Ich will ja später nebenberuflich Schriftstellerin werden, und wollte deswegen mal fragen, wie euch der Anfang meines 1. Buches gefällt!
Achja und ich bräuchte auch noch 'nen Titel
Prolog
Tarjen stand am Fenster und schaute mit besorgter Miene hinaus auf das Land.
Warum ausgerechnet sie? Wieso musste gerade ihm und seiner geliebten Seljea ein solches Unglück wiederfahren?
Traurig wandte er den Blick vom Fenster und bemerkte erstaunt, dass Seljea lautlos hinter ihn getreten war. Sie sah ihn fragend an.
„Warum bist du so bedrückt? Freu dich, dass gerade dir und mir das Kind der Prophezeiung geboren ist. Jesra wird einmal etwas großes leisten!“
Tarjen lachte bitter auf. Es war nicht so, dass er seine Tochter deswegen nicht geliebt hätte, aber ihm machte etwas sehr große Sorgen.
„Und welchen Preis wird sie dafür zahlen? Wie viel Freude wird sie entbehren müssen, wie viele Freunde verlassen, wie vielen Gefahren ausgesetzt sein?
Und was wird sie davon halten, was wird sie sagen, wenn wir es ihr einmal erzählen müssen? Außerdem weißt du ebenso gut wie ich, dass solche Kinder oft in großer Gefahr sind, wir werden sie stark schützen müssen, damit kein Skeiyaner sie raubt und ausbildet.“
Seljea sah ihn erstaunt an.
„Aber in der Prophezeiung ist doch die Rede davon, dass auch die Skeiyaner -„
„Ja natürlich, aber genau das würde eine Entführung noch sinnvoller machen,“
, unterbrach Tarjen sie, „dann hätten sie zwei außergewöhnliche Kinder, denn bedenke, dass Jesra nicht einfach nur mit der herkömmlichen Reyanermagie ausgestattet sein wird, nein, an ihrem 17. Geburtstag wird ihre besondere Begabung, worin sie auch bestehen mag, zu Tage treten.“
Seljea öffnete den Mund, um zu antworten, doch da hörten sie plötzlich eine Stimme schreien. „Ich muss mich um Jesra kümmern.“, sagte Seljea leise und ging in ihr Schlafzimmer, um dem Kind etwas vorzusingen.
Seufzend wandte sich Tarjen wieder zum Fenster um, als sein Blick an einer offenen Schriftrolle auf dem kleinen dunklen Holztisch gegenüber hängen blieb.
Er wusste, was es war: Die Prophezeiung. Und obwohl er sie schon ein Dutzend Mal gelesen hatte, ging er hinüber, um sie noch ein weiteres Mal zu lesen.
Sie lautete:
Zwei Kinder werden geboren werden
in der Zeit des Sturms den zwei verfeindeten Völkern.
Erkennbar beide nur an drei Zeichen:
Goldene Augen schimmernd hell,
besondere Gaben, die nur vor einander weichen.
Und zuletzt, das sieht man schnell,
auf der linken Schulter des einen das Bild des Adlers
und auf der rechten Schulter des anderen das des Drachen
.
Tarjen ließ die Rolle sinken. Es gab keinen Zweifel, das Jesra eines der besagten Kinder war. Er legte die Rolle auf den Tisch zurück und starrte wieder aus dem Fenster.
Von irgendwoher glaubte er den Schrei eines Adlers vermischt mit dem Brüllen eines Drachen zu hören.
1.Kapitel
Jesra schubste Naiskas von ihrem Bauch. „Ich hab jetzt überhaupt keine Zeit mit dir zu spielen, ich muss für meine Prüfung morgen lernen!!!!“, schimpfte sie, als der Kater sie vorwurfsvoll ansah. Nachdenklich rieb sie sich die langen, spitzen, fast senkrecht vom Kopf abstehenden Ohren. Jesra war eine Reyanerin. Alle Reyaner haben lange, spitze Ohren, ganz im Gegensatz zu den kleinohrigen Skeiyaner, die im dunklen Nachbarland lebten. Reyaner und Skeiyaner hegten eine große Feindschaft gegeneinander, die schon Jahrhunderte andauerte. Kriege waren deshalb schon geführt worden, bis endlich ein Friedensabkommen geschlossen wurde, das nicht aus oder dem Wunsch zum Vertragen der beiden Länder, sondern um der Bevölkerung weitere Leiden des Krieges zu ersparen.
„Du könntest ruhig mal ein bisschen netter zu einem armen Jeshakater sein, der schwer krank ist!“, schmollte Naiskas beleidigt, „Schließlich hat nicht jeder einen sprechenden Kater.“ „Ja, ja, ja, du kannst mir viel erzählen. Vielleicht hat nicht jeder einen Jeshakater, aber es gibt noch andere Tiere, außer dir, die eine besondere Begabung haben, wie zum Beispiel Shielas Ayienlöwe Teschko!“ Ayientiere waren, genau wie Jeshatiere, einige der magischen Tiere in Reya. Niemand wusste, wo sie herkamen und ob es in Skeiya auch solche oder zumindest ähnliche Tiere gab. Alle Jeshatiere hatten eine bestimmt Fell- oder Schuppenfärbung auf dem Rücken, welche sich sehr von dem der Ayientiere unterschied. Gemeinsam hatten beide Arten nur, dass sie, egal um was für ein Jesha- oder Ayientier es sich handelte, selten größer als Schäferhunde wurden, die meisten eher kleiner. Naiskas war mehr oder weniger normalgroß für einen Jeshakater, während Ayienlöwe Teschko extrem groß war. Außerdem besaß jedes dieser Tiere eine andere magische Gabe. Während Naiskas sprechen (was Jesra manchmal eher wie ein Fluch statt einer besonderen Gabe vorkam) und unglaublich schnell rennen konnte, bestand Teschkos magische Gabe darin, dass er fliegen konnte. In früheren Jahren hatte auch er die Gabe besessen, zu sprechen, aber seit seine Eltern im Krieg gegen Skeiya getötet worden waren hatte er kein Wort mehr gesprochen, worüber Sheila sehr traurig war, musste sie sich nun mit Hilfe von Zeichen mit Teschko unterhalten. Außerdem vermisste sie seine grollende und doch sanfte Stimme.
„Und, glaubst du, du schaffst das morgen?“, maunzte Naiskas mit leichtem Spott in der Stimme. „Wird schon klappen...“, murmelte Jesra und wich Neiskas’ schlitzpupilligem Blick aus, „Ich darf nicht durch die Prüfung fallen, wenn ich in die Gemeinschaft des Schwertes eintreten will...“
Naiskas kratzte sich lediglich hinter den Ohren, er hielt nicht viel von Jesras Traum, das wusste sie.
“Jesraaaaaaa!!!“ Ein Ruf durch das Metallrohr an ihrem Bett, das durch das halbe Haus von ihrem Zimmer bis in die Küche reichte, schreckte sie aus ihren Gedanken, es war die Stimme ihrer Mutter. Ihr Vater lebte wahrscheinlich nicht mehr, er war im Krieg spurlos verschwunden. Wehmütig dachte Jesra daran, was er gesagt hatte, als er ihr das Rohr eingebaut hatte:
„Damit wir dich früh aus dem Bett scheuchen können.“ Doch nun würde er sie wahrscheinlich nie wieder morgens mit seiner fröhlichen Stimme wecken...
Jesra seufzte tief, dann rief sie zurück: „Ja, Mutter, was ist denn?“
Veni- Vidi - Abii...
(Ich kam, sah und ging wieder... )
Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Cremia« (29. November 2008, 22:38)