meine schnellste Geschichte: Temptress( etwas andere Vampirgeschichte)
Temptress: Kapitel 1
Der Neue
„Sieh mal, Megumi. Du bist wieder die Beste!“ rief ein schüchternes sechzehnjähriges Mädchen aus der Menge, vor der Informationstafel der Schule. Auf der Tafel waren die Prüfungsergebnisse, der Aufnahme in die zweite Jahrgangsstufe der Highshool. Megumi Kansaki stand mit 198 Punkten an oberster Stelle, während Kyoko Fuji mit 179 Punkten den 10. Platz belegte. Obwohl mehrere 179 Punkte hatten. Immerhin hatte auch der Zweitplazierte, Mamoru Honda gerade mal 185 Punkte erreicht. Megumi war halt schon immer weit über dem Durchschnitt. „Natürlich, Kyoko, hast du etwas anderes erwartet?“ antwortete ein selbstbewusstes Mädchen, das gerade erst auf die Tafel zuging. Ihr langes dunkelblondes Haar hatte sie an den Seiten hochgesteckt, wobei sie einige Strähnchen ausließ. Die hellblaue Bluse, das Rote Tuch und der dunkelblaue Rock der Schuluniform betonten besonders ihre blauen Augen. „Natürlich nicht.“ Entgegnete Kyoko. Wie immer zog sie verlegen die Schultern nach Vorne und ließ ihr kinnlanges schwarzes Haar ins Gesicht fallen. Sie bewunderte stets ihre Freundin und war richtig stolz darauf, dass diese sie beachtete. Megumi war die einzige, von den beliebten Mädchen an der Schule, die auch die kleinen Leute nicht übersah. Und sie betrachtete Kyoko, als ihre beste Freundin, der sie wirklich vertrauen konnte. „Ich werde immer die Beste sein.“ Lachte sie hochmütig, obwohl es eigentlich nicht ihre Art war. Aber etwas eingebildet war sie schon. „Dir kann keiner das Wasser reichen.“ Bestätigte Kyoko stolz auf ihre Freundin. Diese Worte ließen einen jungen Mann aufhorchen, der gerade vorbei ging. Er wirkte eher unauffällig und schüchtern, mit seiner leicht nach Vorne gebeugten Haltung, der großen, runden Nickelbrille und den Büchern, in den Händen, die er an die Brust presste. Das einzige, was nicht so ganz in sein Erscheinungsbild passte, war sein rückenlanges Haar, das er zu einem Pferdeschwanz gebunden hatte. Doch von Vorne war es nicht zu sehen, da sein Haar dort kürzer geschnitten war. Er grinste verschlagen und ging weiter.
Den ganzen Tag hörte Megumi nur ein Thema, das durch die gesamte Schule ging. Viele der Schülerinnen und Schüler waren spurlos verschwunden. Einige von ihnen hatte man fast Blutleer in irgendwelchen Gassen gefunden. Andere wiederum sollen sich nur nachts blicken lassen. Diese sollten sich jedoch entschieden verändert haben. Und der Rest war spurlos verschwunden. Ihre persönlichen Gegenstände wurden gelegentlich in einem Aschehaufen gefunden. Langsam ging das Gerücht um, dass Vampire in die Stadt gezogen waren. Aber das konnte doch nicht sein? „Was hältst du davon?“ fragte Kyoko in der Pause. „Das ist doch alles Blödsinn.“ Entgegnete Megumi und winkte ab. „Sag das nicht.“ Entgegnete ihre Freundin. „Ich habe das auch für Blödsinn gehalten, doch dann erzählte mir mein ältester Bruder, Masato, dass er mit eigenen Augen gesehen, dass sein Arbeitskollege zwei Punkte am Hals trug. Es sah aus wie der Biss eines Vampirs.“ Erklärte das Mädchen. Megumi wurde hellhörig. „Und Usuke, mein drittältester Bruder soll angeblich persönlich gesehen haben, wie ein Vampir seine Kommilitonin gebissen haben sollte. Aber niemand wollte ihm glauben, da das Mädchen nicht verschwunden war.“ Erklärte es weiter. Trotzdem konnte Megumi die Geschichte mit den Vampiren nicht glauben. „Hat deine Mutter nichts gesagt?“ fragte sie plötzlich. Megumi merkte auf. Kyoko hatte Recht. „Ja. Meine Mutter sagte mir, dass sie im Krankenhaus immer mehr Fälle von Anämie haben.“ Bestätigte sie. „Deswegen haben sie auch diesen Spezialisten aus Europa eingeladen.“ Erinnerte sich das Mädchen. „Du meinst diesen mysteriösen Mann in den sich deine Mutter verliebt hatte?“ neckte Kyoko ihre Freundin. „Ja genau den.“ Antwortete diese rotzig. „Hast du ihn schon gesehen?“ fragte das schwarzhaarige Mädchen vorsichtig nach. „Nein, aber ich hoffe, dass meine Mutter ihn mir bald vorstellen wird.“ Antwortete die Gefragte mit Zuversicht. Die Glocke ertönte und es ging wieder zum Unterricht. Was sagt ihr dazu, obwohl noch keine Vampire drinn waren???
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Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Tenebria« (30. Januar 2008, 18:28)
also ich finds cool, mir gefallen die Namen der Figuren sehr gut und Megumi erinnert mich an ein Mädchen aus meiner Klasse
her mit den Vampiren
hast du schon mal die Bücher "Bis(s) zum Morgengrauen" und "Bis(s) zur Mittagsstunde gelesen??? Wenn nicht, dann solltest du das schnellstens nachholen!!!
Veni- Vidi - Abii...
