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Cremia

Fortgeschrittener

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Geburtstag: 30. Juli 1992 (19)

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1

Freitag, 9. März 2007, 11:19

Die Kinder der Prophezeiung

Ich will ja später nebenberuflich Schriftstellerin werden, und wollte deswegen mal fragen, wie euch der Anfang meines 1. Buches gefällt!
Achja und ich bräuchte auch noch 'nen Titel


Prolog

Tarjen stand am Fenster und schaute mit besorgter Miene hinaus auf das Land.
Warum ausgerechnet sie? Wieso musste gerade ihm und seiner geliebten Seljea ein solches Unglück wiederfahren?
Traurig wandte er den Blick vom Fenster und bemerkte erstaunt, dass Seljea lautlos hinter ihn getreten war. Sie sah ihn fragend an.
„Warum bist du so bedrückt? Freu dich, dass gerade dir und mir das Kind der Prophezeiung geboren ist. Jesra wird einmal etwas großes leisten!“
Tarjen lachte bitter auf. Es war nicht so, dass er seine Tochter deswegen nicht geliebt hätte, aber ihm machte etwas sehr große Sorgen.
„Und welchen Preis wird sie dafür zahlen? Wie viel Freude wird sie entbehren müssen, wie viele Freunde verlassen, wie vielen Gefahren ausgesetzt sein?
Und was wird sie davon halten, was wird sie sagen, wenn wir es ihr einmal erzählen müssen? Außerdem weißt du ebenso gut wie ich, dass solche Kinder oft in großer Gefahr sind, wir werden sie stark schützen müssen, damit kein Skeiyaner sie raubt und ausbildet.“
Seljea sah ihn erstaunt an.
„Aber in der Prophezeiung ist doch die Rede davon, dass auch die Skeiyaner -„
„Ja natürlich, aber genau das würde eine Entführung noch sinnvoller machen,“
, unterbrach Tarjen sie, „dann hätten sie zwei außergewöhnliche Kinder, denn bedenke, dass Jesra nicht einfach nur mit der herkömmlichen Reyanermagie ausgestattet sein wird, nein, an ihrem 17. Geburtstag wird ihre besondere Begabung, worin sie auch bestehen mag, zu Tage treten.“
Seljea öffnete den Mund, um zu antworten, doch da hörten sie plötzlich eine Stimme schreien. „Ich muss mich um Jesra kümmern.“, sagte Seljea leise und ging in ihr Schlafzimmer, um dem Kind etwas vorzusingen.
Seufzend wandte sich Tarjen wieder zum Fenster um, als sein Blick an einer offenen Schriftrolle auf dem kleinen dunklen Holztisch gegenüber hängen blieb.
Er wusste, was es war: Die Prophezeiung. Und obwohl er sie schon ein Dutzend Mal gelesen hatte, ging er hinüber, um sie noch ein weiteres Mal zu lesen.
Sie lautete:
Zwei Kinder werden geboren werden
in der Zeit des Sturms den zwei verfeindeten Völkern.
Erkennbar beide nur an drei Zeichen:
Goldene Augen schimmernd hell,
besondere Gaben, die nur vor einander weichen.
Und zuletzt, das sieht man schnell,
auf der linken Schulter des einen das Bild des Adlers
und auf der rechten Schulter des anderen das des Drachen
.

Tarjen ließ die Rolle sinken. Es gab keinen Zweifel, das Jesra eines der besagten Kinder war. Er legte die Rolle auf den Tisch zurück und starrte wieder aus dem Fenster.
Von irgendwoher glaubte er den Schrei eines Adlers vermischt mit dem Brüllen eines Drachen zu hören.

1.Kapitel


Jesra schubste Naiskas von ihrem Bauch. „Ich hab jetzt überhaupt keine Zeit mit dir zu spielen, ich muss für meine Prüfung morgen lernen!!!!“, schimpfte sie, als der Kater sie vorwurfsvoll ansah. Nachdenklich rieb sie sich die langen, spitzen, fast senkrecht vom Kopf abstehenden Ohren. Jesra war eine Reyanerin. Alle Reyaner haben lange, spitze Ohren, ganz im Gegensatz zu den kleinohrigen Skeiyaner, die im dunklen Nachbarland lebten. Reyaner und Skeiyaner hegten eine große Feindschaft gegeneinander, die schon Jahrhunderte andauerte. Kriege waren deshalb schon geführt worden, bis endlich ein Friedensabkommen geschlossen wurde, das nicht aus oder dem Wunsch zum Vertragen der beiden Länder, sondern um der Bevölkerung weitere Leiden des Krieges zu ersparen.
„Du könntest ruhig mal ein bisschen netter zu einem armen Jeshakater sein, der schwer krank ist!“, schmollte Naiskas beleidigt, „Schließlich hat nicht jeder einen sprechenden Kater.“ „Ja, ja, ja, du kannst mir viel erzählen. Vielleicht hat nicht jeder einen Jeshakater, aber es gibt noch andere Tiere, außer dir, die eine besondere Begabung haben, wie zum Beispiel Shielas Ayienlöwe Teschko!“ Ayientiere waren, genau wie Jeshatiere, einige der magischen Tiere in Reya. Niemand wusste, wo sie herkamen und ob es in Skeiya auch solche oder zumindest ähnliche Tiere gab. Alle Jeshatiere hatten eine bestimmt Fell- oder Schuppenfärbung auf dem Rücken, welche sich sehr von dem der Ayientiere unterschied. Gemeinsam hatten beide Arten nur, dass sie, egal um was für ein Jesha- oder Ayientier es sich handelte, selten größer als Schäferhunde wurden, die meisten eher kleiner. Naiskas war mehr oder weniger normalgroß für einen Jeshakater, während Ayienlöwe Teschko extrem groß war. Außerdem besaß jedes dieser Tiere eine andere magische Gabe. Während Naiskas sprechen (was Jesra manchmal eher wie ein Fluch statt einer besonderen Gabe vorkam) und unglaublich schnell rennen konnte, bestand Teschkos magische Gabe darin, dass er fliegen konnte. In früheren Jahren hatte auch er die Gabe besessen, zu sprechen, aber seit seine Eltern im Krieg gegen Skeiya getötet worden waren hatte er kein Wort mehr gesprochen, worüber Sheila sehr traurig war, musste sie sich nun mit Hilfe von Zeichen mit Teschko unterhalten. Außerdem vermisste sie seine grollende und doch sanfte Stimme.
„Und, glaubst du, du schaffst das morgen?“, maunzte Naiskas mit leichtem Spott in der Stimme. „Wird schon klappen...“, murmelte Jesra und wich Neiskas’ schlitzpupilligem Blick aus, „Ich darf nicht durch die Prüfung fallen, wenn ich in die Gemeinschaft des Schwertes eintreten will...“
Naiskas kratzte sich lediglich hinter den Ohren, er hielt nicht viel von Jesras Traum, das wusste sie.
“Jesraaaaaaa!!!“ Ein Ruf durch das Metallrohr an ihrem Bett, das durch das halbe Haus von ihrem Zimmer bis in die Küche reichte, schreckte sie aus ihren Gedanken, es war die Stimme ihrer Mutter. Ihr Vater lebte wahrscheinlich nicht mehr, er war im Krieg spurlos verschwunden. Wehmütig dachte Jesra daran, was er gesagt hatte, als er ihr das Rohr eingebaut hatte:
„Damit wir dich früh aus dem Bett scheuchen können.“ Doch nun würde er sie wahrscheinlich nie wieder morgens mit seiner fröhlichen Stimme wecken...
Jesra seufzte tief, dann rief sie zurück: „Ja, Mutter, was ist denn?“
Veni- Vidi - Abii...
(Ich kam, sah und ging wieder... )

