Kapitel 5
~Seltsame Träume~
Zelda und Semiramis saßen im Schlossgarten auf jener kleinen Mauer. Zelda spielte traurig ihre Harfe, welche hellblau war und der Form eines Hufeisens ähnelte. Die Saiten waren zwischen einem Balken, der die auseinanderlaufenden Enden, kurz vor deren Schluss, verband, und dem ebenen untersten Teil, gespannt. Semi lauschte entspannt aber auch betrübt der wohlklingenden Melodie, noch nie zuvor hatte sie diese gehört. Es war ihre Idee gewesen das Zelda das Instrument spielen sollte. Semi wollte sie somit etwas ablenken. Doch richtig war es ihr nicht gelungen. Zelda dachte noch immer an ihren Verlobten Link, denn ab und an lief ihr eine Träne über die Wange und tropfte an ihrem Kinn hinunter. Plötzlich brach Zelda das Harfenspiel ab. „Warum spielt ihr nicht weiter? Die Melodie ist wunderschön.“, sagte Semi vorsichtig. „Ja, nur mir ist ein seltsamer Zusammenhang in den Sinn gekommen. Diese Träume haben sicherlich etwas zu bedeuten. Vielleicht hängt auch der Zustand von Link damit zusammen. Es schien als würde er sehr tief schlafen.“, erklärte sie, und wieder lief ihr eine Träne übers Gesicht. Sie schloss ihre verweinten Augen.
„Habt ihr denn auch solche Träume?“, fragte die Gerudo nach. „Ja auch wir Weisen und der Held der Zeit sind nicht verschont geblieben. Doch ich habe jede Nacht den selben Traum. Keine Nacht schlafe ich mehr ruhig.“ „Wenn ich fragen darf, um was geht es in eurem Traum?“, erkundigte sich Semi mit versteckter Neugier. „Wenn du es Erfahren möchtest, dann erzähle ich es dir: Ich stehe inmitten seltsamer, mir unbekannter Ruinen. Verwirrt schaue ich umher. Doch kann ich nicht mehr als Ruinen sehen, denn der Rest meiner Umgebung wird von Nebel verdeckt. Ich laufe los, hektisch und nervös. Nach einiger Zeit höre ich einen Schrei. Ich kenne die Stimme sehr gut. Erschrocken gehe ich in die Richtung des Geräusches. Hinter einer Mauer sehe ich...“, sie zögerte kurz, „sehe ich Link auf dem Bauch, in seinem eigenen Blut liegen. Eine Wunde klafft, in seiner linken Rückenhälfte. Seine sonst grüne Tunika, hat sich um die Wunde rot gefärbt. Sein Gesicht kann ich nicht sehen. Neben ihm liegt ein großes blutverschmiertes Schwert. Ich weiche verstört einige Schritte zurück, und stoße gegen jemanden.
Die Person hinter mir packt mich an den Armen, und dreht mich um. Ich blicke in das Gesicht Ganondorfs. Ich schreie auf. Er beginnt gehässig zu lachen. Seine linke Hand packt meinen Hals. Mit der rechten Hand streicht er über mein Gesicht. Seine Augen mustern mich. Der Druck um meinen Hals wird fester, ich kann mich fast nicht mehr rühren, das Atmen fällt mir schwerer. Verzweifelt versuche ich seine Hand von meinem Hals zu reißen. Ich sehe das er in seiner rechten Hand eine schwarze Energie-Kugel formt, und schreie nochmals mit letzter Kraft. Danach wache ich auf. Jede Nacht ist es der gleiche Traum. Egal wie sehr ich mich auch bemühe, immer handle ich gleich. Ich weiß nicht was es bedeuten soll, eine Vision kann es jedenfalls nicht sein, da bin ich mir wiederum sicher. Auch Link hat einen solchen Alptraum, doch geht sein Traum jede Nacht ein Stück weiter, so erzählte er es mir. Aber jetzt...“, endete sie, und schluchzte leise. „Die Weisen werden ihm schon helfen können!“, versuchte Semi die Prinzessin zu trösten.
