerlich lachte sie über ihren Triumph.

Link riss die Augen weit auf, und entgegnete den gefühllosen Blick der Dämonin. Sie hatte es nebenbei erwähnt. Für Morgana war es eine beiläufige Sache. Unbedeutend. Mion wollte seine geliebte Zelda und somit auch sein ungeborenes Kind töten. Wenn es nicht schon zu spät war. Derweil lag er untätig herum. Festgenagelt. Von den Krallen einer dämonischen Katze. Dies durfte nicht wahr sein. Morgana konnte nicht die Wahrheit sprechen. „Du lügst! Zelda ist mächtig und wird auch geschützt, von vielen! An den sechs Weisen würde dieser Kerl nie vorbei kommen!“, brachte Link zähneknirschend hervor. „Ich habe es nicht nötig zu lügen! Aber sei beruhigt. Du wirst sie schon bald wieder sehen. Oder vielleicht musst du noch ein bisschen warten, bis sie dir in den Tod folgen wird!“, lachte Morgana schrill.

„Da uns die Zeit nicht davonläuft, erzähle ich dir, wieso sie sterben muss! Es bestehen auch Zusammenhänge, mit meinem Leben. Ich verüble diese Endscheidung Mion überhaupt nicht. Denn ich habe schon schlechte Erfahrungen mit ihrer Vorfahrin erlebt. Falls sie nur halb soviel Macht besitzt, ist es gefährlich für Mion, diese elende Prinzessin, am Leben zu lassen. Damals stoppte mich jene verdammte Prinzessin, unterstützt von den törichten Weisen, auf meinem Weg. Nun werde ich dir auch meine Geschichte erzählen. So viele fürchteten mich einst. Aber nun bin ich schon längst vergessen. Meine Taten und mein Leben sind nun nicht einmal mehr eine Legende. Doch, höre mir jetzt gut zu: Ich wuchs in ärmlichen Verhältnissen auf. Schon früh musste, auch ich, arbeiten. Und bald, ich war noch nicht einmal erwachsen, verheiratete mich mein Vater, mit irgendeinem alten Kerl. Mein Gemahl war reich und diktatorisch. Ich durfte nur arbeiten, wie eine unwichtige Dienstmagd. Wenn ich mich nicht irre liebte er mich nicht einmal, was ich natürlich niemals bedauerte. Er behandelte mich wie eine dumme Kreatur. Mit der Zeit steigerte sich mein Hass gegen meinen Gemahl und die Armut, in der ich lebte.

Eines Nachts als er schlief, tötete ich ihn. Am Tag danach verfolgten mich Soldaten, wegen Mordes, aber ich war geschickt, und wurde nicht gefasst. Endlich war ich frei, mein eigener Herr. Zuerst verdingte ich mich mit kleinen Diebstählen. Aber meine Gier war unbeherrscht. Sie zerfraß mich mehr und mehr und schließlich wurde ich zu einem lieblosen Geschöpf der Dunkelheit, getrieben von Gier und Hass. Wie es dazu genau kommen konnte, ist selbst mir ein Rätsel, doch das ist eigentlich egal. Mir wurden einige dunkle Mächte verliehen, und eine neue Gestalt. Zuerst war ich noch schwach, aber umso mehr Seelen ich opferte, desto größer wurde meine Macht. Ich war von da an keine gewöhnliche Hylianerin mehr. Es gefiel mir jedoch so viel besser. Ich misste nichts aus meinem alten Leben. Von da an wagte ich mich an größere Raube. Selbst die Schlosswache erwischte mich nicht, als ich die Königliche Schatzkammer erleichterte. Endlich lebte ich, so wie ich es lange ersehnt hatte. In Reichtum. Sogar der Geistertempel verlor einige Schätze an mich. Wer sich mir dabei in den Weg stellte, überlebte es nicht. Niemand konnte mich stoppen. Bis ich meine Finger nach dem Triforce streckte. Die Macht der Götter. Es hieß, es sei aus purem Gold. Der einzige Grund, der mich dazu brachte.“, sie stoppte, „Findest du meine Erzählung nicht auch spannend, oder?“, lachte die Katze und krallte stärker zu.