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Cremia« (29. November 2008, 22:38)


Lyze

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2

Freitag, 9. März 2007, 23:57

Also ich finds cool weiter weiter!^^

Cremia

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3

Samstag, 10. März 2007, 10:57

Aber bite auch kritisieren, was noch nocht so gut ist, ja? Und ich brauch dringend einen titel^^

Fortsetzung:

„Komm doch bitte mal herunter, ich habe hier etwas für dich...“
Jesra stand langsam auf und ging zur Leiter, die in den Flur führte. Sie war sehr steil, doch Jesra hatte sehr viel Übung im Klettern, ebenso im Schwertkampf.
Schlechter sah es bei Magie aus, sie wollte sich einfach nicht so lange konzentrieren müssen und deswegen sah sie ihrer Magieprüfung am nächsten Tag mit Angst entgegen. Alle Reyaner besitzen Magie, doch nicht jeder kann sie nutzen. Jesra würde am nächsten Tag unter Beweis stellen müssen, wie stark sie war, denn das war entscheidend für ihre Zukunft und den Beruf, den sie wählen würde.
Sie ging in die Küche, wo ihre Mutter stand und etwas in den Händen hielt.
Jesra erstarrte. Es war das Schwert ihres Vaters, ein Meisterstück, mit wunderschönen verschlungenen Verzierungen, die dem Muttermal auf ihrer Schulter ähnelten, welches einen fliegenden Adler formte.
Jesra hatte sich zwar oft darüber gewundert, doch ihre Eltern hatten ihr niemals das Gefühl gegeben, anders zu sein und daher hatte sie sich mit der Zeit damit abgefunden.
Ihre Mutter lächelte beim Anblick ihres überraschten Gesichts. Sie sagte leise:
„Er wollte, dass du es eines Tages führst und da du morgen deine Prüfungen absolvieren wirst, finde ich, dass die Zeit reif ist, es dir anzuvertrauen.
Trage es mit Stolz, es ist ein ganz besonderes Schwert.“
Jesra nahm das Schwert mit ehrfurchtsvoller Miene entgegen und strich wehmütig über die Gravuren auf der Scheide, bevor sie es in die mit ähnlichen Mustern und Goldeinlegarbeiten verzierte Scheide steckte.
„Ich danke dir, Mutter“, sagte sie leise und mit einem Kloß im Hals.
„Er wäre sehr stolz auf dich gewesen, weißt du“, sagte ihre Mutter mit einem aufmunternden Lächeln, „Gib die Hoffnung nicht auf, er wird zurückkommen!“
Veni- Vidi - Abii...
(Ich kam, sah und ging wieder... )

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4

Dienstag, 20. März 2007, 07:40

Also, ich finde das ist dir wirklich gelungen. Wenn du noch mehr hast poste es bitte xD. Und einen Titel findet sich noch, ich überlege kräftig.^^

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Comanderlink« (20. März 2007, 07:41)


Cremia

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5

Dienstag, 20. März 2007, 14:40

Ich muss mich hier mal bei allen, die hier antworten, bedanken, denn es garantiert, dass ich mein Buch auch fleißig weiterschreibe^^

Nächster Teil:

Jesra nickte ruckartig und sagte: „Ja, das wird er…“.
Diese Lüge hinterließ einen bitteren Nachgeschmack und sie wandte sich hastig ab, damit ihre Mutter die Tränen nicht sah, die sie zu unterdrücken versuchte.
Mit erstickter Stimme sagte sie: „Ich…ich muss noch ein wenig üben… entschuldige mich bitte Mutter.“, dann wandte sie sich um und ging mit mühsam beherrschten Schritten zurück in ihr Zimmer. Jesra bemerkte nicht, dass ihre Mutter ihr mit einem etwas traurigen Lächeln nachsah und leise murmelte: „Bald wirst du verstehen, meine Tochter…“
Wieder in ihrem Zimmer atmete Jesra tief durch. Sie durfte nicht aufgeben, eines Tages würde sie ihren Vater zurückholen, wenn er noch lebte. Wenn er noch lebte… und wenn nicht…? Entschlossen schob sie diesen Gedanken von sich. Er musste einfach noch leben! Mit diesem Gedanken im Kopf schlief sie am Abend ein. Sie träumte von ihrem Vater. Er stand vor ihr und lächelte sie an, dann legte er ihr die Hände auf die Schultern und sagte: „Nicht die Stärke eines Wesens ist entscheidend für seinen Wert, vergiss das nie, Jesra…“
Sie streckte die Arme nach ihm aus und wollte ihn umarmen, doch er war fort… Sie wachte erschrocken auf. Der Traum hatte so real gewirkt, dachte sie, doch das konnte nicht sein…oder doch?
Nicht die Stärke eines Wesens ist entscheidend für seinen Wert…Was mochte das wohl bedeuten? Jesra grübelte noch darüber nach, als sie zum Frühstück die Leiter hinunterstieg. Doch schon bald hatte sie andere Dinge, um sich darum zu sorgen, denn ihre Prüfung war ja für den Nachmittag angesetzt. Bei dem Gedanken daran verging Jesra der Appetit. Naiskas sah sie an.
„Nur weil du nichts isst, wird deine Prüfung auch nicht einfacher, los iss was sonst fällst du noch vor Hunger um!“
Nachdem ihre Mutter ihr viel Glück gewünscht hatte, machte sich Jesra zusammen mit Naiskas auf den Weg zu Shiela, ihrer besten Freundin, um sich bis zur Prüfung abzulenken.
Veni- Vidi - Abii...
(Ich kam, sah und ging wieder... )

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Cremia« (20. März 2007, 14:54)


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6

Dienstag, 20. März 2007, 14:51

Ein ebenfalls gelungener Teil!!! Mmh... aber mir will einfach kein Name einfallen^^ Aber ich überlege fleißig weiter. MEHR LESEN!!! xD

Cremia

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7

Mittwoch, 21. März 2007, 21:56

Wow, is ja cool, dass das so gut ankommt, aber bitte gaaaaaaaanz kritisch sein!!!
is diesmal erstmal net so viel, muss mal übalegen wie ich von dem Ringsrum ein bisschen wegkomme, sie muss ja ihre Prüfung beizeiten mal machen...

next part:

Shiela und Jesra kannten sich schon von Kindesbeinen an und sie machten praktisch alles zusammen. Einmal hatten sie sogar einen Plan geschmiedet, um in das Geheimlabor der Magier einzubrechen und nach einem Zauber in den alten, verstaubten, mottenzerfressenen Büchern zu suchen, der es Jesra ermöglichen würde, ihren Vater zurückzuholen.
Jesra lächelte bei der Erinnerung, doch dann wurde sie schlagartig ernst, als sie wieder an ihren Traum dachte. Sie war so versunken in Gedanken, dass sie nicht einmal merkte, dass sie schon direkt vor Shielas Tür stand, bis Naiskas sie mit einem sanfte Stupser seiner weichen Katzennase in die Wirklichkeit zurückholte. Jesra hob die Hand, um zu klopfen, als sich plötzlich etwas sehr schweres auf ihre Schultern stützte. Mit einem leise, überraschten Schrei fuhr sie herum... und blickte in zwei kohlrabenschwarze sanfte Augen, in denen eine ewige Melancholie lag. Jesra seufzte erleichtert.
„Teschko! Hast du mich vielleicht erschreckt!“, sagte sie in gespielt ernstem Ton, aber Teschko blinzelte sie nur mit unschuldigen Augen an. Jesra lachte.
Veni- Vidi - Abii...
(Ich kam, sah und ging wieder... )

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8

Freitag, 23. März 2007, 22:11

Also, gaaaaaanz kritisch gesehen ist dieses Stück........ ZU KURZ!!! Du hast Talent zum schreiben. Mehr, mehr, mehr!!!

