Hallo Coaster! Am Ende dieses Beitrags musste ich noch einmal über ihn insgesamt nachdenken. Ich finde ihn ok, aber ich hoffe, dass du dich nicht - auf Grund der hohen Kritik - verletzt oder angegriffen fühlst. Ich meine: Durch Kritik will ich persönlich anderen nur helfen, besser zu werden. Ich weiß, dass du noch recht jung bist, aber ich habe hier meine Gedanken so dargestellt, wie sie vielleicht auch ein Verleger gehabt hätte. Bei denen gibt es nun einmal keinen Altersunterschied, bei denen gibts "Gut!" und "Mag ich nicht!". Siehe es als Versuch an, dir zu helfen, dem "gut" näher zu kommen. Außerdem handelt es sich hier oft um Empfehlungen und vieles basiert auf meiner eigenen Meinung. Ich halte mich auch nicht für den Ober-Guru der meint den besten Plan von allen zu haben. Ich habe mich nur im Zuge meiner eigenen Geschichte schon viel mit einigen Aspekten, die auch hier stehen (wörtliche Rede, Formatierung in Büchern, Umgangssprache und Rechtschreibung), beschäftigt. Falsch ist es auf jeden Fall nicht =)
Hier der eigentliche Beitrag:
hmm, wenn das wirklich einmal ein Buch werden soll, würde ich dir vorschlagen, es noch einmal gründlich zu überarbeiten und kein von Nintendo geschütztes Trademark zu verwenden, weil du dann wohl eher ne Anklage als Profit am Hals hast.
Ich persönlich finde es zu sehr auf Dialog gestützt (ich hab es nicht ganz gelesen). Ich weiß nicht, ob dir das so auffällt, aber du verwendest hin und wieder mal in Beschreibungen und so ernsterem Zeug Umgangssprache. Das ist bestimmt unbewusst, weil die Umgangssprache immer weiter in alle möglichen geschriebene Texte vordringt. Für ernsthaft gemeinte Prosa ist dies aber, meiner Meinung nach, nicht geeignet, auch nicht für Fantasy. Ich gebe dir mal ein Beispiel: "egal" ist umgangssprachlich. "Gleichgültig" kommt aus der formalen Sprache und ist etwa das Äquivalent des Wortes. Ein "heiles" Haus, wie wäre es mit "weitesgehend unbeschädigt"?
Ein paar Gedanken der Kritik zu dem, was ich so gelesen habe:
a) Wie gesagt, ein wenig zu sehr auf Dialog gestützt. Das Ding braucht mehr Beschreibungen... Gefühle, Gesichtsausdrücke, Umgebung und so weiter.
b) Schau dir mal irgendein Buch an... fällt dir was auf? Es gibt schön viele, formatierte, meist übersichtliche Absätze. Bei dir sehe ich davon nur Ansätze. Vielleicht die Absätze schön mit einem Tabulator oder 2 Leerzeichen oder Ähnlichem einrücken?
c) Hast du dir schon einmal Gedanken über das Genre "Legende" gemacht? Denkst du nicht, dass Legenden einen epischen, vielleicht auch etwas älter wirkenden Erzählstil verdienen? Is meine Meinung, aber ich mag eine Legende so, wie du sie schreibst, nicht lesen, is mir zu einfach.
d) Die Sätze finde ich auch oft recht kurz, vielleicht solltest du sie kombinieren, verlängern, damit die ganze Geschichte seinen "Flow" kriegt, so wie jetzt ist das Lesen ein wenig Stakkato.
e) Objektsätze (dass-Sätze) = Arks! Net zu viel davon =) In wörtlicher Rede ist das natürlich nicht so wild, wenn du jemanden als nicht besonders intelligent darstellen möchtest.
f) Verschwende deine Ideen nicht für geschützte Trademarks, sprich: Zelda. Das gibt dir nur das Gefühl, dass du es quasi umsonst schreibst, es sei denn Zelda ist dein Leben. Du wirst es aber außer im Internet niemals veröffentlichen können, bzw daraus Profit schlagen können, da das Copyright nunmal bei Nintendo liegt. Wenn dir das egal ist, dann mach halt nur weiter, ich war auch mal so und habe mich irgendwann extrem darüber geärgert, weil ich dann alles auf eine eigene Welt umschreiben musste (is sowieso viel geiler, wenn alles, was darin ist, dir gehört).
g) Arg kurze Kapitel... Einfach größere Zeiteinheiten wählen und auch mehr Eindrücke beschreiben. Den Typen, der Link und so vor dem "Wildschweinmonster" warnt, müssten die doch schon vorher irgendwie panisch daherrennend gehört haben?! Nur so als Beispiel.
h) Informiere dich bitte noch einmal über wörtliche Rede. So wie du es machst, ist es auf jeden Fall falsch.
Kurzer Überblick:
"Streng' dich mehr an und denk' nach", keifte Miat.