„N... Nein, wie sollte mich das Leben einer niederen Dämonin schon interessieren!“, würgte Link frech hervor. „Meiner Meinung nach, ist es gut, um Zeit zu vertreiben.“, fauchte sie hinterhältig. „Nun aber weiter. Ich begann einen großen Fehler. Die damalige Prinzessin Hyrules, Zelda, schützte zusammen mit den Weisen das Triforce. Ich schaffte es zwar alle heiligen Relikte, zum öffnen des Weges zur Ruhestätte des Triforces zu rauben, doch sie hielt mich auf. Sie meinte ich sei nicht auserwählt, es nur zu berühren, meine Seele sei dafür zu böse. Ich versuchte auch sie umzubringen. Aber vergebens, diese verdammte Prinzessin verbannte mich, eine Dämonin, mit Hilfe der damaligen Weisen, in den Hades. Für lange, lange Zeit. Eine schreckliche, lange Zeit. Für fast genau neun Jahrhunderte. Ich wartete auf eine Person die mir wieder die Freiheit schenkte.

Mion befreite mich. Er versprach mir, wenn ich dich töte und ihm den Stab der Träume bringe, kann ich, soviel plündern wie ich will. Mion weihte mich in die Ereignisse, die sich nach meiner Verbannung ereigneten ein. Er erzählte mir von dir, Held der Zeit. Wie du das Land gerettet und viele andere Abenteuer bestritten hast. Sowie, das du dich schließlich in diese verdammte Prinzessin Zelda verliebt hast. Er schilderte mir auch sein Vorhaben, deine misslungene Verbannung, weil diese Hüterin der Träume dich hierher brachte. Wie er die Weisen auf dem selben Wege wie dich verbannen will. Und das er deine bildschöne Prinzessin, ebenfalls töten will. Ihm ist es egal, dass sie ein Kind erwartet oder noch jung ist. Mion wird sich nicht aufhalten lassen.“, berichtete sie langsam.

„Das werden wir schon sehen, wer hier sterben wird!“, stieß Link keuchend, aber entschlossen, hervor. „Zuerst bist du dran!“, rief Morgana. Link glaubte ein Grinsen über ihr Katzengesicht huschen zu sehen. Sie hob ihre rechte Pranke, fuhr mit ihren Krallen sehr gemächlich über seine linke Wange. Drei tiefe, stechende Wunden blieben zurück. Link schloss kurz die Augen. Er fühlte wie warmes Blut über seine Wange hinab floss. Lange könnte er Morganas Handeln nicht mehr standhalten. Seine Kräfte schwanden allmählich dahin. Plötzlich spürte er einen entsetzlichen Schmerz in seinem linken Knie. Ihm stockte der Atem. Krampfhaft biss er die Zähne zusammen. Link hob seinen Kopf an, lies ihn wieder erschöpft sinken. Mehrmals tat er dies. Er atmete schwer. Sein linkes Bein schmerzte bei der geringsten Bewegung. Morgana lachte. Ein letztes Mal blickte sie ihn tief in die saphirblauen Augen.

„Leb wohl!“, wisperte sie böse. Mit einem Sprung nach hinten, gab sie den Hylianer frei, dieser versuchte sofort das Aufstehen. Doch er schaffte nur seinen Oberkörper ein wenig aufzurichten. Mit schmerzverzerrtem Gesicht, erkannte Link, in seinem linken Knie eine lange Kralle Morganas stecken. Diese nagelte ihm am Boden fest. Jedes kleine Zucken schmerzte. Die Katze ging einige Meter zurück, und bereitete einen finalen Sprung vor. Mit entsetztem Gesichtsausdruck begriff der Hylianer dies. Link musste schnell handeln. Sehr schnell. Andernfalls war er verloren. Er sah nach links. Dort lag sein Schwert. Entfernt. Ohne Nutzen für ihn. Ihm erschien alles wie ein schlechter Traum. Sollte sein Leben wirklich hier enden? Getötet, durch die Krallen einer unbedeutenden Dämonin? Vieles hatte er schon überstanden. Viele Kämpfe. Siegreiche Kämpfe. Musste der Held der Zeit, im Vergessenen sterben, weit ab von Hyrule, weit entfernt von seiner Prinzessin? Würde er sie wirklich erst wieder im Reich des Todes sehen? Nicht einmal diese Gnade könnte ihm wiederfahren, er würde unweigerlich in den ewigen Schlaf fallen. War dies sein, von den Göttern bestimmtes, Schicksal? Das Herz pochte ihm wild gegen seine Rippen.