(Ich kam, sah und ging wieder... )
ne, wer hat sie denn geschrieben? Eigentlich bin ich keine Leseratte. Darum schreibe ich auch so lange an meinen geschichten. Die Korrektur hat bei einem Buch zwei Jahre gedauert (Es hat auch über 200 DIN A4 Seiten.Schrift 10)
Hier geht es weiter:
Als Megumi nach Hause kam, war sie sehr überrascht, denn ihre Mutter war bereits im Haus. Eigentlich war sie als Herzchirurgin immer im Stress. Und besonders, seit sie diesen Experten im Krankenhaus kenne gelernt hatte. Megumi kannte den Mann zwar nicht, aber sie freute sich für ihre Mutter. Endlich wirkte ihre Mutter glücklich, sein ihr Vater vor fünf Jahren von einem Träger auf einer Baustelle erschlagen wurde. Er war ein renommierter Architekt und beaufsichtigte seine Entwürfe im Bau selber. Auch das Haus, in dem sie wohnten hatte ihr Vater entworfen und bauen lassen.
„Hallo, Mama! Du bist schon zu Hause?“ fragte sie überrascht, als sie sich am Eingang die Schuhe auszog. „Ja, ich bin heute etwas früher gegangen.“ Antwortete diese lächelnd. „Weißt du ich wollte unser Haus noch etwas auf Vordermann bringen.“ Megumi sah ihre Muter sichtlich überrascht an. Das Haus war doch sauber. Und so sehr, auf Kleinigkeiten hatte ihre Mutter doch noch nie geachtet. „Sag mal, Mama, erwarten wir jemand besonderes zu Besuch?“ fragte sie erstaunt. Ihre Mutter neigte verlegen den Kopf und errötete. „Morgen kommt mein Verlobter.“ Antwortete sie ganz leise. „Verlobter?“ rief das Mädchen laut auf. Dann begannen ihre Augen zu leuchten. „Heißt das, er hat dich gefragt?“ Ihre Augen strahlten geradezu. „Ja. Er ist sogar vor mir auf die Knie gegangen.“ Antwortete die Mutter. Dabei wurde sie verlegen, als währe sie ein kleines Schulmädchen. „Und er hat wirklich Zeit gefunden hierher zu kommen?“ fragte sie voller Hoffnung, den ominösen Freund ihrer Mutter endlich kennen zu lernen. Ihre Mutter hatte ihr noch nicht sehr viel von ihm erzählt, doch bislang konnte sich keine Gelegenheit finden, in der sie sich kennen lernen konnten. So war sie richtig gespannt. „Und wie war es bei dir in der Schule?“ wechselte Frau Kansaki schnell das Thema. „Ach Mama, du weißt doch, dass ich bisher die Beste war. Das sollte sich auch nicht ändern.“ Sagte sie bescheiden. „Erzähl mir lieber mehr von dir und deinem Verlobten, Pitrosh.“ Fragte sie gespannt. „Er kommt doch aus Europa?“ „Du wirst ihn ja morgen kennen lernen.“ Antwortete die Mutter blockierend. „Ach übrigens er hat einen Sohn in deinem Alter.“ Fügte sie noch schnell hinzu. „Ich hoffe ihr kommt gut miteinander klar.“ Mit einem Handzeichen deutete sie darauf hin, dass das Thema endgültig beendet war. „Mama, du bist unfair. Du hast mir noch nicht einmal erzählt, wo und wie ihr euch kennen gelernt habt.“ Warf ihr das Mädchen vor. „Wieso ich habe dir doch gesagt, dass wir uns im Krankenhaus kenne gelernt hatten.“ Antwortete die Mutter unverständig. Das Mädchen sah sie erwartungsvoll an. Die Mutter atmete tief durch. „Es war in der Blutbank. Die Krankenschwestern hatte gerade keine Zeit, also wollte ich selber eine Konserve holen. Da traf ich ihn das erste Mal.“ Sie erinnerte sich nur mit Schrecken daran, denn es war kein schöner Anblick, aber sie konnte es ihrer Tochter nicht erzählen. Wie sollte sie auch ihrer Tochter erklären, dass ihr zukünftiger Stiefvater ein… . Sie hielt in dem Gedanken inne. Sie war damals, vor etwa einem halben Jahr derart erschrocken.
Als sie den Raum betrat, war er gerade dabei eine der Blutkonserven auszusaugen. Das konnte man zu beginn noch nicht richtig erkennen, da er ihr den Rücken zugewandt hatte. Außerdem diente auch sein langes Haar als Vorhang. Erschrocken drehte er sich zu ihr um. Erst da sah sie die Konserve in seinen Händen und das Blut von seinen Lippen triefen. Sie schrie erschrocken auf und wollte weglaufen, als er sich ihr blitzschnell in den Weg stellte. „Warten Sie!“ rief er ihr besorgt zu. Das Blut im Gesicht war bereits abgewischt. Da sie an ihm vorbei laufen wollte, griff er sie am rechten Oberarm. „Bitte, haben Sie keine Angst.“ Er drückte sie gegen die Wand und hielt mit seiner Hand ihren Mund geschlossen, damit sie nicht schreien konnte. „Bitte beruhigen Sie sich.“ Versuchte er sie ruhig zu stellen. Der Schock saß ihr in den Knochen, doch seine leise Stimme wirkte so besänftigend. Sein langes Haar fiel nach Vorne und verdeckte erneut sein Gesicht. „Bitte haben Sie keine Angst, ich werde Ihnen mit Sicherheit nichts tun.“ Der Blick seiner leuchtend grünen Augen, der durch die Brille stach, fesselte sie. Sie lockerte sich und hörte auf sich zu wehren. Sofort ließ er sie los.