Kein Punkt und kein nix in dem Satz der wörtlichen Rede, schließlich geht der Satz noch weiter mit "keifte..." Wenn es eine Frage wäre, müsste da allerdings ein Fragezeichen hin, sonst so wies da steht.
"Jetzt sei doch nicht so fies", sagte Coaster, "Ich gebe mir doch Mühe!"
Erst am Ende des Gedankens und zwar immer, sonst brav Kommata benutzen =)
Darauf erwiderte Miat: "Je härter die Kritik, desto eher verbesserst du dich. Und wehe du gibst nach diesem langen äußerst kritischen Beitrag das Schreiben auf!"
Doppelpunkt, Anführungszeichen und Abflug.
Bei den ersten beiden Möglichkeiten setze ich die wörtliche Rede immer jeweils in einen neuen Absatz. Machen die meisten Autoren meistens so. Bei der dritten Möglichkeit mache ich es mal so, mal so, das hängt gan davon ab, ob ich den Gedanken des Erzählers als fertig gedacht oder unvollendet empfinde. Kommt ein neuer Gedanke oder ein neuer Redner, beginnt bei mir ein neuer Absatz. Ich denke, das ist übersichtlicher für Leser und Autor (z.B. wenn du es noch einmal überarbeiten möchtest).
Willst du wörtliche Rede ohne Erzählerstimme herum erzählen, dann kommt der Satz einfach nur in Anführungszeichen. So in etwa:
"Na wenn du das meinst..."
Soa... nun noch ein paar Tipps.
1. Deine sprachliche Kompetenz ist, da du noch recht jung bist, noch nicht besonders gut ausgereift. Erweitere sie, höre deinen Lehrern zu, wenn sie was über Sprache erzählen (is ja dein Ding was du sonst machst

), nimm dir Rechtschreibung zu Herzen und vor allem: lies viel und sorgfältig! Du solltest dich aber auf gute Bücher beschränken. Wenn du im Fantasy-Genre bleiben möchtest, da kann ich dir ein wenig erzählen:
- J.R.R. Tolkien. Ist nicht jedermanns Sache, aber er kann besonders geil mit Sprache umgehen. Er ist auch nicht wirklich mein Geschmack, weil er meiner Meinung nach das gesunde Maß an Beschreibungen überschreitet, ziemlich zu viel blabla drumrum, aber die Sprache ist gut!
- David Eddings. Wenn du seinen "Riva-Kodex" lesen solltest: Da siehst du
a) Was für ein arrogantes Stück Mensch er ist.
aber b) Wie gut durchdacht eine Geschichte sein sollte. Nungut, auch er übertreibt dort, aber seitdem ich meine Geschichte (in Maßen) auch so handhabe, habe ich wirklich weniger Probleme damit, über den Aufbau nachzudenken. Man sollte schon vorher wissen, was passiert, also erst Grundgerüst bauen.
Seine Romane, die ich so kenne, sind arg gut... Ich habe eine ganze Saga von ihm in 3 Wochen gelesen. Zu empfehlen sind die Belgariad- und die Malloreon-Saga, außerdem seine beiden Portraits "Belgarath der Zauberer" sowie "Polgara die Zauberin" All diese dicken Schinken stammen aus demselben Land und sind gut zu lesen und sehr spannend. Von den anderen Romanen, die er so geschrieben hat, hab ich keine Ahnung, hab nur gehört dass sie nicht so gut sind und er vieles aus seinen alten Romanen übernommen hat.
- Clan der Otori von Lian Hearn. Ist ein wenig einfacher geschrieben, weil es wohl auch an jüngeren Menschen orientiert ist, aber ich finds brutal gut.
- Bernhard Hennen. Wenn du seine Bücher lesen solltest und dir auffällt, dass sein Schreibstil strange ist, dann bist du schon recht gut. Das liegt daran, dass er Deutscher ist und seine Werke nicht ins Deustche übersetzt wurden. Deutsche schreiben eben anders... Aber ich finde, er macht es recht gut, auch wenn er wie Tolkien, manchmal etwas zu weit ausholt. Was ich gut finde ist, dass in einem Teil seiner Sagas mehrere Erzählstränge vorhanden sind, also quasi mehrere Geschichten neben dem Hauptstrang in einem Band auftauchen. Sehr abwechslungsreich. Ich lese gerade seine Elfen-Triologie.
Auch wenn dir viele von ihm erzählen, wie toll er doch ist: Von Wolfgang Hohlbein rate ich dir ab, seine Kompetenz ist meiner Meinung nach nicht sehr hoch, er wiederholt sich oft und beschreibt völlig unsinnige Exkurse. Ich halte ihn für mittelmäßig. Aber wenn du wissen willst, wie eine Geschichte nicht sein sollte =)
Dann mal frohes Schaffen. Sei net niedergeschlagen hierdurch, ich hab meine Geschichte auch schon 2 oder 3 mal überarbeitet