Rad der Zeit
Rad der Zeit von Robert Jordan
Da es von Buch.de keine Beschreibung von der Saga gibt, hier eine kurze Einleitung von Wikipedia:
Inhaltlich dreht sich der Zyklus um den altbekannten Kampf zwischen „Gut“ und „Böse“. Der Bauernsohn Rand al’Thor wächst in dem isoliert gelegenen Gebiet der Zwei Flüsse auf, bis er mit einigen Freunden vor Trollocs („Tiermenschen“) fliehen muss. Unterstützt werden sie bei der Flucht von einer Aes Sedai genannten Moiraine. Nur Frauen dürfen Die Macht nutzen, da die männliche Hälfte mit dem Makel des dunklen Königs befleckt ist. Alle Männer die diese Macht nutzen, verfallen über kurz oder lang dem Wahnsinn und verwüsten das Land dabei mit ihren magischen Kräften. Die weitere Geschichte enthält viele Elemente des u.a. von Tolkien begründeten Schemas eines Fantasyromans der Gattung High Fantasy, bereichert dieses Genre aber auch um Neues.
Eigene Meinung:
Das Rad der Zeit ist ein sehr langer Zyklus. Deswegen kann ich als Leserin, die bisher ein Drittel von der Serie gelesen hat, nicht endgültig sagen, was ich von der Serie letztendlich halte. Allgemeine Erfahrung hat aber bewiesen, dass die Serie über die ca. 20 Jahre, in denen Robert Jordan schon an den Teilen schreibt, immer mehr Anhänger und teilweise auch beinahe fanatische Fans erhalten hat und das trotz der unglaublichen Länge.
Das Rad der Zeit, im Englischen "Wheel of Time", hat in der Originalversion bisher 11 Bände, die alle zwischen 600 und 900 Seiten füllen. Das Preis-Leistungsverhältnis ist dabei recht günstig. Man kann einen englischsprachigen Band für ca. 10-12 Euro erhalten. Der deutsche Verlag zeigt sich dort ein wenig inkompetenter: Die englischen Bände wurden im Deutschen wiederum in mehrere Bände aufgeteilt, was ich persönlich für Geldmacherei halte. So antstanden aus den 11 Bänden im Deutschen 31 Bände, die allesamt um die 9-10 Euro kosten.
Dennoch zeigt die deutsche Version Besserung: Seit kurzem erscheinen neue Bände, die genau den Bänden im Englischen entsprechen. Bisher sind davon 3 Stück erschienen.
Die Story:
Was von Wikipedia als eine sehr flache Story (die 0-8-15-Geschichte) beschrieben wird, fühlt sich beim Lesen absolut anders an. Die Story ist sehr gut durchdacht und zeigt immer wieder neue, interessante Aspekte auf. Robert Jordan weiß, wie er seine Leser zu fesseln hat und schafft dies auch immer wieder. Der einzige Makel ist der Anfang der Geschichte. Diese beginnt zunächst ein wenig schleppend, aber das ist bei den vielen, vielen schönen Momenten, die folgen, absolut zu vernachlässigen.
Jeder Band könnte auch für sich allein stehen, denn jeder läuft merklich auf einen Höhepunkt hinaus. Besonders gut ist, dass jedes Mal in einem Band, wenn Charaktere aus frühere Bänden auftauchen, diese noch einmal kurz beschrieben werden. Dadurch erlangt man auch einen Überblick, wenn man erst beispielsweise beim zweiten oder dritten Teil beginnt zu lesen. Das einem die ganzen, vielen, schönen Details aus der Geschichte dabei aber verloren gehen, sollte klar sein, denn diese Saga ist nur im Ganzen ein riesiges Kunstwerk.
Jordan scheint besonders lang beschreiben zu können. Manchmal passiert über viele Seiten nicht besonders viel, aber dennoch ist alles irgendwo wichtig. Diese Weitschweifigkeit aber schadet der Geschichte nur an seltenen und kurzen Stellen.
Die Charaktere sind gut durchdacht, sehr naturalistisch und sehr charismatisch. Ich erwische mich sogar, für einige Hauptcharaktere Sympathien oder gerade das Gegenteil zu entwickeln, weil sie Menschen wie aus dem Leben geschnitten sind. Dabei sind es keine Stereotypen wie häufig bei anderen Fantasy-Romanen (Bsp.: Ein Dieb ist fast immer frech, hinterhältig und kämpft mit Dolchen oder anderem Assassinen-Utensilien), sondern sehr abwechslungsreich.
Auch die einzelnen Völker, Religionen usw. der Welt des Rads der Zeit sind sehr gut durchdacht und vielfältiger und vor allem unterschiedlicher als Völker aus vielen anderen Fantasy-Romanen. Man findet sehr wenige, fast keine, Verbindungen zu unserer realen Welt vom Verhalten der Menschen aus oder von ihrer Kultur her. Im Rad der Zeit gefangen fühlt man sich wirklich wie in einer vollkommen anderen Welt.
Die deutsche Übersetzung...
...kann man nur lesen, wenn man kein Stück der englischen Originalversion gelesen hat. Selbst die Titel der einzelnen Bücher klingen im Deutschen, verglichen zum Englischen, wie unbeholfenes "Wie soll ich das bloß übersetzen?"-blabla.
The Dark Lord = der dunkle König
The Dragon Reborn = der wiedergeborene Drache
Ich bin da der Meinung, dass das Englische stark an seiner Melodie verliert.
Aber dies ist bestimmt nur Gewöhnungssache und da ich Verfechter von Originalversionen bin, bitte ich doch ausdrücklich, euch eure eigene Meinung darüber zu bilden
Bewertung:
Wie sich einige von euch vielleicht denken können, ist es schwer, über eine lange Serie eine kurze Meinung anzugeben. Deswegen gebe ich hier die Meinung zu den einzelnen Bänden:
Band 1 (The Eye of the World / Die Suche nach dem Auge der Welt):
Spannung: 3/5
Inhalt: 4/5
Stil: 5/5
Gesamt: 4/5
Band 2 (The Great Hunt / Die Jagd beginnt):
Spannung: 4/5
Inhalt: 5/5
Stil: 5/5
Gesamt: 5/5
Band 3 (The Dragon Reborn / Die Rückkehr des Drachen):
Spannung: 4/5
Inhalt: 4/5
Stil: 5/5
Gesamt: 4,5/5
Band 4 (The Shadow Rising / noch nicht verfügbar):
Spannung: 3,5/5 (weil lahmer Anfang)
Inhalt: 4/5
Stil: 4/5
Gesamt: 4/5
Angemerkt sei, dass ich die Bände größtenteils im englischen Original gelesen habe und keine kompetente Aussage über den deutschen Stil sagen kann.
Eure Miat
Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Miat« (17. September 2007, 01:22)