Cremia

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9

Montag, 26. März 2007, 21:05

Oh, danke für die Blumen... ;) hat jemand Vorschläge für den Namen des Jungen, der die 2. benannte person der Prophezeihung is? Ja, es muss ein Typ sein^^

nächster Teil:

Dann hörte sie eine Stimme aus dem Garten hinter sich rufen: „Teschko! TEEESCHKO!!!!“
Jesra unterdrückte ein Grinsen und wandte sich um. Shiela kam durch den Garten auf sie zugelaufen. Als sie Teschko sah, seufzte sie und schaute Jesra resigniert an. „Ich glaube, er wird niemals begreifen, dass man Leute nicht zu Tode erschrecken darf...“ Dann lächelte sie und umarmte Jesra. „Und, schon aufgeregt?“ Jesra stöhnte. „Aufgeregt?! Ich stehe kurz vor meinem Tod,“, sagte sie und ließ sich theatralisch ins Gras fallen. Shiela kicherte. Dann wurde Jesra schlagartig ernst. Sie erzählte Shiela von dem seltsamen Traum und dem Schwert ihres Vaters. Bei der Erwähnung des Schwertes lächelte Shiela. Sie kannte sich bestens mit Schwertern aus und selbst Jesra gelang es nur selten, sie im Schwertkampf zu schlagen, denn Shiela besaß ein angeborenes Talent für diese Disziplin. Sie besaß auch ein sehr kunstvoll gearbeitetes Schwert, das sie einem Händler aus dem Norden abgekauft hatte. Es trug den Namen „Drachenzahn“, denn es war leicht gebogen wie ein solcher und Shiela hütete es wie sonst nichts auf der Welt. Das Schwert von Jesras Vater trug ebenfalls einen Namen, es hieß „Mondstrahl“, denn seine Klinge war aus einem unbekannten Material, welches selbst im Dunkeln einen leichten Schimmer aussandte und ein gleichzeitig schlankes, anmutiges und stabiles Blatt besaß.
Aber so sehr sich Shiela in der Waffenkunde auskannte, auch sie verstand nicht, wie die rätselhaften Worte gemeint gewesen waren. Die beiden Freundinnen diskutierten noch sehr lange, während sie durch den garten schlenderten. Nach dem Mittagessen, von dem Jesra leider nur sehr wenig hinunter bekam, verabschiedete sie sich und ging langsam durch das geschäftige Treiben von Isalia zum Marktplatz. Sie wanderte mit Naiskas an den ständen der Händler entlang, bestaunte mit ihm dieses und jenes und wandte sich schließlich in Richtung des Schlosses. Die Tradition verlangte, dass alle Bewohner von Isalia hier ihre Prüfung ablegten. Doch als sie gerade ein paar Schritte weit gegangen war, erregte ein Aufruhr am Rande des Platzes ihre Aufmerksamkeit.

Ja, ich weiß., dass das auch net so viel is, aba mein internet wird gleich ausgeschaltet, sorry, das nächste mal isses mehr, versprochen^^
Und net vergessen: KRITISCH sein :)
Veni- Vidi - Abii...
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Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Cremia« (1. Juli 2007, 21:16)


Cremia

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10

Mittwoch, 11. April 2007, 15:31

hab üba die Ferien mal weitergeschrieben, ich mach sonst keine Doppelposts, aba das is schon wieder neu...

Neugierig geworden, blieb Jesra stehen und sah hinüber. Eine unauffällig gekleidete Gestalt hatte offenbar etwas von einem der Stände gestohlen und war nun auf der Flucht vor der Wache, die laut fluchend hinter dem Dieb herrannte. Jesra grinste. Der Dieb, wer immer es auch war, rannte deutlich schneller als die Wachen und war obendrein auch viel gelenkiger und gewandter. Er schlug Haken wie ein Kaninchen, sprang über einige Kisten auf eines der Häuserdächer verbeugte sich spöttisch zur johlenden Menge hin und war kurz darauf verschwunden. Am liebsten hätte Jesra laut gelacht. Nicht nur, weil die Wachen, die als hochmütig galten, einen seltsamen Anblick boten, wie sie da versuchten, ebenfalls auf das Dach zu gelangen, sondern weil die Chance, einen Dieb im Labyrinth der Dächer und Gassen der Stadt zu fangen, nahezu unmöglich war, wenn man sich nicht auskannte.
Mit einem leisen Anflug von Enttäuschung, weil der Junge so schnell verschwunden war, setzte Jesra kichernd ihren Weg zum Schloss fort, während Naiskas es sich schnurrend auf ihrer Schulter bequem machte, mit einem gelegentlichen leisen Schnauben dazwischen, als müsse auch er sich das Lachen verbeißen.
Als sie am Schlosstor ankamen, hatten sich beide wieder einigermaßen gefangen und Jesra ging mit klopfendem Herzen in das Innere des Gebäudes. Als sie mit Naiskas durch die stillen Hallen ging, in denen hie und da eine Wache gelangweilt stand und ihnen einen desinteressierten Blick zuwarf, wurde sie sich zum ersten Mal bewusst, wie klein sie doch im Vergleich zur großen Welt war.
„Mach nicht so ein düsteres Gesicht!“, mahnte Naiskas sie. Jesra warf ihm einen vernichtenden Blick zu. „Ach, und warum bitte nicht?“
Naiskas seufzte. „Dass ihr Menschen immer so engstirnig sein müsst. Ein erster guter Eindruck ist immer gut, und du machst eine Miene, als würdest du gleich gehängt...Was sollen denn die Prüfer von dir denken, hm?“
Jesra biss sich auf die Lippe. Er hatte Recht und es wurmte sie, dass sie nicht selbst daran gedacht hatte. Schnell setzte sie eine freundlichere Miene auf.
Dann kamen sie an der Tür zur Prüfhalle an. Jesra atmete tief durch, dann klopfte sie. Die Tür schwang auf und eine ruhige klare Stimme sagte:
„Jesra Linea Adélia, tritt ein.”