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Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Tenebria« (30. Januar 2008, 18:30)
„Sind Sie ein Verrückter, oder ein …?“ sie konnte es einfach nicht aussprechen, da sie den Gerüchten, die in der Stadt kursierten, nicht glaubte. „Ein Vampir?“ beendete er ihre Frage. „Ja.“ Antwortete er leise. Irgendwie hatte er das Gefühl ihr trauen zu können, zumal sie nicht ängstlich sondern sachlich fragte. Sie sah ihn überrascht an. „Warum müssen Sie dann hier Blut trinken?“ fragte sie provokant. „Fliegen Vampiren nicht nachts umher und beißen in Hälse?“ Machte sie sich schon fast über ihn lustig. Doch ihm war nicht nach lachen zu Mute. „Ich bin kein blutrünstiges Monster. Aber ich brauche das Blut, weil mein Körper es nicht in ausreichendem Maße herstellt.“ Antwortete er ihr unzufrieden. Sie war sichtlich überrascht, dass er ruhig geblieben war. „Wie viel Blut produziert denn ihr Körper?“ fragte sie nun eher beruflich. „Mein Körper bildet nur ein viertel von dem, was jeder normale Körper bildet.“ Antwortete er sofort. Plötzlich stockte sie. Sie musste irgendwie an alles denken, was sie aus Filmen über Vampire kannte. „Da gibt es einige Fragen, die sich jetzt stellen.“ Sagte sie nachdenklich. Er sah sie überrascht an. Worauf wollte sie nun hinaus? Er sah sie erwartungsvoll an. Sie überlegte noch recht lange, denn offensichtlich hatte sie mehrere Fragen. Und doch kam es ihr sehr blöd vor. „Welche Fragen stellen sich nun?“ fragte er ungeduldig. „Na ja,“ begann sie zögernd, „ich dachte Vampire währen lebendige Tote.“ Sagte sie verschämt. „Sind sie auch.“ Antwortete er sofort. „Und was ist mit dem Sonnenlicht? Verbrennen sie wirklich in der Sonne?“ fragte sie weiter. „Das ist so nicht ganz korrekt.“ Widersprach er bedingt. „Vampire sind tot, somit haben sie kein eigenes Blut im Körper, sondern Gift. Dieses Gift beschleunigt die Regeneration der Zellen. Doch es wird von den UV-Strahlen zerstört, die Zellen können sich nicht mehr erneuern und zerfallen. Der Prozess geht so schnell vor sich, dass die Zellen zu dampfen beginnen. So sieht es aus, als würden sie verbrennen.“ Antwortete er wissenschaftlich einfach. Sie sah ihn überrascht an. Er hatte doch vorhin gesagt, dass sein Körper ein Viertel des Blutes selbst erzeugt. Warum sagte er nun, dass ein Vampir kein eigenes Blut hat? Aber eine andere Frage stellte sich ihr zuerst. „Entschuldigung, aber warum reden Sie von Vampiren, als würden Sie nicht dazu gehören?“ fragte sie unerwartet. Nun blieb er stocken. „Na, ja.“ Zögerte er. „Weil ich nicht so ganz dazu gehöre.“ Sie sah ihn verwundert an. „Ich bin ein Halbvampir.“ Antwortete er bescheiden. „Halbvampir?“ fragte sie nochmals nach. „Heißt das, eins Ihrer Eltern war ein Vampir und das andere ein Mensch?“ überlegte sie laut. Er begann zu schmunzeln. „Nein, das währe unmöglich.“ Amüsierte er sich über ihre Aussage. Nun sah sie ihn fragend an. „Vampire sind doch Tote. Und tote Materie kann keine Lebende hervorbringen.“ Erklärte er. Sie sah ihn immer noch verwirrt an. „Vampire sind zeugungsunfähig.“ Erläuterte er es etwas anders. „Aber…“ sie sah ihn zerstreut an. „Meine Mutter war mit mir schwanger, als sie von einem Vampir gebissen wurde. Ich bin dann noch während der Umwandlung zur Welt gekommen.“ Sagte er mit einer sanften Stimme. „Ich hatte zwar schon das Gift des Vampirs in mir, doch es hatte mich nicht wirklich getötet. Ich bin quasi ein lebender Vampir.“ Sagte er bitter lächelnd. „Heißt das, Ihnen macht die Sonne nichts aus?“ fragte sie überrascht, da es immerhin mitten an Tag war. „Nicht ganz.“ Antwortete er zögernd. Im gleichen Moment öffnete sich die Tür und eine Krankenschwester trat hinein.
Aber wenn ihr keine Lust habt weiter zu lesen, dann sagt es mir, bitte. Es kommt mir nämlich so vor
So jetzt habe ich meine Skitzen dazu gegeben und auch ein Stück der Geschichte:
„Dr. Kansaki, Dr. Bagul, was machen Sie hier?“ fragte sie sogleich, als sie die Beiden erblickte. Nabiki sah zu dem Mann rüber. „Sie sind Dr. Bagul?“ sie konnte es immer noch nicht fassen. „Wir haben doch vorhin gemeinsam operiert.“ Tuschelte sie vor sich hin. „Aber Ihr Gesicht konnte ich wegen der Maske nicht sehen.“ Die Krankenschwester sah die Beiden immer noch mit einem fragenden Blick an. „Oh, ich wollte nur eine Blutkonserve für den Patienten holen.“ antwortete Dr. Kansaki endlich auf die Frage der Krankenschwester. „Aber er braucht doch kein Blut.“ Unterbrach Dr. Bagul. „Sein Blutverlust, während der OP war doch sehr gering.“ Erklärte er sich sogleich. „Dann gehen wir doch am besten.“ Schlug die Ärztin lächelnd vor. Der neue Doktor schloss sich ihr an. „Sie sind also Frau Dr. Kansaki.“ Betrachtete er sie nun etwas genauer, als sie in den Fahrstuhl stiegen. „Nennen Sie mich einfach Nabiki.“ Stellte sie sich mit dem Vornamen vor. Er lächelte. „Ich heiße Pitrosh.“ Stellte er sich auch vor. „Der Felsenfeste?“ fragte Nabiki überrascht, als sie den Fahrstuhl verließen. „Das wissen Sie?“ fragte er überrascht. „Nun ja, es ist nicht schwer davon auszugehen, dass Pitrosh eine Ableitung von Petrus sein müsste.“ Erklärte sie kurz. Sein Blick wurde plötzlich so tiefsinnig, als würde es ihn an etwas erinnern. „Gibt es einen Grund, warum sie so heißen?“ hackte sie nach. „Meine Großmutter hatte alles aus Entfernung gesehen.“ Seine stimme wurde traurig. „Der Vampir ist sehr schnell verschwunden. Kein Wunder die Sonne war aufgegangen. Meine Mutter war noch zu schwach, um zu fliehen. Sie zerfiel in den Armen meiner Großmutter. Mich hatte sie vorher mit einem Tuch bedeckt. Meine Großmutter dachte, dass ich stärker war und gab mir diesen Namen.“ Plötzlich blieb er stehen. „Und wie ging es weiter?“ fragte Nabiki ungeduldig. Außerdem war da noch die Frage aus der Blutbank, die noch nicht ganz beantwortet war. Er lächelte. „Das erzähle ich das nächste Mal. Jetzt muss ich weiterarbeiten.“ Und schon verschwand er durch die Stationstür.
