Danke.
Allerdings... wer hat das Thema denn bitte so schlecht bewertet? >_>
Gegen negative Kritik habe ich ja überhaupt nix, doch sollte derjenige auch zumindest den Mut haben, es mir hier direkt hin zu schreiben. Und wenn jemand eben findet, dass ich die Welt mit meinem Geschreibsel verschonen sollte, dann soll er's mir gefälligst sagen. Ich werde demjenigen deshalb schon nicht den Kopf abreißen.
Jedenfalls... dennoch der nächste Teil...
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Kapitel 3 (1)
~„Zum alten Ritter“~
Seit drei Wochen und sechs Tagen war Link nun schon zurück. All seine alten Bekannten hatte er wiedergesehen. Die Kokiris, Goronen, Zoras, Gerudos, Salia, Darunia, Ruto, Malon und Naboru hatte er schon besucht. Nur im Schloss war er noch nicht gewesen, obwohl er, seit er Hyrule errettet hatte, dort willkommen war. Er wollte bis zum passenden Moment warten. Falls es ihn überhaupt noch geben würde.
Bald nach seiner Ankunft war rasch bekannt geworden, dass der Held der Zeit wieder im Land war. Ein Bote des Königs hatte ihn aufgesucht. Dieser berichtete ihm von einem Fest, das an einem Frühlingsabend im Schloss stattfinden würde. Um eine Verlobung zu feiern. Die Verlobung von Zelda mit einem Adeligen. Wie er erfahren hatte, wohnte dieser schon einige Zeit im Schloss.
Beinahe fand er es lächerlich, dass ihn seither Eifersucht quälte, es ihm gelüstete, diesem Schnösel an die Gurgel zu gehen. Es war gekommen, wie es kommen musste. Zelda war die Prinzessin, die zukünftige Königin, sie war verpflichtet einen Adeligen zu heiraten, der fähig war über ein Land zu herrschen. Keinen armen Söldner aus den Wäldern. Länger wollte er sich jedoch nicht mit dem Gedanken quälen.
Deshalb würde er noch in der Nacht des Festes verschwinden. Sofort, unverzüglich. Vielleicht hatte er sowieso einen Fehler begangen. Vielleicht hätte er nie zurückkehren sollen. Vielleicht wäre es ihm besser ergangen, wenn er sich mit den Erinnerungen an sie zufrieden gegeben hätte. Vielleicht. Doch das war nun egal.
Er saß an einem kleinen Tisch in der Ecke eines Gasthauses mit dem Namen „Zum alten Ritter“, in der Stadt Hyrule. Das Gasthaus war zugleich eine Herberge, im Stockwerk höher befanden sich einige Zimmer. Nicht sehr komfortabel, aber im Grunde besser als auf dem kalten Boden zu schlafen, und er brauchte sich keine Gedanken über Dämonen oder Wegelagerer machen, die ihn in den Nächten überfallen könnten. Am hinteren Teil des Hauses war ein kleiner Stall, in welchem Epona momentan untergebracht war. Seit einer Woche übernachtete er jetzt bereits hier. Zum Glück für den halben Preis. Der Wirt wollte dem Helden der Zeit auf diese Weise noch mal persönlich danken. Anders hätte sein Geld bei weitem nicht gereicht.
Es war laut in dem Wirthaus, denn die gesamte Stube war voller Hylianer, die sich amüsierten. In der Luft hing ein stickiger Geruch, der sich gierig in alles was ihn umgab, einnistete. Draußen war es schon lange Nacht und Kerzen erhellten züngelnd den Raum.
Einige Fußlängen entfernt befand sich zur Linken des Helden der abgenutzte Tresen, dahinter die momentan geöffnete Tür zur Küche und in der Nähe eine Holztreppe, welche zu den Zimmern führte. Boden, Decke und das Mobiliar waren aus Holz, die Wände, hin und wieder durch Balken verstärkt, waren ursprünglich weiß verputzt, mittlerweile hatten sie ein vergilbtes Grau angenommen. Zwei große, trübe Butzenfenster mit morschen Fensterbänken grenzten die Eingangstür auf der rechten Längsseite ein. Viele große Tische waren im Raum verteilt, worum sich jene Hylianer zu wilden Zechgelagen gesammelt hatten, das Klirren von Gefäßen vermischte sich mit ihren lallenden Stimmen.
Ein Krug gefüllt mit einfachem Wasser stand neben einer fast heruntergebrannten Kerze vor Link. Von alkoholischen Getränken hielt er selbst nicht viel, sie vernebelten nur die Sinne. Vermutlich wäre es in dieser Situation allerdings gar nicht so schlimm gewesen. Der Held betrachtete gedankenverloren die Bewegungen des Feuers der Kerze. Unruhig spielten seine Hände mit der auf Pergament geschriebenen Einladung, die ihm der Bote übergeben hatte. Immer wieder ließ er sie durch die Finger gleiten. Morgen war es soweit. Sollte er überhaupt hin? Gewiss, es wäre die passende Möglichkeit, um von Zelda Abschied zu nehmen.