2.Kapitel

Nathan stand auf einer hohen Felsklippe und sah hinaus auf die Wüstenlandschaft unter ihm. Die hohen Sanddünen bekamen von der glühenden Morgensonne einen goldenen Schimmer, sodass es aussah, als stünden sie in Flammen. Der Himmel erschien unfassbar hoch und weit, nicht eine Wolke war zu sehen und kein Tier zeigte sich, mit Ausnahme eines großen Adlers, der seinen morgendlichen Flug unternahm.
Morgen würde er es erfahren. Morgen würde er wissen, welche Gabe er erhalten hatte. Er sei eines der Kinder der Prophezeiung, hatten sie gesagt, er werde etwas Großes vollbringen. Nathan hatte erst am Vortag erfahren, was er wirklich war. In dem Moment, als sein Vater es ihm erzählt hatte, war sein gesamtes Leben zersprungen und hatte sich neu und viel facettenreicher als vorher zusammengesetzt. Plötzlich ergaben viele Dinge für ihn einen Sinn: Warum er sich nie wirklich bei anderen Menschen außer seinen Eltern und seinem besten und einzigen Freund Koito wohlgefühlt hatte, warum er ein Mal in Form eines feuerspeienden Drachen auf der rechten Schulter trug und warum seine Eltern sich oft verständige und wissend Blicke zugeworfen hatten. Nathan wusste immer noch nicht genau, was er von alledem halten sollte.
Was für eine Aufgabe sollte er bewältigen? Und vor allem: Wie sollte er das denn anstellen, ausgerechnet er, ein unscheinbarer Junge von knapp 17 Jahren? Würde er auch das zweite Prophezeiungskind finden und wenn ja, was konnten sie gemeinsam bewerkstelligen? Und... würde er seine Mutter, die kurz nach dem Krieg verschwunden war, finden?
Nathan seufzte. Fragen über Fragen, aber nicht eine Antwort ließ sich finden.
Nun stand er hier schon eine halbe Ewigkeit herum und war doch nicht im mindesten vorangekommen, hatte alle seine Fragen im Kopf herumgewälzt, wieder und wieder, bis er Kopfschmerzen davon bekam, aber Antworten hatte er keine gefunden. Seinem Vater hatte er nichts von diesen Überlegungen erzählt, denn zwar war er ein herzensguter Mann, aber er dachte noch zu oft an den Krieg und wenn es eine Möglichkeit gegeben hätte, er hätte nicht gezögert den Reyanern ihr Prophezeiungskind zu entführen und sie, denn ein Mädchen musste es wohl sein, zum Kampf gegen Reya ausgebildet.

Ich hab Nathan als Namen genommen, um nochmal den kulturellen Unterschied zwischen Reya und Skeyga hervorzuheben, viel Spaß beim Lesen =)
Veni- Vidi - Abii...
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Cremia

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11

Montag, 7. Mai 2007, 20:58

next part:

Langsam hob er den Kopf und spähte hinauf zum grellen Sonnenlicht. Bald schon würde sie senkrecht vom Himmel brennen und die Temperaturen drastisch steigen. Er sollte sich vielleicht lieber auf den Weg zurück nach Hause machen.
Ein letztes Mal schaute er hinaus auf die Landschaft und wandte sich ab, doch plötzlich zuckte sein Blick wieder auf die Ebene. Er starrte entsetzt nach unten, dann besann er sich, drehte sich auf dem Absatz um und rannte so schnell er konnte in das Innere der Wüstenstadt Kimae.

Jesra besah sich neugierig das Gesicht ihres Gegenübers. Es war scharf geschnitten und über die linke Gesichtshälfte verlief von der Stirn bis zur Wange eine dünne silbrige Narbe. Der Mann musterte sie mit scharfem Blick und sie senkte etwas verlegen den Blick.
Der Krieger lachte leise, als er ihre Verlegenheit bemerkte. Dann sagte er langsam: „Du brauchst keine Angst zu haben... zumindest nicht vor mir...“
Dieser Satz verwirrte Jesra. Was meinte er mit „nicht vor mir...“ ?
Sie hob den Kopf wieder und sah ihm in die Augen und entdeckte dort zu ihrer Überraschung Neugier, Weisheit und sogar eine gewisse Wärme, die sie diesem alten Krieger gar nicht zugetraut hätte. Außerdem bemerkte sie auch erst jetzt, dass Naiskas gar nicht mehr auf ihrer Schulter saß, sondern neben ihrem Stuhl auf dem Boden.
„Was meint Ihr damit? Wer seid Ihr?“, fragte sie ihn höflich und war froh, dass ihre Stimme nicht allzu dünn klang. Auch wunderte sie sich ein wenig, denn sie hatte mit Fragen nach ihrer Prüfung gerechnet.
Er schaute sie nachdenklich an.
„Nun die zweite Frage ist schneller und auch leichter zu beantworten...
Mein Name ist Artro Shishka.“
Jesra zog scharf Luft ein. Jetzt wusste sie, wer da vor ihr saß. Artro Shishka war eine Legende innerhalb der Gemeinschaft des Schwertes gewesen, jener Geheimorganisation, der sich Jesra ebenfalls anschließen wollte, doch als er seine Familie verlor, trat er als Zeichen der Trauer aus der Gemeinschaft aus.

PS: eine Freundin von mia hat als Titel: "Die Kinder der Prophezeihung" vorgeschlagen, aba ich weiß nich...
Klingt das gut??
Veni- Vidi - Abii...
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Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Cremia« (7. Mai 2007, 21:00)


Black-Sasuke

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12

Sonntag, 20. Mai 2007, 16:18

Jop der Titel is ned schlecht klingt gut^^

Cremia

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13

Freitag, 21. Dezember 2007, 19:51

ok, ich hab den Anfang des ersten Kapitels nochmal n bissl geändert geändert und war so schlau einen teil am Schluss wieder zu Lösche *aaah ich fühl mich unfähig* ;) :

Die Kinder der Prophezeiung
Prolog

Tarjen stand am Fenster und schaute mit besorgter Miene hinaus auf das Land.
Warum sie? Wieso musste gerade ihm und seiner geliebten Seljea ein solches Unglück widerfahren?
Traurig wandte er den Blick vom Fenster und bemerkte erstaunt, dass Seljea lautlos hinter ihn getreten war. Sie sah ihn fragend an.
„Warum bist du so bedrückt? Freu dich, dass gerade dir und mir das Kind der Prophezeiung geboren ist. Jesra wird einmal etwas Großes leisten!“
Tarjen lachte bitter auf. Es war nicht so, dass er seine Tochter deswegen nicht geliebt hätte, aber ihm machte etwas sehr große Sorgen.
„Und welchen Preis wird sie dafür zahlen? Wie viel Freude wird sie entbehren müssen, wie viele Freunde verlassen, wie vielen Gefahren ausgesetzt sein?
Und was wird sie davon halten, was wird sie sagen, wenn wir es ihr einmal erzählen müssen? Außerdem weißt du ebenso gut wie ich, dass solche Kinder oft in großer Gefahr sind, wir werden sie stark schützen müssen, damit kein Skeiyaner sie raubt und ausbildet.“
Seljea sah ihn erstaunt an.
„Aber in der Prophezeiung ist doch die Rede davon, dass auch die Skeiyaner -„
„Ja natürlich, aber genau das würde eine Entführung noch sinnvoller machen,“
, unterbrach Tarjen sie, „dann hätten sie zwei außergewöhnliche Kinder, denn bedenke, dass Jesra nicht einfach nur mit der herkömmlichen Reyanermagie ausgestattet sein wird, nein, an ihrem 17. Geburtstag wird ihre besondere Begabung, worin sie auch bestehen mag, zu Tage treten.“
Seljea öffnete den Mund, um zu antworten, doch da hörten sie plötzlich eine Stimme schreien. „Ich muss mich um Jesra kümmern.“, sagte Seljea leise und ging in ihr Schlafzimmer, um dem Kind etwas vorzusingen.
Seufzend wandte sich Tarjen wieder zum Fenster um, als sein Blick an einer offenen Schriftrolle auf dem kleinen dunklen Holztisch gegenüber hängen blieb.
Er wusste, was es war: Die Prophezeiung. Und obwohl er sie schon ein Dutzend Mal gelesen hatte, ging er hinüber, um sie noch ein weiteres Mal zu lesen.
Sie lautete:

Zwei Kinder werden geboren werden
in der Zeit des Sturms den zwei verfeindeten Völkern.
Erkennbar beide nur an drei Zeichen:
Goldene Augen schimmernd hell,
besondere Gaben, die nur vor einander weichen.
Und auf der linken Schulter des einen das Bild des Adlers
und auf der rechten Schulter des anderen das des Drachen.