Nabiki musste lächeln, als sie daran dachte. „Erzähl, Mama. Was war so interessant, dass du nun lächelst?“ fragte Megumi ihre Mutter anstarrend. „Er hat mir schon am ersten Tag sehr viel über seine Familie erzählt.“ Antwortete die Mutter verträumt. Merkwürdig. Dachte sich das Mädchen, doch es sagte nichts. Aber warum hatte er sich noch nie zuvor hier wenigstens kurz blicken lassen? „Las uns lieber einige Vorbereitungen für morgen treffen.“ Lenkte die Mutter wieder ab.
Ist ja schon gut, war grad in der Depriphase wegen Arbeit Danke
hier gehts weiter:
Am nächsten Morgen war Megumi total aufgeregt. Endlich würde sie den mysteriösen Freund ihrer Mutter kennen lernen. Fröhlich betrat sie die Schule, als ihr ihre Freundin mit einem entsetztem Blick entgegen rannte.
„Megumi! Megumi!“ rief sie aus der Puste geratend. „Es ist etwas Schreckliches passiert!“ Sie fiel ihrer Freundin nahezu in die Arme. „Was ist los, Kyoko?“ fragte Megumi besorgt. „Die Testergebnisse…“ sie keuchte immer noch, weil sie zu schnell gerannt war. „Was ist mit den Testergebnissen?“ Das dunkelblonde Mädchen verstand immer noch nicht, was die Freundin meinte. „Die Testergebnisse haben sich verändert.“ Konnte diese endlich wieder normal atmen. „Gestern hatte noch ein neue den Test nachgemacht und hat dich vom ersten Platz verdrängt. Er hatte tatsächlich einen Punkt mehr.“ Sagte sie alles in einem Rutsch. Megumi konnte es nicht fassen und wollte es selber sehen. Schnell lief sie zu der Ergebnistafel. Dort konnte sie sich persönlich überzeugen, dass sie tatsächlich nicht mehr auf dem ersten Platz stand. Wie Kyoko gesagt hatte, hatte ein gewisser Dimitri Bagul tatsächlich einen Punkt mehr gehabt, als sie. Innerlich war sie total aufgewühlt. Doch dann zuckte sie nur mit den Schultern und ging wieder zu ihrer Freundin. „Dann bin ich eben nicht mehr die Beste.“ Sagte sie, als würde es ihr tatsächlich nichts ausmachen. Aber innerlich wurmte es sie doch. Nun konnte sie sowieso nichts mehr ändern. Aber irgendwie war sie auf den neuen Schüller gespannt, der sie überboten hatte. Zumindest hatte er einen merkwürdigen Namen.
Es klingelte zum Unterricht und alle eilten in ihre Klassen. Auch Megumi war mit Kyoko auf ihrem Platz. „Hast du Kenji aus der Parallelklasse gesehen?“ fragte Kyoko mit strahlenden Augen. „Ja, er sieht so süß aus.“ Schwärmte Megumi ihrer Freundin vor. „Willst du ihm sagen, dass du ihn gern hast?“ fragte das schwarzhaarige Mädchen und zog sich sichtlich zusammen. „Nein. Ich warte lieber, bis er mich fragt. Ich will nicht so aufdringlich wirken.“ Antwortete Megumi. Ihre Freundin errötete und senkte beschämt den Blick. „Was ist los, Kyoko?“ fragte ihre Freundin besorgt. „Dann bin ich wohl aufdringlich. Ich habe ihm einen Liebesbrief geschrieben.“ Erklärte sie sich sogleich. Megumi war sichtlich überrascht. Ihre Freundin senkte den Kopf noch tiefer. „Das war nicht aufdringlich, sondern sehr Mutig von dir. Ich würde mich so etwas nie trauen.“ Bewunderte sie ehrlich ihre schüchterne Freundin. Kyoko sah verlegen auf. „Ist das dein Ernst?“ fragte sie ungläubig. Herr Kobajashi, der Englischlehrer kam herein. Alle setzten sich sofort auf ihre Plätze. „Ja.“ Flüsterte das dunkelblonde Mädchen schnell seiner Freundin zu. Immerhin hatte es noch nie den Lehrer im Unterricht gestört. Alle um sie herum starrten den Lehrer an. Immerhin folgte ihm ein junger Mann ins Klassenzimmer. „Ab heute habt ihr einen neuen Mitschüler. Dimitri Bagul.“ Stellte er den Jungen vor, der ihm gefolgt war. Megumi merkte auf. Es war doch der Junge, der besser war als sie. Sofort sah sie rüber, denn bis dato hatte sie zu ihrer Freundin rübergesehen gehabt. „Dimitri kommt aus Europa, aus Rumänien.“ Zeigte der Lehrer erneut auf den Jungen. „Rumänien? Ist das nicht das Land von Graf Dracula?“ fragte einer aus der Klasse. Doch Megumi interessierte es nicht. Sie sah sich den Jungen lieber an. Er war groß, schlank und gutaussehend. Sein blondes Haar fiel ihm in lässigen Strähnen über seine große Nickelbrille ins Gesicht. Irgendwie passte diese Brille nicht zu ihm. „Ja, Transsilvanien liegt tatsächlich in Rumänien.“ Antwortete der Junge. Megumi schmolz dahin. Auch seine Stimme klang einmalig. „Vielleicht bist du sogar selber ein Vampir?“ fragte ein anderer Schüler. Er wollte den Neuen sofort ärgern. „Halt die Klappe, Blödmann.“ Entgegnete ihm ein anderer aufgebracht. „Vampire sterben, wenn sie in die Sonne kommen.“ Erklärte er sogleich seinen Ausbruch.