„Ich glaube nicht, dass sie es schaffen können, da ich ein Kind erwarte darf ich meine Zauberkräfte nicht vollkommen einsetzen, aber ich bin die mächtigste der sieben Weisen. Ihnen fehlt meine Kraft. Noch dazu hat Rauru mir nicht alles erzählt, das spüre ich. Link...“, sie stoppte, ihre Stimme versagte fast. „Ich bin mir trotzdem sicher das die Weisen eine Lösung finden.“, meinte Semi bestimmt. Die Prinzessin blickte sie mit verweinten Augen an. „Hoffentlich...“, murmelte Zelda leise. „Spielt doch wieder eure Harfe, ihr spielt wunderbar, Prinzessin.“, bemerkte Semi, um die junge Frau auf andere Gedanken zubringen. Zelda nahm erneut ihre Harfe und begann zu spielen. Was Semi nicht wissen konnte war, dass eben diese Harfe Zelda noch mehr an Link erinnerte.
Oft war Link zusammen mit ihr im Schlossgarten gesessen, und hatte der wohlklingenden Melodie gelauscht. Oft hatte er ihr hier gesagt wie sehr er sie liebe, wie sehr er sich auf das Kind freue, und wie schön sie sei. Aber jetzt? Sollte alles aus sein? Gewährte das Schicksal ihnen nicht einmal jetzt Gnade? Sollte sie nie wieder seine zärtliche Umarmung spüren dürfen? Musste sie in der Einsamkeit gefangen bleiben? Jedoch war sie es nicht. Links Kind ruhte unter ihrem Herzen. Der größte Beweis seiner Liebe. Schon deshalb durfte sie nicht aufgeben. Sie musste durchhalten, so unerträglich auch die Situation erschien. Das Schicksal war ihr nicht wohlgesonnen. Wie allezeit. Doch ihr Wille war stark. Sie hatte auch sieben Jahre der Einsamkeit ertragen. Sieben Jahre ewiges Versteckspiel. Sieben Jahre in der Verkleidung eines Mannes. Auch bis zu Letzt durfte sie selbst Link nicht sagen, wer sich unter der Verkleidung verbarg. Gekämpft hatte sie, wie ein Krieger. Als scheinbar ergebener Diener Ganondorfs. Nur so konnte sie dem Großmeister des Bösen entgehen. Mitansehen musste sie, wie das wunderschöne Hyrule ein Land der Angst und Schrecken wurde. Mitansehen musste sie, wie Link sich einsetzte um Hyrule zu retten, um sie zu finden, wie er sieben Jahre seines Lebens opferte. Kämpfe auf Leben und Tod hatte er ausgetragen. Nur für seine Prinzessin. Seine Geliebte. Seine Verlobte. Viele Hindernisse musste ihre Liebe schon damals überwinden. Selbst das Schicksal. Alles umsonst? Nein, sie würde nicht aufgeben. Niemals. Traurig lies sie ihre Gedanken weiter in Erinnerungen träumen.
„Sie spielt die Harfe wunderschön.“, dachte sich Semi und schloss einen kurzen Augenblick die Augen. Ihre Gedanken kreisten umher. Warum eigentlich sie? Sie hatte keine Alpträume, und nun der Fund am See. Warum träumte sie von Dingen, die sie nicht kannte, oder gar nicht von deren Existenz wusste, aber ihre Träume immer wieder der Wahrheit entsprachen? Die junge Gerudo hatte keine Antwort darauf. Doch bald würde sie die Antwort finden.
Ab jetzt dauert's allerdings länger bis der nächste Teil kommt,
denn der muss erst noch geschrieben werden

Vielleicht habe ich in zwei bis drei Wochen
das nächste Kaptel fertig. Mal schauen...
Dieser Beitrag wurde bereits 9 mal editiert, zuletzt von »Naboru« (23. März 2005, 11:43)