Tarjen ließ die Rolle sinken. Es gab keinen Zweifel, das Jesra eines der besagten Kinder war. Er legte die Rolle auf den Tisch zurück und starrte wieder aus dem Fenster.
Von irgendwoher glaubte er den Schrei eines Adlers vermischt mit dem Brüllen eines Drachen zu hören.



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Cremia

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14

Freitag, 21. Dezember 2007, 19:52

Erstes Kapitel

Jesra schubste Naiskas von ihrem Bauch. „Ich hab jetzt überhaupt keine Zeit, ich muss für meine Prüfung morgen lernen!“, schimpfte sie, als der Kater sie vorwurfsvoll ansah. Nachdenklich rieb sie sich die langen, spitzen, fast senkrecht vom Kopf abstehenden Ohren. Jesra war eine Reyanerin. Alle Reyaner haben lange, spitze Ohren, ganz im Gegensatz zu den kleinohrigen Skeiyaner, die im dunklen Nachbarland lebten. Reyaner und Skeiyaner hegten eine große Feindschaft gegeneinander, die schon Jahrhunderte andauerte. Kriege waren deshalb schon geführt worden, bis endlich ein Friedensabkommen geschlossen wurde, das nicht auf Grund eines Sieges oder einer Niederlage, oder dem Wunsch zum Vertragen der beiden Länder, sondern nur, um der Bevölkerung weitere Leiden des Krieges zu ersparen, geschlossen worden war.
„Du könntest ruhig mal ein bisschen netter zu einem armen Jeshakater sein, der schwer krank ist!“, schmollte Naiskas beleidigt, „Schließlich hat nicht jeder einen sprechenden Kater.“ „Schwer krank? Eine leichte Erkältung?. Sicher hat nicht jeder einen Jeshakater, aber es gibt noch andere Cryna, außer dir, wie zum Beispiel Shielas Ayienlöwe Teschko!“ Ayientiere waren, genau wie Jeshatiere, einige der magischen Tiere in Reya. Man nannte sie „Cryna“, was soviel wie „treuer Freund“ bedeutete, denn wenn sich ein Cryna einmal jemandem angeschlossen hatte, blieb es sein ganzes Leben bei dieser Person.
Niemand wusste, wo sie herkamen und ob es in Skeiya auch solche oder zumindest ähnliche Tiere gab. Alle Jeshatiere hatten eine bestimmt Fell- oder Schuppenfärbung auf dem Rücken, welche sich sehr von dem der Ayientiere unterschied. Gemeinsam hatten beide Arten nur, dass sie, egal um was für ein Jesha- oder Ayientier es sich handelte, selten größer als Schäferhunde wurden, die meisten eher kleiner. Naiskas war mehr oder weniger normalgroß für einen Jeshakater, während Ayienlöwe Teschko extrem groß war. Außerdem besaß jedes Cryna eine andere magische Gabe. Während Naiskas sprechen und unglaublich schnell rennen konnte, bestand Teschkos magische Gabe darin, dass er fliegen konnte – und das ohne Flügel. In früheren Jahren hatte auch er die Gabe besessen, zu sprechen, aber seit seine Eltern im Krieg gegen Skeiya getötet worden waren hatte er kein Wort mehr gesprochen, worüber Shiela sehr traurig war, musste sie sich nun mit Hilfe von Zeichen mit Teschko unterhalten. Außerdem vermisste sie seine grollende und doch sanfte Stimme.
„Und, glaubst du, du schaffst das morgen?“, maunzte Naiskas mit leichtem Spott in der Stimme. „Wird schon klappen...“, murmelte Jesra und wich Neiskas’ schlitzpupilligem Blick aus, „Ich darf nicht durch die Prüfung fallen, wenn ich in die Gemeinschaft des Schwertes eintreten will...“
Naiskas kratzte sich lediglich hinter den Ohren, er hielt nicht viel von Jesras Traum, das wusste sie.
“Jesra!“ Ein Ruf durch das Metallrohr an ihrem Bett, das durch das halbe Haus von ihrem Zimmer bis in die Küche reichte, schreckte sie aus ihren Gedanken, es war die Stimme ihrer Mutter. Ihr Vater lebte wahrscheinlich nicht mehr, er war im Krieg spurlos verschwunden. Wehmütig dachte Jesra daran, was er gesagt hatte, als er ihr das Rohr eingebaut hatte:
„Damit wir dich an den Wochenenden sehr früh aus den Federn scheuchen können.“ Doch nun würde er sie wahrscheinlich nie wieder morgens mit seiner fröhlichen Stimme wecken...
Jesra seufzte tief, dann rief sie zurück: „Ja Mutter, was ist denn?“
„Komm doch bitte mal herunter, ich habe hier etwas für dich...“
Jesra stand langsam auf und ging zur Leiter, die in den Flur führte. Sie war sehr steil, doch Jesra hatte sehr viel Übung im Klettern, ebenso im Schwertkampf.
Schlechter sah es bei Magie aus, sie wollte sich einfach nicht so lange konzentrieren müssen und deswegen sah sie ihrer Magieprüfung am nächsten Tag mit Angst entgegen. Alle Reyaner besitzen Magie, doch nicht jeder kann sie nutzen. Jesra würde am nächsten Tag unter Beweis stellen müssen, wie stark sie war, denn das war entscheidend für ihre Zukunft und den Beruf, den sie wählen würde.
Sie ging in die Küche, wo ihre Mutter stand und etwas in den Händen hielt.
Jesra erstarrte. Es war das Schwert ihres Vaters, ein Meisterstück, mit wunderschönen verschlungenen Verzierungen, die dem Muttermal auf ihrer linken Schulter ähnelten, welches einen fliegenden Adler formte.
Jesra hatte sich zwar oft darüber gewundert, doch ihre Eltern hatten ihr niemals das Gefühl gegeben, anders zu sein und daher hatte sie sich mit der Zeit damit abgefunden.
Ihre Mutter lächelte beim Anblick ihres überraschten Gesichts. Sie sagte leise:
„Er wollte, dass du es eines Tages führst und da du morgen deine Prüfungen absolvieren wirst, finde ich, dass die Zeit reif ist, es dir anzuvertrauen.
Trage es mit Stolz, es ist ein ganz besonderes Schwert.“
Jesra nahm das Schwert mit ehrfurchtsvoller Miene entgegen und strich wehmütig über die Gravuren auf der Scheide, bevor sie es in die mit ähnlichen Mustern und Goldeinlegarbeiten verzierte Scheide steckte.
„Ich danke dir, Mutter“, sagte sie leise und mit einem Kloß im Hals.
„Er wäre sehr stolz auf dich gewesen, weißt du“, sagte ihre Mutter mit einem aufmunternden Lächeln, „Gib die Hoffnung nicht auf, er wird zurückkommen!“
Jesra nickte ruckartig und sagte: „Ja, das wird er…“.
Diese Lüge hinterließ einen bitteren Nachgeschmack und sie wandte sich hastig ab, damit ihre Mutter die Tränen nicht sah, die sie zu unterdrücken versuchte.
Mit erstickter Stimme sagte sie: „Ich…ich muss noch ein wenig üben… entschuldige mich bitte Mutter.“, dann wandte sie sich um und ging mit mühsam beherrschten Schritten zurück in ihr Zimmer. Jesra bemerkte nicht, dass ihre Mutter ihr mit einem etwas traurigen Lächeln nachsah und leise murmelte: „Bald wirst du verstehen, meine Tochter…“
Wieder in ihrem Zimmer atmete Jesra tief durch. Sie durfte nicht aufgeben, eines Tages würde sie ihren Vater zurückholen, wenn er noch lebte. Wenn er noch lebte… und wenn nicht…? Entschlossen schob sie diesen Gedanken von sich. Er musste einfach noch leben! Mit diesem Gedanken im Kopf schlief sie am Abend ein. Sie träumte von ihrem Vater. Er stand vor ihr und lächelte sie an, dann legte er ihr die Hände auf die Schultern und sagte: „Nicht die Stärke eines Wesens ist entscheidend für seinen Wert, vergiss das nie, Jesra…“
Sie streckte die Arme nach ihm aus und wollte ihn umarmen, doch er war fort… Sie wachte erschrocken auf. Der Traum hatte so real gewirkt, dachte sie, doch das konnte nicht sein…oder doch?
Nicht die Stärke eines Wesens ist entscheidend für seinen Wert…
Was mochte das wohl bedeuten? Jesra grübelte noch darüber nach, als sie zum Frühstück die Leiter hinunterstieg. Doch schon bald hatte sie andere Dinge, um sich darum zu sorgen, denn ihre Prüfung war für den Nachmittag angesetzt. Bei dem Gedanken daran verging Jesra der Appetit. Naiskas sah sie an.
„Nur weil du nichts isst, wird deine Prüfung auch nicht einfacher, los iss was sonst fällst du noch vor Hunger um!“
Nachdem ihre Mutter ihr viel Glück gewünscht hatte, machte sich Jesra zusammen mit Naiskas auf den weg zu Shiela, ihrer besten Freundin, um sich bis zur Prüfung abzulenken. Shiela und Jesra kannten sich schon von Kindesbeinen an und sie machten praktisch alles zusammen. Einmal hatten sie sogar einen Plan geschmiedet, um in das Geheimlabor der Magier einzubrechen und nach einem Zauber in den alten, verstaubten, mottenzerfressenen Büchern zu suchen, der es Jesra ermöglichen würde, ihren Vater zurückzuholen.
Jesra lächelte bei der Erinnerung, doch dann wurde sie schlagartig ernst, als sie wieder an ihren Traum dachte. Sie war so versunken in Gedanken, dass sie nicht einmal merkte, dass sie schon direkt vor Shielas Tür stand, bis Naiskas sie mit einem sanften Stupser seiner weichen Katzennase in die Wirklichkeit zurückholte. Jesra hob die Hand, um zu klopfen, als sich plötzlich etwas sehr schweres auf ihre Schultern stützte. Mit einem leisen, überraschten Schrei fuhr sie herum... und blickte in zwei kohlrabenschwarze sanfte Augen, in denen eine ewige Melancholie lag. Jesra seufzte erleichtert.
„Teschko! Hast du mich vielleicht erschreckt!“, sagte sie in gespielt ernstem Ton, aber Teschko blinzelte sie nur mit unschuldigen Augen an. Jesra lachte.
Dann hörte sie eine Stimme aus dem Garten hinter sich rufen: „Teschko! TEEEEESCHKOOOOO!!!!!“
Jesra unterdrückte ein Grinsen und wandte sich um. Shiela kam durch den Garten auf sie zugelaufen. Als sie Teschko sah, seufzte sie und schaute Jesra resigniert an. „Ich glaube, er wird niemals begreifen, dass man Leute nicht zu Tode erschrecken darf...“ Dann lächelte sie und umarmte Jesra. „Und, schon aufgeregt?“ Jesra stöhnte. „Aufgeregt?! Ich stehe kurz vor meinem Tod! “, sagte sie und ließ sich theatralisch ins Gras fallen. Shiela kicherte. Dann wurde Jesra schlagartig ernst. Sie erzählte Shiela von dem seltsamen Traum und dem Schwert ihres Vaters. Bei der Erwähnung des Schwertes lächelte Shiela. Sie kannte sich bestens mit Schwertern aus und selbst Jesra gelang es nur selten, sie im Schwertkampf zu schlagen, denn Shiela besaß ein angeborenes Talent für diese Disziplin. Sie besaß auch ein sehr kunstvoll gearbeitetes Schwert, das sie einem Händler aus dem Norden abgekauft hatte. Es trug den Namen „Drachenzahn“, denn es war leicht gebogen wie ein solcher und Shiela hütete es wie sonst nichts auf der Welt. Das Schwert von Jesras Vater trug ebenfalls einen Namen, es hieß „Mondstrahl“, denn seine Klinge war aus einem unbekannten Material, welches selbst im Dunkeln einen leichten Schimmer aussandte und ein schlankes, anmutiges und zugleich stabiles Blatt besaß.
Veni- Vidi - Abii...
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Cremia