„Zelda... ich habe versagt...“, dachte Link trübsinnig. Mion wollte Zelda töten, die Weisen verbannen, wahrscheinlich auch seine Heimat, Hyrule, unterwerfen oder gar zerstören. Sein Leben dagegen, wirkte unwichtig. Alles was dem Helden der Zeit wichtig war, sollte bald schon vernichtet, verloren sein. Nein, dies durfte er nicht geschehen lassen. Es musste eine Möglichkeit geben, alles zu verhindern, sowie vorerst Morganas Todesangriff zu stoppen. Verzweifelt überlegte er. Ihm kam endlich eine verrückte Möglichkeit in dem Sinn. Eine einzige. Sehr riskant. Morgana sprang. Ein breites Grinsen lag auf ihren Lippen. Die todbringenden Krallen waren weit ausgefahren. Schon bald würden sie seinen Körper durchbohren. Ihn töten. Er hatte keine Wahl. Alles oder nichts. Leben oder Tod. Er biss die Zähne fest zusammen.

Naboru

Fortgeschrittener

Beiträge: 245

Geburtstag: 14. Juni 1990 (21)

Geschlecht: Weiblich

32

Dienstag, 15. März 2005, 14:37

Danke, ich bemühe mich ja auch besser zu werden =)
Und hier mal 'ne Skizze von Morgana.
Sowie noch 'n weiterer Teil...

Link wälzte sich auf die linke Seite, ließ sein verletztes Bein, so gut wie es möglich war, unbeweglich liegen, und tastete hastig mit der Rechten nach dem Griff des Schwertes. Der Hylianer konnte es gerade rechtzeitig fassen. Schnell packte er es mit beiden Händen, selbst mit der verletzten. Schützend hielt er es aufrecht vor seinen Körper. Morgana bemerkte es, dennoch konnte sie ihre letzte Attacke nicht mehr abbrechen. Das heimtückische Grinsen gefror der Katze auf den Lippen. Ihre Augen, weiteten sich verstört. Der Mund stand ihr fassungslos offen. Die Dämonin sprang direkt in die Schneide.

Ein großer Druck drohte Link das Schwert aus den Händen zu reißen, er hielt jedoch durch. Warmes Blut floss die Klinge hinab, über seine Hände. Dunkles Blut, wie er sah. Fast schwarz. Der Körper der Katze hing auf seinem Schwert, dieses hatte sich durch die linke Brustkorbhälfte gebohrt, ihr Herz durchdrungen. Die blutige Spitze der Klinge ragte von ihrem Rücken heraus. „W... wie...“, stieß sie hervor. Schwarze Flammen, umhüllten sie wieder. Darauf zeigte Morgana ihre menschliche Gestalt. Mit einem Ruck zog sie ihren Körper von der Klinge. Sie taumelte zurück. Link senkte erschöpft die Waffe. Entkräftet beobachtete er Morgana. Ein wahnsinniges Lächeln zeigte sich auf ihrem Gesicht. Langsam begriff auch sie. Im Hintergrund leuchtete der umkämpfte Stab der Träume.

„D... du hast mich... g... getötet, ...elender Hylianer...“, würgte sie hervor. Blut durchdrängte ihr Kleid, und tropfte hinab. Ein kleiner Fluss von Blut, strömte auch aus ihren Mundwinkeln. Morganas Augen starrten ins Leere. In den nahenden Tod. Mit der rechten Hand fasste sie auf jene tödliche Wunde, die in ihrer linken Brusthälfte klaffte. Dann betrachtete Morgana die Hand. Blut klebte daran. Wie in Trance schüttelte sie den Kopf. Link wurde nervös, schon längst hätte sie sterben müssen. Doch noch immer stand sie aufrecht da. Getrieben, vom Hass. „Ich schwöre dir Rache! Mion muss dich töten! Er muss! Mein Leben endet hier... im N... Nichts! Verflucht seiest du, Link, Held der Zeit und diese Prinzessin! Für i... immer!“, kreischte sie ein letztes Mal, dabei spuckte die junge Frau dickflüssiges Blut.

