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Buchvorstellung Riptide

Tryzz

Board-Aristokrat

Beiträge: 174

Geburtstag: 26. September 1988 (23)

Geschlecht: Männlich

1

Freitag, 17. August 2007, 18:56

Riptide

Douglas Preston, Lincoln Child




Beschreibung á la Buch.de:

Seit 200 Jahren liegt der Schatz des Piraten Edward Ockham in einem raffinierten Stollensystem auf der Insel Ragged Island versteckt. Unzählige Abenteurer versuchten ihn zu bergen - und bezahlten dafür mit ihrem Leben. Denn auf Ragged Island lastet ein tödlicher Fluch. Als der Mediziner Malin Hatch das Geheimnis lüften will, bringt er sich unwissentlich in höchste Gefahr. Wirklichkeitsnah und spannend: Das Buch des Autorenduos Preston und Child ist zugleich Schatzsuchergeschichte und Wissenschaftsthriller.

Eigene Meinung:


Mal wieder eines der Bücher, an denen man in der Buchhandlung völlig desinteressiert dran vorbeistolziert und es daher doch ein wenig argwöhnisch betrachtet, wenn es dann doch irgendwann einmal als nett gemeintes Geburtstagsgeschenk auf dem Schreibtisch liegt.
Da ich in der Hauptsache aber historische Romane bevorzuge, las ich die ersten Seiten auch dementsprechend skeptisch, und war trotzdem nach wenigen Seiten hell auf begeistert.
Nach wenigen Seiten begann man sich förmlich in die Lage des jungen Mediziners hineinzuversetzen, und konnte sein Dilemma gut nachvollziehen. Sämtliche Personen die in diesem Buch eine tragende Rolle spielen, sind wunderbar detailliert, aber dennoch nicht langweilig in die Länge gezogen, beschrieben, und man merkt, wie man selbst langsam aber sicher damit anfängt Sympathiepunkte zu verteilen. Gerade durch die authentische Beschreibungen der Protagonisten mit sämtlichen Macken und Marotten, ist dies aber ein schwieriges Unterfangen, da sich einem irgendwie jede Figur ins Gedächtnis brennt und sowohl die „guten“ als auch die „bösen“ ihren Bonus bekommen. Insofern bietet sich mir hier eine weitere Gelegenheit für positive Kritik, da es in nicht wenigen Bücher diese langweilige Form der abgehackten Übergänge von den Bösewichten zu den Rettern gibt, und dieses Buch durch bündig, aber ausführlich beschriebene Schicksale die Möglichkeit offen lässt, jede Person aus einer anderen Sichtweise zu betrachten.
Der Inhalt als solches ist darüber hinaus doppelt interessant, da sich hinter der hier erfundenen Insel „Ragged Island“ nichts weiter als das ominöse Rattenloch von“ Oak Island“ verbirgt. Das Buch ist also wieder eine Verknüpfung realer Begebenheiten, mit einer eigenen Handlung und fiktiven Personen. Spätestens hier lag für mich also der letzte Grund, das Buch als lesenswert zu betrachten, und wer es über die zugegebenermaßen ein wenig fahrigen ersten Seiten mit der Einführung schafft, wird sehen, dass die kommenden Seiten vor elektrisierender Spannung platzen. Die Autoren führen deutlich vor Augen, wie schwer es selbst mit modernsten Mitteln ist, eine solche Expedition durchzuführen, und mit welchen Gefahren sie verbunden ist. Hierbei wird einem dann auch erst einmal bewusst, wie schwer es die unzähligen Generationen vor ihnen gehabt haben mussten. Denn auch hier hält sich das Buch an die historischen Vorgaben, und schildert bildlich die enorme Anziehungskraft, die ein angeblich verborgener Schatz hat, sodass man mit fast 100%iger Sicherheit einen Eindruck davon bekommt, wie sehr diese Insel nun schon einem Käse ähneln muss.
Darüber hinaus ist bemerkenswert inwieweit man sich mit der Hauptperson und seinem tragischen Schicksal identifiziert, oder zumindest ein gewisses Mitgefühl entwickelt, was seinen Höhepunkt im Fund der Leiche seines Jahrzehnte zuvor verunglückten Bruders gipfelt.
Zum Schluss bleibt zu sagen, dass das Buch auch in seinem Aufbau gut strukturiert ist, und sogar das eigentlich überflüssige, aber so typische theatralische Happy End, gar nicht so fehl am Platz wirkt, bzw. man sich aufgrund der so detailreichen Personenbeschreibung für den letztendlichen Glückspilz freut. Zwar ist die Sprache hohen Anforderungen an den Geist garniert, punktet durch seine Einfachheit aber, da dieser Umstand hervorragend mit der Spannung harmoniert, so dass man das Buch einmal angefangen, vor 3 Stunden nicht wieder aus der Hand legen wird.





Bewertung:


Spannung: 5/5
1A Spannung, unbestreitbar packend.

Inhalt: 4/5
Ein interessantes Thema treffend und unterhaltsam verschriftlicht.

Stil: 3/5
Einfach zu lesen, aber dafür auch leicht zu verstehen.
- Rettet die Tabellenstruktur