Herr Kobajashi forderte erst alle zur Ruhe auf. Dann setzte er den Neuen an den freien Platz schräg vor Megumi. Natürlich passte es ihr sehr gut. So konnte sie ihn besser beobachten. Zurückhaltend und schüchtern ging er zum Platz. Irgendwie wirkte er so geheimnisvoll. Als er sich setzte sah sie, dass er langes Haar hatte, es war nur zu einem Pferdeschwanz zusammengebunden und lag unauffällig im Rücken. Das gefiel ihr noch mehr. Ja, dieser junge Mann sagte ihr optisch zu. Offensichtlich war er auch sehr intelligent, da er sie immerhin im Test geschlagen hatte. Jetzt musste sie ihn nur noch richtig kennen lernen. Der Unterricht begann. Es wurden erneut die unregelmäßigen Verben vorgenommen. „Megumi, würdest du bitte; aufhören, verlassen und trauen ins Englische übersetzen und zwar in Present tense, Past tense und past participle.“ Wies der Lehrer das Mädchen an. Megumi hatte nicht aufgepasst und fragte noch einmal nach den Verben. Der Neue sah sie durchdringend an. Sie stockte kurz. Hatte das etwas zu bedeuten? Schnell ging sie zur Tafel und schrieb die drei Worte an die Tafel: aufhören = quit – quit – quit; verlassen = forsake – forsook - forsaken; trauen = trust – trust – trust. Sobald sie es fertiggeschrieben hatte setzte sie sich hin. Dabei warf sie einen verwegenen Blick dem Neuen zu. Dieser lächelte sie merkwürdig an. „Richtig, Megumi, danke. Seht ihr wie einfach es ist. Dann hoffe ich, dass es bei euch allen nächste Woche im Test es genauso schnell geht.“ Lobte er das Mädchen und ermunterte die gesamte Klasse. Plötzlich meldete sich der Neue. „Dimitri, du hast noch eine Frage?“ rief er ihn auf. „Es ist keine Frage, sondern eine Korrektur.“ Sagte der Junge. „Aufhören: quit kann man im past tense und past participe auch quited schreiben.“ Sagte er arrogant und setzte sich wieder. Der Lehrer sah ihn überrascht an. „Das ist korrekt. Danke, dass du uns darauf aufmerksam gemacht hast.“ Bedankte sich der Lehrer. Megumi senkte beschämend den Kopf. „Trotzdem hatte Megumi keinen Fehler gemacht.“ Bemerkte er. Ihr Blick ging langsam zum Neuen rüber. Dieser grinste sie anmaßend an. Erstaunt wich sie zurück. Warum tat er das? Sie hatte ihm doch nichts getan. Oder war das nur ein Zufall? In der Pause kam Kyoko sofort zu Megumi. „Sag mal, Megumi, was hältst du vom Neuen?“ fragte sie bescheiden. Diese sah nachdenklich zu Boden, ohne den Blick zu senken. „Ich weiß nicht so genau. Er sieht gut aus und ist sehr klug, aber…“ sagte sie mit Skepsis. Sie warf einen unauffälligen Blick zu ihm rüber. „…irgendetwas stimmt nicht mit ihm.“ Sagte sie nachdenklich. „Was meinst du?“ fragte die Freundin sofort nach. „Ich weiß auch nicht genau.“ Antwortete sie sogleich. Da kam auch die Lehrerin herein. Als nächstes hatten sie Mathematik bei Frau Hoshina. Diese war sehr streng und erwartete von ihren Schülern immer das Beste. Trotzdem war sie immer freundlich und mütterlich zu den Schülern. Darum war auch Megumi einer ihrer Lieblingsschülerinnen, da diese sehr fleißig war. Trotzdem behandelte sie immer alle Schüler gleich. Als erstes begrüßte sie ganz freundlich den neuen Schüler. „Ich habe gesehen, dass du sehr gut in Mathematik bist. So hoffe ich auf eine gute Zusammenarbeit.“ Sagte sie freundlich. Dann wandte sie sich an die Klasse. „Wer kann mir sagen, wie man den Umfang eines Kreises berechnet?“ fragte sie freundlich. Viele meldeten sich. Sie nahm den schwächsten von ihnen. „Masami.“ Sie sah den jungen freundlich an, da konnte er nicht mehr nervös sein, was er sonst immer war. „Um den Umfang zu berechnen muss man den Radius eines Kreises verdoppeln und mit Pi multiplizieren.“ Sagte er auf seine komplizierte und sehr langsame Art. „Das ist korrekt.“ Lobte sie ihn. „Und wer kann mir jetzt erklären, wie man den Umfang des dreißigsten Grades der Erde berechnen könnten, wenn die Erde eine Kugel währe?“ Megumi begann sofort in ihrem Notizblock zu kritzeln. Auch der Neue notierte sich etwas. Dann sah er hämisch lächelnd zu ihr rüber. „Was würdet ihr als erstes suchen?“ fragte die Lehrerin weiter und sah dabei eine Schülerin an, die eingeschüchtert wirkte. „Den Radius?“ fragte das Mädchen verängstigt. „Richtig!“ antwortete die Lehrerin und ging weiter durch die Klasse. „Und wie ermittelt man den Radius in diesem Fall?“ fragte sie einen Schüler, an dem sie gerade angekommen war. „Mit dem Satz des Pythagoras?“ fragte dieser unsicher. Dimitri belächelte ihn. Das war dem Jungen sehr unangenehm. Die Lehrein sah missfällig zum Neuen rüber. Doch dieser schämte sich nicht einmal. „Wenn du so sehr über die anderen lachst, dann kannst du mir mit Sicherheit erklären, wie man den dreißigsten Grad einer Kugel berechnet.“ Forderte sie ihn auf. „Sicher.“ Sagte er, stand auf und ging an die Tafel. Dort zeichnete er einen Kreis, teilte ihn vertikal und horizontal in vier gleiche Teile. Dann zog er eine Linie, die das untere Drittel im oberen rechten Viertel abteilte. Anschließend zog er eine wagerechte Linie, vom Punkt, wo sich die letzte Linie mit dem Kreisumfang kreuzte. „Um den Radius des dreißigsten Breitengrads zu errechnen, muss man lediglich cosinus alfa mit c multiplizieren. Und da alfa 30° ist und c dem Radius der Kugel entspricht, kann man es sehr leicht ausrechen.“ Sagte er wieder in seiner arroganten Art. Langsam ekelte Megumi seine Überheblichkeit an. „Du kannst doch nicht einfach alle hier dumm dastehen lassen, nur weil es für dich selbstverständlich ist.“ Rastete sie aus. „Wir beginnen gerade mal mit dem Thema. Da ist es wohl verständlich, dass noch nicht alle den Weg gefunden haben. Deswegen musst du nicht so herablassend sein!“ kritisierte sie ihn. Doch er belächelte sie. Das wiederum ärgerte sie noch mehr. Sie musste sich schon ziemlich beherrschen. „Beruhige dich, Megumi. Das hilft dir auch nicht weiter.“ Versuchte Frau Hoshina sie zu beruhigen. Schweren Herzens gab sie nach und setzte sich wieder hin.