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15

Freitag, 21. Dezember 2007, 19:52

Aber so sehr sich Shiela in der Waffenkunde auskannte, auch sie verstand nicht, wie die rätselhaften Worte gemeint gewesen waren. Die beiden Freundinnen diskutierten noch sehr lange, während sie durch den Garten schlenderten. Nach dem Mittagessen, von dem Jesra leider nur sehr wenig hinunter bekam, verabschiedete sie sich und ging langsam durch das geschäftige Treiben von Isalia zum Marktplatz. Sie wanderte mit Naiskas an den Ständen der Händler entlang, bestaunte mit ihm dieses und jenes und wandte sich schließlich in Richtung des Schlosses. Die Tradition verlangte, dass alle Bewohner von Isalia hier ihre Prüfung ablegten. Doch als sie gerade ein paar Schritte weit gegangen war, erregte ein Aufruhr am Rande des Platzes ihre Aufmerksamkeit.
Neugierig geworden, blieb Jesra stehen und sah hinüber. Eine unauffällig gekleidete Gestalt hatte offenbar etwas von einem der Stände gestohlen und war nun auf der Flucht vor der Wache, die laut fluchend hinter dem Dieb herrannte. Jesra grinste. Der Dieb, wer immer es auch war, rannte deutlich schneller als die Wachen und war obendrein auch viel gelenkiger und gewandter. Er schlug Haken wie ein Kaninchen, sprang über einige Kisten auf eines der Häuserdächer verbeugte sich spöttisch zur johlenden Menge hin und war kurz darauf verschwunden. Am liebsten hätte Jesra laut gelacht. Nicht nur, weil die Wachen, die als hochmütig galten, einen seltsamen Anblick boten, wie sie da versuchten, ebenfalls auf das Dach zu gelangen, sondern weil die Chance, einen Dieb im Labyrinth der Dächer und Gassen der Stadt zu fangen, nahezu unmöglich war, wenn man sich nicht auskannte.
Mit einem leisen Anflug von Enttäuschung, weil der Junge so schnell verschwunden war, setzte Jesra kichernd ihren Weg zum Schloss fort, während Naiskas es sich schnurrend auf ihrer Schulter bequem machte, mit einem gelegentlichen leisen Schnauben dazwischen, als müsse auch er sich das Lachen verbeißen.
Als sie am Schlosstor ankamen, hatten sich beide wieder einigermaßen gefangen und Jesra ging mit klopfendem Herzen in das Innere des Gebäudes. Als sie mit Naiskas durch die stillen Hallen ging, in denen hie und da eine Wache gelangweilt stand und ihnen einen desinteressierten Blick zuwarf, wurde sie sich zum ersten Mal bewusst, wie klein sie doch im Vergleich zur großen Welt war.
„Mach nicht so ein düsteres Gesicht!“, mahnte Naiskas sie. Jesra warf ihm einen vernichtenden Blick zu. „Ach, und warum bitte nicht?“
Naiskas seufzte. „Dass ihr Menschen immer so engstirnig sein müsst. Ein erster guter Eindruck ist immer gut, und du machst eine Miene, als würdest du gleich gehängt...Was sollen denn die Prüfer von dir denken, hm?“
Jesra biss sich auf die Lippe. Er hatte Recht und es wurmte sie, dass sie nicht selbst daran gedacht hatte. Schnell setzte sie eine freundlichere Miene auf.
Dann kamen sie an der Tür zur Prüfhalle an. Jesra atmete tief durch, dann klopfte sie. Die Tür schwang auf und eine ruhige klare Stimme sagte:
„Jesra Linea Adélia, tritt ein.”
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16

Freitag, 21. Dezember 2007, 19:53

Zweites Kapitel

Nathan stand auf einer hohen Felsklippe und sah hinaus auf die Wüstenlandschaft unter ihm. Die hohen Sanddünen bekamen von der glühenden Morgensonne einen goldenen Schimmer, sodass es aussah, als stünden sie in Flammen. Der Himmel erschien unfassbar hoch und weit, nicht eine Wolke war zu sehen und kein Tier zeigte sich, mit Ausnahme eines großen Adlers, der seinen morgendlichen Flug unternahm.
Morgen würde er es erfahren. Morgen würde er wissen, welche Gabe er erhalten hatte. Er sei eines der Kinder der Prophezeiung, hatten sie gesagt, er werde etwas Großes vollbringen. Nathan hatte erst am Vortag erfahren, was er wirklich war. In dem Moment, als sein Vater es ihm erzählt hatte, war sein gesamtes Leben zersprungen und hatte sich neu und viel facettenreicher als vorher zusammengesetzt. Plötzlich ergaben viele Dinge für ihn einen Sinn: Warum er sich nie wirklich bei anderen Menschen außer seinen Eltern und seinem besten und einzigen Freund Koito wohlgefühlt hatte, warum er ein Mal in Form eines feuerspeienden Drachen auf der rechten Schulter trug und warum seine Eltern sich oft verständige und wissend Blicke zugeworfen hatten. Nathan wusste immer noch nicht genau, was er von alledem halten sollte.
Was für eine Aufgabe sollte er bewältigen? Und vor allem: Wie sollte er das denn anstellen, ausgerechnet er, ein unscheinbarer Junge von knapp 17 Jahren? Würde er auch das zweite Prophezeiungskind finden und wenn ja, was konnten sie gemeinsam bewerkstelligen? Und... würde er seine Mutter, die kurz nach dem Krieg verschwunden war, finden?
Nathan seufzte. Fragen über Fragen, aber nicht eine Antwort ließ sich finden.
Nun stand er hier schon eine halbe Ewigkeit herum und war doch nicht im mindesten vorangekommen, hatte alle seine Fragen im Kopf herumgewälzt, wieder und wieder, bis er Kopfschmerzen davon bekam, aber Antworten hatte er keine gefunden. Seinem Vater hatte er nichts von diesen Überlegungen erzählt, denn zwar war er ein herzensguter Mann, aber er dachte noch zu oft an den Krieg und wenn es eine Möglichkeit gegeben hätte, er hätte nicht gezögert den Reyanern ihr Prophezeiungskind zu entführen und sie, denn ein Mädchen musste es wohl sein, zum Kampf gegen Reya ausgebildet.
Langsam hob er den Kopf und spähte hinauf zum grellen Sonnenlicht. Bald schon würde sie senkrecht vom Himmel brennen und die Temperaturen drastisch steigen. Er sollte sich vielleicht lieber auf den Weg zurück nach Hause machen.
Ein letztes Mal schaute er hinaus auf die Landschaft und wandte sich ab, doch plötzlich zuckte sein Blick wieder auf die Ebene. Er starrte nach unten, dann besann er sich, drehte sich auf dem Absatz um und rannte so schnell er konnte in das Innere der Wüstenstadt Kimae.

Jesra besah sich neugierig das Gesicht ihres Gegenübers. Es war scharf geschnitten und über die linke Gesichtshälfte verlief von der Stirn bis zur Wange eine dünne silbrige Narbe. Der Mann musterte sie mit scharfem Blick und sie senkte etwas verlegen den Blick.
Der Krieger lachte leise, als er ihre Verlegenheit bemerkte. Dann sagte er langsam: „Du brauchst keine Angst zu haben... zumindest nicht vor mir...“
Dieser Satz verwirrte Jesra. Was meinte er mit „nicht vor mir...“ ?
Sie hob den Kopf wieder und sah ihm in die Augen und entdeckte dort zu ihrer Überraschung Neugier, Weisheit und sogar eine gewisse Wärme, die sie diesem alten Krieger gar nicht zugetraut hätte. Außerdem bemerkte sie auch erst jetzt, dass Naiskas gar nicht mehr auf ihrer Schulter saß, sondern neben ihrem Stuhl auf dem Boden.
„Was meint Ihr damit? Wer seid Ihr?“, fragte sie ihn höflich und war froh, dass ihre Stimme nicht allzu dünn klang. Auch wunderte sie sich ein wenig, denn sie hatte mit Fragen nach ihrer Prüfung gerechnet.
Er schaute sie nachdenklich an.
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17