Link erschauderte, Morganas schrille Stimme hallte verzerrt von den Wänden wieder. Ihre Augen verloren allen Glanz, waren starr, leblos. Jegliche Farbe wich aus ihrem Gesicht. Langsam sackte sie steif in die Knie. Bevor sie den Boden berührte, leckten schwarzen Flammen an ihrem Körper hoch, fraßen die sterblichen Überreste. Als die Flammen letztlich verloschen, war Morganas Leichnam spurlos verschwunden. Kein Haufen Asche blieb zurück, noch dazu roch es nicht nach verbranntem Fleisch. Ebenso die Kralle, welche Links Knie durchbohrte, verbrannte restlos.

Link spürte davon nichts. Mühsam stand er auf. Das blutverschmierte Schwert steckte er zurück in die Schwertscheide. Sein Kopf hämmerte unerträglich. Das verletzte Bein, konnte er nicht belasten. Hinkend schleppte sich der Hylianer mit letzter Kraft zum Altar. Seine verwundeten Finger merkte er fast nicht mehr. Blut sickerte aus seinen Wunden. Noch immer begleiteten die Stimmen seinen Weg. Er hatte wieder getötet. Seine Bestimmung. Sein Schicksal. Eine grausame Leidenschaft. Leben auszulöschen. Bald hatte Link den Stab erreicht. Er streckte seinen Arm danach, konnte ihn mit den Fingern beinahe berühren.

Link dachte an Zelda, wie er sie bald wieder zärtlich in seine Arme schließen würde. In Gedanken sah er ihre tiefblauen Augen, den bezaubernden Ausdruck darin. Ihre sanfte Stimme hallte in seinem Kopf, seinen Namen rufend. Dennoch fielen ihm Morganas Worte ein. Womöglich lebte Zelda überhaupt nicht mehr. War sein Erfolg wirklich schon zu spät? Außerdem könnte er in seiner momentanen Verfassung niemanden schützen. Doch für Zelda würde er sogar sterben. „Link! Warte noch!“, unterbrach ihn eine träumerisch, mahnende Stimme in seinen Gedanken. Nimue. „Du hast bisher einen etwas falschen Wunsch, denn der Stab der Träume, erfüllt den Wunsch genauso, wie er gedacht wird! Du willst nur zu deiner Verlobten, der Stab würde deshalb deine Seele zu ihr bringen. Sobald aber deine Seele in Hyrule außerhalb deines Körpers umherirrt, stirbst du wirklich. Dein einziger Wunsch, muss sein, dass du zurück in deinen Körper willst, damit der Fluch des ewigen Schlafes gebrochen wird!“, erklärte sie ihm.

Link atmete tief ein. „Ich werde euren Rat befolgen...“, murmelte er. „Gut... und außerdem, ich weiß, wie sehr du dich um Hyrule und besonders um deine Verlobte, wegen der Worte der Dämonin, sorgst. Sei vorerst beruhigt, bisher hat Mion noch nichts dergleichen unternommen, jedenfalls ist mir nichts aufgefallen. Ach, und du hast wirklich gut gekämpft. Versuch dich jetzt aber bitte wieder auf den richtigen Wunsch zu konzentrieren. Zu deinem eigenen Wohl. Ich hoffe für dich, das alles gut geht.“, erläuterte die Shiekah sanft. „Danke, Nimue.“, meinte Link mit einem müden Lächeln. Nimue antwortete nicht. Wieder war sie verschwunden. Der Hylianer erinnerte sich daran, wie gern er mit Epona durch die Steppe ritt. Wie ihm der Wind ins Gesicht peitschte. Freiheit. In Hyrule, als lebender Hylianer. In seinem richtigen Körper. Nicht mehr als Seele, die nur im Reich der Träume, eine feste Gestalt sein konnte. Wieder ein freies, wirkliches Leben. Kurz zögerte er.

Dann griff Link nach dem Stab der Träume. Das Gold war kühl. Er fühlte trotzdem wie eine angenehme Wärme seinen Körper erfüllte. Aller Schmerz war verflogen. Der graue Raum, verlor an Farbe und wurde weiß. Strahlendes Weiß. Er spürte keinen Boden mehr unter seinen Füßen. Link fühlte sich müde, erschöpft und leer. Er war nicht einmal mehr in der Lage einen Gedanken zu erfassen. Seine Sinne schwanden dahin. Alles um ihn wurde nun langsam schwarz. Den Stab in der rechten Hand haltend, fiel er ins Nichts.