Nun war sie sich hundertprozentig sicher, dass sie den Neuen nicht leiden konnte. In der Pause wagte es Kyoko nicht einmal ihre Freundin auf den Neuen anzusprechen. Megumi war so wütend, dass sie nicht einmal bemerkte, dass Kenji hinter ihr stand. Kyoko senkte sofort verlegen den Blick.
„Bestimmt wird er sich in Physik auch so aufspielen. Das kotzt mich einfach an.“ rastete sie aus. Kenji wich ihrer heftigen Geste aus. Endlich bemerkte sie einen Schatten hinter sich. Erschrocken zog sie ihre Hände an sich und drehte sich um. „Entschuldigung, hoffentlich habe ich dich nicht getroffen.“ Entschuldigte sie sich, während sie sich drehte. Plötzlich erblickte sie den Jungen, für den sie schwärmte. Sofort errötete sie. Er hat sie ausrasten gesehen. Jetzt mochte er sie bestimmt nicht. Allein schon, was für Worte sie dabei benutzt hatte, schreckte doch jeden ab. Ihr Blick ging immer tiefer. Sie schloss die Augen und lief an ihm vorbei. Sie rannte einfach weg. Es war ihr eindeutig zu peinlich. Er sah ihr verdutz nach. „Was hat sie?“ fragte er ihre Freundin. Doch diese stand schweigend da und errötete. Dann zuckte sie kurz mit den Schultern und lief ihrer Freundin hinterher. Beschämt und am Boden zerstört ging Megumi zur nächsten Unterrichtsstunde. In Physik erwartete sie nun wohl das schlimmste. Wenn der Neue bisher schon immer nur arrogant war, dann müsste er auch in diesem Fach so sein. Obwohl, ihr Leben hatte er schon zerstört, weil sie sich wie ein Idiot benommen hatte. Und das vor dem Jungen, den sie sehr gern mochte. Andererseits hasste Frau Sakura arrogante Schüler. Ob sie ihm die Flügel stutzen würde? So ähnlich war es auch. Sie hatte ihn die ersten zwei Fragen beantworten lassen, ansonsten hatte sie ihn ignoriert. Denn im Lehrerzimmer wurde schon ausführlich über ihn gesprochen. Trotzdem konnte sie ihn nicht dümmer stellen, als er war. Denn auch wenn sie jemanden nicht mochte, anerkannte sie seine Leistungen. Megumi war nach wie vor ihre Lieblingsschülerin, da diese nicht nur Klug sondern auch höflich und hilfsbereit war. Allen war aber sehr wohl aufgefallen, dass Dimitri es anscheinend auf Megumi abgesehen hatte, denn er meldete sich hauptsächlich nach ihren Antworten und vervollständigte oder korrigierte sie. So ging es den ganzen Tag. Noch nie zuvor empfand Megumi die Schule als so lästig.
Nach dem Unterricht musste sie sich erst etwas abreagieren. So ging sie mit Kyoko erst einmal durch die Innenstadt. Sie schlenderten durch die Straßen. „Wollen wir hier gleich Etwas essen?“ fragte Kyoko auf einen Imbissstand zeigend. „Essen?“ fragte Megumi und erstarrte. „Ja essen. Hast du denn keinen Hunger?“ fragte sie überrascht ihre Freundin ansehend. Diese schlug sich die Hand vor das Gesicht. „Mama hat heute ihren Verlobten zum Essen eingeladen.“ Sagte Megumi verzweifelt. Kyoko sah sie stutzig werdend an. „Verlobten?“ stellte diese eine andere Frage. „Meinst du diesen mysteriösen Freund deiner Mutter?“ „Ja, sie hatten sich gestern verlobt und wollten es heute klein feiern.“ Erklärte sie, bevor die Freundin etwas fragen konnte. „Entschuldige, Kyoko, aber ich muss jetzt dringend nach Hause.“ Entschuldigte sie sich höflich und lief davon.
Abgehetzt kam sie zu Hause an. Keuchend betrat sie das Haus.
„Megumi, wo bleibst du? Wir warten schon.“ Begrüßte sie ihre Mutter freundlich und doch besorgt.
„Verzeih, aber ich hatte heute etwas Ärger in der Schule.“ Entschuldigte sich das Mädchen.
„Ärger in der Schule?“ fragte die Mutter überrascht. Das war das erste Mal, dass ihre Tochter so etwas erwähnte.
„Ist nichts Nennenswertes. Ein neuer in der Schule hatte sich sehr überheblich benommen und mich die ganze Zeit blamiert, wo er nur konnte.“ Fasste sie den ganzen Tag in einem Satz zusammen. Dabei blieb sie freundlich und ruhig wie immer und winkte das ganze mit der Hand ab.