Freitag, 21. Dezember 2007, 19:54

„Nun die zweite Frage ist schneller und auch leichter zu beantworten...
Mein Name ist Artro Sishka.“
Jesra zog scharf Luft ein. Jetzt wusste sie, wer da vor ihr saß. Artro Sishka war eine Legende innerhalb der Gemeinschaft des Schwertes gewesen, jener Geheimorganisation, der sich Jesra ebenfalls anschließen wollte, doch als er seine Familie verlor, trat er als Zeichen der Trauer aus der Gemeinschaft aus.
„Zu deiner ersten Frage,“, fuhr er fort, als habe er ihren Gesichtsausdruck nicht gesehen, „Ich bin nicht dein Feind. Aber ob ich dein Freund bin, das sollst du selbst herausfinden, denn ich vermag das nicht zu sagen...“ Er lachte.
„Schau nicht so verwirrt, kleine Jesra, ich bin nicht hier, um dir etwas anzutun oder dich mit langweiligen Reden zu belästigen. Nein, ich bin hier, um dir einige dinge zu erklären, doch dazu muss ich zunächst noch eine andere Person hereinbitte, wenn du kurz warten würdest...?“
Jesra nickte langsam und verwirrt. Als Sishka hinausgegangen war, sahen sie und Naiskas sich an. „Hast du verstanden, was das hier alles soll?“, fragte Jesra stirnrunzelnd.
„Nein, aber...“ Naiskas sah nachdenklich hinüber zu der Tür, durch welche der alte Krieger verschwunden war. „Ich glaube, er meint es gut... Was mich nur wundert ist, dass er mit keinem Wort deine Prüfung erwähnt hat...“
Jesra nickte erneut. „Ja, das ist... höchst merkwürdig, findest du nicht?“
Bevor Naiskas antworten konnte, öffnete sich die Tür und Sishka trat ein, gefolgt von...
„Mutter!“, rief Jesra erstaunt aus. Das war das letzte gewesen, was sie erwartet hatte!
„Was? ... ich meine... Wie?... Verdammt, was tust du hier?!“, stammelte sie verwirrt. Auch Naiskas schien sich zu wundern, jedenfalls waren seine Pupillen ungewöhnlich groß. Seljea lächelte beim Anblick ihrer Tochter und setzte sich auf den freien Stuhl neben ihr. Auch Sishka nahm seinen Platz wieder ein. Seine Mundwinkel zuckten, als versuchte er krampfhaft, nicht zu grinsen. Jesra schaute erwartungsvoll von einem zum andern.
„Morgen“, begann ihre Mutter schließlich, „ist dein siebzehnter Geburtstag, daher haben wir beschlossen, dass es an der Zeit ist, dir die ganze Wahrheit über dich zu erzählen...“
Jesra blinzelte überrascht. Die ganze Wahrheit?
Heute drückt sich hier jeder geheimnisvoll aus!, dachte sie mit einem Anflug von Belustigung. Sie wartete.
Langsam zog Seljea eine Schriftrolle aus ihrem Mantel hervor.
„Du bist nicht nur irgendein Mädchen, Jesra... Du bist ein Kind der Prophezeiung!“
Jesra und Naiskas sahen sich an und erkannten, dass sie beide nicht ein Wort von dem verstanden hatten, was Seljea da redete. In Jesras Kopf schlugen die Fragen Purzelbäume. Welche Prophezeiung? Nicht nur irgendein Mädchen? Warum wurde ihr das gerade jetzt offenbart?
Seljea reichte ihr die Schriftrolle und Jesra begann zu lesen.

Zwei Kinder werden geboren werden
in der Zeit des Sturms den zwei verfeindeten Völkern.
Erkennbar beide nur an drei Zeichen:
Goldene Augen schimmernd hell,
besondere Gaben, die nur vor einander weichen.
Und auf der linken Schulter des einen das Bild des Adlers
und auf der rechten Schulter des anderen das des Drachen.

Die Rolle fiel ihr aus der Hand.
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18

Freitag, 21. Dezember 2007, 19:54

Nathan stand neben seinem Vater Donjo und Koito auf der Aussichtsplattform des Wachturms der Stadt und beobachtete den lang gezogenen dunklen Fleck auf der Wüstenebene, der langsam, aber stetig näher rückte.
„Was könnt’n das sin?“, fragte Koito. Er sprach mit einem leichten Akzent, der seine Herkunft aus dem östlichen Teil des Landes verriet, wo man die Wörter stark ineinander fließen ließ, doch nach so vielen Jahren in Kimae und mit tatkräftiger Unterstützung Nathans war seine Aussprache leichter verständlich.
Nathan zuckte die Achseln, während sein Vater die Stirn runzelte.
„Die Frage ist nicht, was das ist, sondern, ob es gut oder gefährlich für die Stadt ist...“, meinte er leise.
Der „Fleck“ war nur noch etwa zweihundert Meter von den Stadttoren entfernt und nun war zu erkennen, dass es sich um eine Gruppe Menschen handelte, allesamt in dunkle Mäntel gehüllt. Jetzt verstand Nathan, was sein Vater gemeint hatte. Furcht stieg in ihm auf. Gleichzeitig verspürte er Neugier. Wer waren diese Menschen?
Plötzlich sagte Koito: „Seh’ mal, auf’n Mänteln, sie habn’mmer dasselbe Zeichn drauf.“ Er kniff die Augen zusammen. „Sieht aus, wie’n Kreis un’ irjenwas drin.“
Nathan spähte nach unten, zu den vermummten Gestalten, die jetzt bald die Tore erreichen würden und stellte fest, dass Koito vollkommen Recht hatte.
Er versuchte, die Augen zu Schlitzen verengt, zu erspähen, was sich innerhalb des Kreises befand, aber die Luft flirrte vor Hitze und machte es ihm unmöglich, genaueres zu sehen. Fest stand nur, dass es irgendein Tier war und Nathan meinte zu erkennen, dass es Flügel hatte.
Mittlerweile hatte die Gruppe die Stadttore erreicht. Nathan konnte sehen, dass einer von ihnen, augenscheinlich ihr Anführer, mit der Torwache sprach, dann betraten sie die Stadt.
„Kommt“, sagte Nathans Vater, „Lasst uns hinunter gehen und diese Leute mal genauer ansehen.“
Während sie die Stufen hinab stiegen, fragte Koito Nathan leise:
„Glaubste, sie sin ’ne Gefahr?“
„Ich weiß es nicht, aber ich glaube nicht. Wenn sie die Stadt hätten angreifen wollen, dann hätten sie es sicher schon getan, oder nicht? Außerdem würden sie dann sicher nicht einfach so hier hereinspazieren, meinst du nicht?“
Es sei denn, Nathan schluckte, sie wären so stark, dass sie niemanden hier fürchten müssten...
Aber er sprach es nicht aus, um Koito nicht zu beunruhigen. Als er jedoch seinen Vater ansah, wusste er, dass ihm derselbe Gedanke gekommen war. Er schauderte.
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Tenebria

Schüler

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19

Samstag, 19. Januar 2008, 21:21

Zu deiner Kritik:

Ich bin zwar gerade erst beim 10 Eintrag aber ich muss sagen, die Geschichte gefällt mir. Zu beginn hätte ich vielleicht etwas mehr über das Land geschrieben, aber im Nachhinein, ist es nebensächlich geworden. Das einzige, was mich stört ist, dass du noch keine Beschreibung deiner Heldin gegeben hast, außer den Merkmalen, die das Kind der Prophezeiung hat. ?( Man kan sie sich schwer vorstellen, oder man muss es aus ihrer sich sehen.

Wenn ich wieder Zeit und Muße habe, lese ich auf jedenfall weiter, ist sehr spannend. :love: Es ist sehr ansprechend und fesselnd geschrieben. Ich hoffe du ziehst deinen Wunsch mit dem Zweitjob wirklich durch, ich habe es immer noch nicht geschafft, obwohl ich schon mehrere Geschichten fertig habe. Ich bin halt mit ihnen unzufrieden. X(
. . .

Cremia

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20

Sonntag, 20. Januar 2008, 12:41

thx^^
ja ich glaub ich muss beide Hauptcharaktere noch n bissl deutlicher beschreiben...-.-
vielleicht mach ich das im Lauf der Geschichte nebenbei...
nya ich hoffe auch, dass ich noch in diesem Leben fertig werde :rolleyes: ;)
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