„Kann ich Euch noch etwas bringen?“, fragte plötzlich die freundliche, reine Stimme eines Mädchens nahe bei seinem Ohr. Dies war auch nötig, damit er es überhaupt verstand. „Äh... nein danke...“, antwortete Link aus seinen Gedanken gerissen. Seine Stimme war grundsätzlich ernst, zugleich angenehm und verlieh allen Worten einen nachdenklichen Klang. „Aber wenn es Euch an irgendetwas fehlt, sagt mir einfach Bescheid.“, lächelte ihn das junge Mädchen an. „Werde ich machen...“, entgegnete Link. Einen Moment strahlten ihre grünen Augen heller und ihre Wangen erröteten leicht, während sie wieder ging, um die anderen Gäste zu bedienen. Drei Tage lang, tat sie dies jedes Mal. Er seufzte.
Bald wäre er endlich wieder bei den Söldnern, seinen Gefährten. Unweigerlich musste er auch an den zukünftigen Führer denken. Eine junge Frau. Artemis, das war ihr Name. Sie war das einzige Kind des alten Führers, ein Jahr älter als Link. Geschickt, schlau und selbstbewusst, eine richtige Kämpferin. Noch dazu hatte sie sehr viel für ihn empfunden. Doch war es in den Augen des Helden der Zeit selbst nur Freundschaft gewesen. Bitterlich lachte er kurz auf. Einige Hylianer in seiner Nähe wandten sich nach ihm um.
Es war seltsam, er hatte, ob es ihm passte oder nicht, viele Verehrerinnen und ausgerechnet mit jener einen, die er liebte, konnte, durfte er einfach nicht zusammenkommen. Welch merkwürdige Fügungen des Schicksals. Der junge Hylianer atmete tief durch. Nur noch wenige Augenblicke blieb er sitzen, dann nahm er den Krug, trank ihn aus, steckte die Einladung ein und ging die Holztreppe hoch in sein Zimmer. Vorher wünschte ihm das Mädchen von vorhin noch eine gute Nacht. Wie immer.
Oben angekommen ließ er sich auf das Bett mit den weißen Bezügen fallen, welches sofort knarrte. Einige Kerzen, die an Halterungen in der Wand befestigt waren, brannten und spendeten Licht. Sein Zimmer war schlicht eingerichtet, von der Tür aus gesehen, stand das Bett in der Mitte der rechten Wand zusammen mit einer großen Truhe am Fußende davon, woran sein Schwert und der Schild lehnte. Innerhalb davon lagerte seine wenige Habe, bestehend aus zwei weiteren Rüstungen, einem braunen Umhang, einem Bogen sowie einem Köcher mit Pfeilen und zwei rauen Decken, eine davon war durch eine ärgerliche Unachtsamkeit etwas angebrannt. Am Kopfende des Bettes war auf der linken Seite eine Kommode, worauf sich eine Kanne voller Wasser, ein Tonbecher und ein verloschener Kerzenleuchter befanden. Auf der anderen Seite gab es einen kleinen Tisch, dazu ein gewöhnlicher Stuhl, sowie ein Wasserbecken, welches daneben angebracht war.
Auch hier waren die Wände weiß verputzt und überall bröckelte schon die Farbe ab. In einigen Ecken und Nischen hatten sich Spinnen eingenistet. Ein einziges Fenster mit Holzkreuz, der Tür gegenüber, wies in Richtung Marktplatz hinaus. Neben diesem Fenster fußte zur Rechten ein großer Schrank, den er nicht gebrauchte.
Abwesend starrte Link an die hölzerne Decke. Von unten herauf drangen die Stimmen und das Gelächter der anderen Gäste. Seltsam fremd fühlte er sich. So als würde er sein eigenes Leben mit den Augen einer unbeteiligten Person betrachten. Schön wäre es. Sicher würde er lachen, wie dumm er sich doch benahm, wie kindisch. Einer Liebe nachzutrauern, die niemals war und niemals sein könnte, war sinnlos. Sein ganzes Leben war eigentlich sinnlos. Für ihn. Er lebte nur, um anderen zu helfen, um ihnen ein schönes, zufriedenes Dasein zu ermöglichen. Wobei er selbst nicht wirklich ein eigenes Leben führen konnte.
Was gab es für einen Sinn in seinem Leben? Etwas, für das es sich wirklich lohnte? Zelda. Bisher war sie seine Hoffnung gewesen. Allerdings hoffte er vergebens. Ein friedliches Sein mit ihr war ihm verwährt, außerdem könnte er nie derart eintönig vor sich hin vegetieren. Tief atmete der Abenteurer durch.
Schließlich stand er auf, zog seine Tunika, die Mütze, die Handschuhe sowie die Stiefel aus. Er warf die Rüstung über die Stuhllehne, löschte das Licht und legte sich ins Bett, welches ihm wieder eine traumlose, unruhige Nacht, dank des Knarrens bescherte.
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Hm... ich liebe dieses Kapitel irgendwie. Links Einstellung wirkt so herrlich melancholisch... :3
Jedenfalls sollte es auch so rüberkommen...