„Dann komm rein. Pitrosh und sein Sohn sind bereits da.“ Entgegnete die Mutter und führte ihre Tochter ins Wohnzimmer. Diese war schon äußerst gespannt, wie der neue Stiefvater sein würde. Bescheiden wirkend betrat sie den Raum. Dann erhob sie ihren Blick und erstarrte.
„Dimitri? Was machst denn du hier?“ fragte sie, während ihre Gesichtzüge ihrer Kontrolle entglitten.
„Megumi, du bist…“ er sprach den Satz nicht aus. Und wieder baute sich Spannung zwischen den Beiden auf.
„Ihr kennt euch bereits?“ fragte ein Mann aus der Ecke. Der Blick des Mädchens ging sofort dorthin. Dieser Mann in der Ecke wirkte sehr freundlich, auch wenn er sie überrascht ansah. Er hatte langes dunkles Haar, eine sportliche Figur und wirkte groß.
„Wir sind in der gleichen Klasse.“ Antwortete Dimitri nebensächlich, da Megumi seinen Vater musterte. Diese stimme ließ ihr Blut kochen, doch sie blieb ruhig. Ja, sie atmete tief durch, um ihre Ruhe zu behalten. Ihn schien das ganze eher zu amüsieren. Das regte sie noch mehr auf, aber diese Blöße wollte sie sich nicht geben und blieb ruhig. Während des Essens benahm sich Dimitri äußerst vornehm und höflich. Nach einiger Zeit achtete Megumi nicht mehr auf jede seiner Bewegungen. Endlich konnte sie den Tag genießen, ohne gleich geärgert zu werden. Sie schienen sich wirklich gut zu verstehen. Von Pitrosh war sie besonders angetan. Er war so höflich und doch sehr lustig und nicht versteift. Er war eigentlich genau die Sorte Mann, die sie gerne als Vater gehabt hätte. Trotzdem hatte sie das Gefühl, als würde etwas an ihm nicht stimmen. Manchmal benahm er sich sehr merkwürdig. Zum Beispiel sah er sich gelegentlich verstohlen um, als währe er verfolgt worden. Vielleicht lag es auch an seiner Herkunft, dachte sich Megumi und maß dem nicht viel Bedeutung an.
Megumi hoffte von Dimitri nun weniger Feindseligkeiten, da sie nahezu eine Familie waren. Doch das Gegenteil war der Fall. Er ärgerte sie noch mehr. Ständig brachte er sie durcheinander, indem er ihre Antworten in Frage stellte, oder sie durch Zwischenfragen verunsicherte. Mit Kyokos Hilfe konnte Megumi das ganze aushalten. Sie durfte nur ihr Selbstbewusstsein nicht verlieren.
Da meldete ihre Mutter an, dass sie die Beiden wieder zu Besuch eingeladen hatte. Sie wollte, dass sich alle besser kennen lernen. Megumi war das sehr recht. So konnte sie ihn vielleicht zur Rede stellen. Zu Beginn wollte Megumi auch Kyoko einladen. So als seelische Unterstützung währe sie die perfekte Hilfe. Doch dann war es ihr doch zu unangenehm. Es würde ja aussehen, als könnte sie nicht einmal mit ihrer zukünftigen Familie ohne Hilfe zurechtkommen. So hatte sie sich lediglich seelisch darauf vorbereitet. Doch es kam alles ganz anders. Als Dimitri hereinkam war er höflich und zurückhaltend. Auch seine Witze, die er zwischendurch gemacht hatte waren weder erniedrigend noch abartig, wie in der Schule. Er konnte sich tatsächlich wie ein normaler Mensch benehmen. Irgendwie empfand Megumi genau das als Erniedrigung. Aber sie blieb ruhig. Vielleicht hatte er sich tatsächlich zum besseren verändert? Zumindest hatte sie gelernt gehabt, dass man die Hoffnung niemals aufgeben sollte. So beschloss sie den Abend zu genießen. Das Essen war köstlich. Gleich danach schickten die Erwachsenen die Kinder ins Wohnzimmer, während sie sich in die Küche verzogen. Nun saß Megumi allein mit Dimitri im Raum. Die Stille zwischen den Beiden brachte so viel Spannung mit sich, dass sie kaum noch zu ertragen war. Das Mädchen griff unter den Couchtisch und holte eine Fernbedienung hervor. Schnell drückte sie eine Taste und eine leise Musik erklang im Hintergrund.
„Was ist das?“ fragte er nun überrascht.
„Weiß nicht.“ Zuckte Megumi mit den Schultern. „Es ist irgendeine CD von meiner Mutter.“ Antwortete sie.
„Ach so.“ kam es lässig von ihm. Irgendwie erleichterte es sie. Befreit atmete sie tief durch. Irgendwie hatte sie das Gefühl, als könnte sie endlich normal mit ihm reden.
„Was hörst du denn gerne für Musik?“ fragte sie ihn natürlich wirkend.
„Das geht dich nichts an.“ Antwortete er patzig. Das Mädchen erschrak. „Glaub ja nicht, dass ich jetzt netter zu dir bin, nur weil unsere Eltern heiraten wollen.“ Sage er giftig. In ihr brach erneut ihre perfekte Welt zusammen. Doch sie wollte es sich nicht anmerken lassen.
„Apropos Eltern,“ lenkte sie vom Thema ab, „wo bleiben sie denn?“ fragte sie nach und stand auf.
„Lass sie doch noch etwas turteln.“ Versuchte Dimitri sie aufzuhalten. Doch dafür stand er nicht einmal auf. Auch seine Stimme klang eher genervt, als fürsorglich. Aber Megumi stand bereits an der Küchentür. Sie hatte diese bereits einen Spalt offen, als sie plötzlich innehielt. Die besorgten Stimmen der Eltern ließen sie die Tür nicht weiter öffnen. Offensichtlich hatten sie es nicht einmal bemerkt, dass Megumi lauschte.
