Die erste Gelegenheit ergab sich schneller, als Megumi es gedacht hatte. Sie war gerade auf dem Heimweg von der Bibliothek, als eine junge Frau auf sie zukam.
„Willst du ewig leben?“ fragte diese. Megumi erstarrte im ersten Augenblick. Dann verstand sie, was die Frau meinte.
„Willst du nicht erst probieren, ob ich auch gut schmecke?“ stellte sie eine Gegenfrage.
„Du hast also schon Erfahrungen mit Vampiren.“ Bemerkte die Frau sofort. Megumi lächelte sie lediglich an. „Aber du scheinst niemand bestimmtes zu gehören.“ Fuhr die Frau fort. „Zumindest kann ich es nicht erkennen.“ belächelte sie Megumis selbstbewusstes Auftreten.
„Tu dir keinen Zwang an.“ Forderte das Mädchen geradezu. Die Frau ließ es sich nicht zweimal sagen und biss zu. Sofort wurde sie weggerissen und fiel zu Boden. Dimitri war plötzlich aufgetaucht.
„Du solltest besser aufpassen!“ mahnte er seine Verlobte. Die Frau sah ihn giftig an. Doch sein Blick hielt dem Ihren stand.
„Du verstehst das nicht.“ Entgegnete ihm Megumi. „Ich wurde vom Direktor beauftragt etwas aufzuräumen.“ Sagte sie und sah dabei die Frau an. Dimitri sah sie verstört an. Wie sollte er dass denn verstehen? Die Frau sah sie entsetzt an. Denn sie hatte es verstanden. Doch es war zu spät. Sie zerfiel zu Staub. Megumis Blick senkte sich. Dimitri sah zu der Frau. Diese war verschwunden. Nur ein Häufchen Staub blieb übrig.
„Ich bitte dich, Dimitri.“ Flehte sie schon beinahe, ohne ihn anzusehen. „Stör mich bitte nicht dabei.“ Es tat ihr schon weh, es auszusprechen.
„Ich werde dir helfen.“ Antwortete er leise mit gesenktem Blick. „Komm morgen nach Sonnenunterganz zum Pensionat.“ Sagte er kurz. Megumi sah ihn erschrocken an. Wollte er tatsächlich, dass sie seine Schützlinge vernichtete? Das konnte sie nicht glauben.
Dann erinnerte sie sich, wie Dimitri einige von ihnen anfuhr, weil es ihnen Spaß machte, Menschen zu verwandeln. Sie kante einige sogar vom sehen her. So beschloss sie seinem Vorschlag zu folgen.
Tief durchatmend stand Megumi vor dem Pensionat, in dem Dimitri wohnte. Der lange Umhang mit den hohen Kragen wehte im leichten Wind. Das Haar hatte sie wie immer an den Seiten hochgesteckt gehabt. Sie hatte es sich ganz genau überlegt, wie sie vorgehen würde. Selbstsicher betrat sie das Gebäude. Sofort wurde sie von sämtlichen jungen Männern umschwärmt. Viele wirkten so unschuldig und kindlich, als hätten sie ein Stück Lieblingstorte gesehen. Aber sie wusste genau, wen sie als erstes beseitigen musste.
„Wollt ihr wirklich von mir probieren?“ fragte sie verführerisch.
„Ja!“ kam, es aus mehreren Ecken. Masami merkte auf, als er Megumis Stimme vernahm. Was wollte sie hier? Fragte er sich, oder war sie wegen Dimitri gekommen? Zumindest würde es erklären, warum er ihm sagte, dass er sie heute nicht beobachten musste.
„Ihr könnt aber nicht alle auf einmal von mir kosten.“ Sagte sie bedauernd, als würde sie zu kleinen Kindern sprechen.
„Was haltet ihr davon, dass ich mir sechs von euch aussuche? Wir gehen in einen Nebenraum und in drei Tagen komme ich wieder und dann dürfen weitere sechs an mir naschen.“ Schlug sie vor. Wieder stockte der Behinderte. War sie deswegen gekommen? Viktor sagte ihn schon, je mehr Vampire sie beißen, desto besser für ihn. Aber er wusste immer noch nicht warum? Und wie kleine Kinder fanden es alle unfair. Aber sie ließen sich überreden. Sie sah sich in der Runde um. Sofort zog sich Masami zurück. Es waren viele bekannte und viele neue Gesichter unter den Anwesenden. Doch sie suchte bestimmte Gesichter. Sie suchte sechs von denen aus, die keine Hemmungen hatten neue Mulms zu erstellen. Verführerisch zeigte sie auf diese und sie folgten ihr, wie treue Hunde.
Als die Tür ins Schloss fiel, breitete sie die Arme aus und ließ sie den Umhang fallen. Darunter trug sie ein dünnes Sommerkleid mit Spaghettiträgern. Sofort traten die sechs Auserwählten an sie heran. Jeder platzierte sich jeweils an den Handgelenken, den Ellenbeugen und am Hals. Fast gleichzeitig bissen sie in sie rein. Ein unerträglicher Schmerz durchfuhr ihren Körper, doch sie tat so, als würde es ihr gefallen.
Zeitgleich zog sich auch Dimitri vor Schmerz zusammen. Masami wollte seinen Boss doch melden, dass Megumi da war. Er betrat gerade sein Zimmer, als sein Herr vor Schmerz verkrampfte.
„Bosss, wass isst loss?“ fragte er besorgt.
„Mir ist nicht gut, lass mich bitte allein.“ Wies er den Jungen ab.
Megumi widerte es langsam an, wie die Sechs an ihr sogen. Aber sie zeigte es nicht. Sie stand da und ließ es über sich ergehen.
