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Buchvorstellung Das Magdalena-Evangelium

Tryzz

Board-Aristokrat

Beiträge: 174

Geburtstag: 26. September 1988 (23)

Geschlecht: Männlich

1

Freitag, 3. August 2007, 15:41

Das Magdalena-Evangelium

Kathleen McGowan - Das Magdalena-Evangelium




Beschreibung á la Buch.de:
Maureen Paschal ist eine amerikanische Journalistin – jung, weltoffen, emanzipiert. Sie hat ein erfolgreiches Buch über verkannte Frauen in der Geschichte geschrieben. Bei ihren Recherchen ist sie auf die Gestalt der Maria Magdalena gestoßen, die sie aus unerfindlichen Gründen fasziniert. Ihre Recherchen führen Maureen nach Israel. Dort, in den staubigen Gassen Jerusalems, hat sie eine Vision. Eine verschleierte Frau erscheint ihr in der Menge, und Maureen spürt die stumme Bitte in ihren Augen: „Hilf mir!“. Maureens geordnetes Leben gerät aus den Fugen. Ein mysteriöser schottischer Adeliger überhäuft sie mit Blumen und lädt sie ein nach Frankreich. Berenger Sinclair träumt von der Erfüllung einer Legende. In der felsigen Öde des Languedoc liegt, so heißt es, ein Schatz verborgen. Ein einzigartiges Dokument, das nur von einer ganz besonderen Person gehoben werden kann, die für diese Aufgabe vorherbestimmt ist. Lord Sinclair ist überzeugt, in Maureen Paschal die Verheißene gefunden zu haben. Dies glaubt auch der Orden der Gerechten, eine geheime Gesellschaft, die seit Jahrhunderten in ganz Europa und den Vereinigten Staaten gewirkt hat. Der Orden ist besessen von dem Schatz, und er schreckt vor nichts zurück, um die kostbaren Schriften an sich zu bringen – und alle aus dem Weg zu räumen, die sich ihm entgegenstellen. Doch Maria Magdalena hat ihre eigenen Pläne mit den Menschen. Ihr Vermächtnis wirkt über die Zeiten hinweg, um die Welt zu verändern. Und jeden, der die Wahrheit erkennt.

Eigene Meinung:
Eigentlich ist es dem Zufall zu verdanken dass ich erst auf dieses Buch aufmerksam wurde.
Zu erst kam es mir, bzw. dem Buch ziemlich entgegen, dass sich mein als so genannter „Sommerurlaub“ als einziges Regenfest entpuppte, so dass ich in den Tagen und Nächten zu ziemlich nichts anderem als lesen und schlafen kam und meine eigenen Bücher somit in ziemlich kurzer Zeit durchgelesen hatte. Ein weiterer glücklicher Umstand bewirkte, dass das Riesenloch in meinem Budget nicht gerade begeistert von der Idee war, durch kostspielige Buchinvestitionen nur noch weiter ausgedehnt zu werden, weshalb ich in meiner lieben Not auf irgendwelche „alten“ Bücher von meiner Mutter zurückgreifen musste.
Ich hab jedoch schon nach den ersten 50 Seiten gemerkt, dass meine Vorurteile über ihre Schundbücher mal wieder ziemlich fehl am Platz waren, da die gute Kathleen McGowan es echt drauf hat, beim Leser die Lust auf weitere Seiten hervorzulocken. Es ist ihr meiner Meinung nach sehr gut gelungen, eine spannende Story aufzubauen, die auch durch die vielen Zeitsprünge nicht kaputt gemacht wird. Viel mehr wird dadurch die Spannung, die in wirklich fast jeder Seite steckt, nur noch mehr unterstrichen, und macht das Buch insgesamt zu einem sehr interessanten Werk.
Einen weiteren Pluspunkt erhält das Buch von mir durch die etwas andere Darstellung vieler, in der Historie immer als Buhmänner der Nation dargestellten, Personen. Insbesondere dürfte dieses Buch Frauenaktivisten gefallen, da auch kräftig mit der vorherrschenden Meinung über Frauen in der Kirche, hier vertreten von Magdalena, aufgeräumt wird. Sie werden detailliert und lebensnahe beschrieben, sodass es leicht fällt, sich in die Geschichte hineinzuversetzen, und die Handlungen nachzuvollziehen.
Zwar bedurfte es am Anfang ein paar Seiten des typischen Einleitungsgefasels, doch der sympathisch und gewissermaßen anziehende Charakter der Protagonistin lässt einen darüber hinwegblicken, bzw. vollkommen vergessen, genauso wie all die andern Figuren mit ihren prägenden Merkmalen eine interessante „Gesellschaft“ darstellen.
McGowan knüpft gekonnt die Überläufe zwischen einzelnen Kapiteln und schafft das, wobei viele anderen Autoren, die dasselbe Genre behandelten, vor ihr scheiterten; Sie holt aus einem der wohl ausgelutschtesten Themen, eine derartig fesselnde Spannung heraus, dass man als Laie dieser Theorien zum Anhänger wird, und als Interessierter, eigene Standpunkte und Vorlieben wieder findet. Durch eine moderne, aber gleichzeitig auch einfache Schreibweise, ist es ein relativ einfach zu lesendes Buch. Durch viele humoristische Aspekte und einigen typischen Klischees entlockt es außerdem selbst den grimmigsten Miesepetern das ein oder andere Lächeln. Das einzige Manko bleibt in der knappen Form und der überdramatisiertem Ende inklusive Anhang + Danksagungen zu finden. Auch wenn an diesem Buch mehrere Jahrzehnte geschrieben wurde, kam mir dennoch der Eindruck auf, als fehle es hier und da an beweiskräftigen Recherchen, die gewisse Theorien untermauern würden. Dadurch wurde mein Gesamteindruck von diesem Buch dahingehend beeinflusst, dass ich in ihm eben nicht den Quasi-Aufruf zur Revision so mancher Geschichtsepochen ansehe, sondern einfach nur einen sehr guten Thriller, der einem gewisse Personen sympathischer näher bringt.



Bewertung:

Spannung: 4/5
Spannend bis zu letzten Seite, mit einigen kleineren Ausfällen

Inhalt: 4/5
Eine sehr gute Vorstellung, wie man aus einem abgegriffenen Thema noch das letzte herausholen kann.

Stil: 4/5
Eine einfache, aber dafür leicht verständliche Schreibweise, stellenweise garniert mit Schmunzeleffekten. – Gut geschrieben
- Rettet die Tabellenstruktur