Langsam wurde ihr leicht schwindlig. Sofort riss sie sich von ihnen weg.
„Das reicht für Heute.“ Sagte sie, bückte sich nach ihrem Umhang und legte ihn an.
„Aber wir wollen mehr!“ gierten diese.
„Dann lasst ihr mich jetzt gehen. Ansonsten werde ich sterben, und ihr könnt nie wieder dieses Blut kosten.“ Erklärte sie, während sie langsam zur Tür ging. Enttäuscht neigten einige die Köpfe. Doch zwei von ihnen folgten ihr.
„Das ist mir egal.“ Sagte einer von ihnen. Vor der Tür blieb Megumi stehen und senkte den Blick.
„Tut mir Leid.“ Flüsterte sie und schloss die Augen. Die beiden Vampire hatten sie noch nicht einmal erreicht, als sie zu staub zerfielen, wie auch die anderen vier. Im gleichen Moment verschwanden auch die Bissspuren von ihrem Körper. Als sie die Tür öffnete, zog ein Wind herein und verteilte ihren Staub wirbelnd im ganzen Raum. Vor der Tür warteten die Anderen. Sie ging unaufhaltsam voran. Alle machten ihr Platz. Masami wollte ihr von seinem Boss berichten, doch er traute sich nicht. Sie sollte ihn nicht so sehen.
„Sobald ich mich erholt habe, komme ich wieder.“ Sagte sie majestätisch. „Und wundert euch nicht, aber die Sechs sind ausgeflogen.“ Fügte sie hinzu, als währe es etwas Besonderes. Alle schwärmten für sie. Ihr Blick wirkte verschlagen und ihr königlicher Gang forderte geradezu Respekt. Sie sah sich noch einmal in der Runde um. Dann erblickte sie die Tür zu Dimitris Zimmer.
Gezielt ging sie dorthin. Der Junge merkte auf. Wollte sie den Boss auch noch besuchen? Irgendwie freute er sich. Immerhin ging es ihm sehr schlecht, als er da war. Ohne anzuklopfen trat sie hinein.
Niedergedrückt saß er auf seinem Bett und sah erschrocken auf, als er Megumi in sein Zimmer kommen sah. Diese schloss hinter sich die Tür zu. Sein Herz schlug heftiger. Was hatte sie vor? Langsam ging sie auf ihn zu. Den Blick hielt sie gesenkt, doch sie sah ihn trotzdem berauschend an. Dann ließ sie den Umhang fallen, während sie weiterhin mit kleinen langsamen Schritten auf ihn zuging. An ihrer Haut war keinerlei Bissspuren zu entdecken.
„Neulich wurden wir gestört.“ Begann sie verführerisch. Griff langsam in die Haare und löste die Klammern, die ihre Haare hoch hielten. Dass Haar fiel nach Vorne. Die Hände in Schulterhöhe haltend drehte sie nur die Handgelenke nach Außen und ließ die Klammern fallen. Dabei blieb sie kurz stehen. Er saß wie versteinert da. Er wusste immer noch nicht, was mit Megumi los war. Denn so würde sie sich nie benehmen. Ihre rechte Hand ging in den Rücken. Er hörte den Reißverschluss sich öffnen. Der rechte Träger viel von ihrer Schulter. Sie ging wieder langsam auf ihn zu und zog auch den anderen Träger von der Schulter. Das Kleid viel zu Boden. Dimitris Herz blieb fast stehen zwischen den immer heftiger werdenden Schlägen. Sie trug wirklich nur ein Höschen unter ihrem Kleid. Ihm gefiel was er sah, trotzdem war es nicht das was er eigentlich wollte. Es war nicht wirklich die Megumi, die er wollte.
„Wir können ja dort weiter machen, wo wir aufgehört hatten.“ Sagte sie und schleuderte das Haar nach hinten. Nun verlor er seinen Verstand und kam ihr entgegen. Sie sah einfach perfekt aus. Seine Augen gierten nach mehr. Sie legte ihre Arme ihm in den Nacken und küsste ihn. Er legte seine Arme um sie und erwiderte den Kuss. Unbeherrscht fuhren seine Hände über ihren Rücken. Im nächsten Augenblick fiel sie kraftlos in seine Arme. Das abrupte Auffangen ihres Gewichts, riss ihn aus seinem Traumzustand. Vorsichtig hob er sie auf und legte sie in sein Bett und streifte ihre Schuhe ab.
Verträumt sah er sie an. Seine Augen erforschten jeden Zentimeter ihres Körpers. Es war so verlockend. Seine Verlobte lag fast nackt in seinem Bett. Doch sein Anstand hielt ihn davon ab, seiner Phantasie freien Lauf zu geben. Schnell zog er die Decke über sie. Sie öffnete langsam die Augen. Dann murmelte sie trunken etwas vor sich hin und schlief ein.
Ob sie wusste, was sie gerade getan hatte? Fragte er sich plötzlich. Listig sah er sie an. Eine kleine Rache würde nicht schaden. Dachte er verschlagen. Immerhin hatte er ihre gesamte Aktion vorhin mit spüren dürfen. Das hatte ihn derart erschöpft, dass er nicht mehr in der Lage war noch etwas Aufwendiges zu machen. So zog er sich, bis auf die Shorts, aus und legte sich dazu. Mit einer sanften Geste streichelte er ihre Wange. Seinen Arm um sie legend gab er ihr einen Kuss und fiel in den Schlaf.
(Sorry, hatte noch vergessen den Entwurf reinzumachen

)
Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Tenebria« (19. Mai 2008, 14:30)