„Es sind schon wieder Vampiropfer eingeliefert worden.“ Sagte Dr. Bagul ganz leise. „Bist du dir sicher?“ fragte seine Verlobte. „Ich weiß, wie ein Biss aussieht.“ Entgegnete er unfreundlich und doch war es die Sorge, die aus ihm sprach. „Aber es scheinen verschiedene Vampire gewesen zu sein.“ Erklärte er. „Sie vermehren sich zu schnell.“ Fügte er nachdenklich hinzu. Megumi schreckte zurück. Also stimmten die Gerüchte. Und was sollte sie machen, wenn ihr eines dieser Wesen begegnen sollte? Sie sah zu Dimitri rüber. Würde er sie beschützen, wenn er erst einmal ihr Bruder war? Irgendwie bezweifelte sie das. Im Gegenteil. Während sie ihn so ansah, grinste er sie hämisch an. Irgendwie stellte sie sich vor, dass auch er ein Vampir sein könnte. Dann schüttelte sie den Gedanken schnell ab. Vampire können den Tag nicht überleben. Sie setzte sich wieder auf die Couch. Dimitri sah sie listig an. „Na, hast du etwas gehört, was du nicht hättest hören sollen?“ fragte er gemein grinsend. „Ach, halt die Klappe.“ Entgegnete sie ihm tief in Gedanken versunken. Dies überraschte ihn wiederum, aber er sagte nichts. Da kamen auch schon die Eltern aus der Küche. „Habt ihr Euch gut unterhalten?“ fragte sie, doch von den Kindern kam keine direkte Antwort. „Macht nichts. Das kann ja noch kommen.“ Lächelte Nabiki. „Wir haben uns nämlich entschieden, dass wir nächsten Monat heiraten.“ Sagte Pitrosh genauso strahlend, wie seine Verlobte. „Und an welchem Tag?“ fragte Megumi gespannt. „Gleich am ersten November.“ Antwortete ihre Mutter. „Das ist ja in zwei Wochen?“ klang es schon protestartig von dem Jungen. „Ja.“ Bestätigte sein Vater. „Wir wollen auch keine große Feier machen.“ Fügte er hinzu. „Und welchen Namen dürfen wir dann tragen?“ fragte Dimitri trocken. Die Eltern stockten. Diese Frage hatten sie wirklich nicht erwartet. „Nun, wir haben uns geeinigt, dass jeder seinen Namen beibehält.“ antwortete Nabiki. Den Jungen schien es sehr überrascht zu haben. Doch dieser Zustand hielt nicht lange an. Irgendwie, ganz tief im Inneren hoffte Megumi, dass Dimitri vielleicht doch netter zu ihr werden würde, wenn die Eltern erst einmal geheiratet haben.
Die zwei Wochen gingen schneller um, als es Megumi lieb war. Aber es war nicht die Hochzeit, die sie abschreckte. Im Gegenteil. Sie freute sich richtig auf die Hochzeit. Pitrosch hatte sich in diesen zwei Wochen, in denen er fast jeden Tag da war, wie ein Vater um sie gekümmert. Endlich hatte sie das Gefühl gehabt einer echten Familie anzugehören. Ja, es war fast wie mit ihren richtigen Vater. Wie die Eltern es gesagt hatten, gingen sie nur vornehm Essen mit den engsten Freunden, nachdem sie beim Standesamt waren. Und erst nach der Trauung zogen Pitrosh und sein Sohn in ihr Haus ein. Auch das beeindruckte das Mädchen. Es passte einfach in ihr Bild einer glücklichen Familie. Nur Dimitri gelang es immer und immer wieder dieses Bild zu stören. Besonders nach dem Einzug hatte Megumi Angst vor ihrem Stiefbruder. Was würde er ihr wohl alles antun wollen? Aber dieser zeigte sich von einer ganz anderen Seite. Kaum waren seine Sachen ins Haus gebracht verschloss er sich in seinem Zimmer. Die meiste Zeit lernte er, oder hörte Musik. Was Megumi jedoch überraschte war, dass er immer den Kopfhörer aufhatte, um die anderen nicht zu stören. Doch in der Schule wurde er schlimmer. Nicht nur dass er sie öffentlich demütigte, nein, auch wenn keiner hinsah kam er zu ihr und versuchte ihr einzureden, wie dumm sie wirklich war. Aber Megumi ließ sich von ihm nichts einreden.
Dimitri hatte sich sehr schnell in der Schule eingewöhnt. In jeder Jungengruppe war er gern gesehen. Nur Außensport ließ es aus. Offensichtlich hatte er eine Sonnenallergie. Er hatte sogar ein Attest von einem Arzt, der nicht sein Vater war. Sofort dachten alle, dass er vielleicht nicht sportlich war. Einige hatten ihn deshalb belächelt. Doch das Lachen war ihnen schnell vergangen, als er die Bestzeit des Topathleten aus der Schule übertrumpft hatte. Auch an den Geräten war er perfekt. Es schien geradezu, als könnte er fliegen. So hatte er selbst die zum Schweigen gebracht, die über ihn lachten. So wurde er noch beliebter. Und es gab kein Mädchen, das nicht für ihn schwärmte, außer Megumi und Kyoko. Sie schmolzen geradezu dahin, sobald er den Raum betrat. Doch Megumi ließ sich davon nicht verwirren. Was sie mehr zerstreute, war Dimitri selbst. Er schaffte es doch immer wieder sie ins schlechte Licht zu stellen. Da hatte Isumi Hamada, ein rothaariges Mädchen aus der Parallelklasse, ein Problem in Mathematik. Wie schon öfters kam sie zu Megumi. Sofort sah sich diese in der Pause die Aufgabe an. Sie hatte sie noch nicht einmal bis zur Hälfte durchgelesen, als ihr Dimitri das Buch aus der Hand riss. Isumi errötete sogleich. Aber ihre grünen Augen strahlten auf. „Las mich mal sehen.“ Tat er so, als könnte er diese Aufgabe viel schneller verstehen. Sofort stieß Isumi Megumi von der Fensterbank, auf der sie saßen und ließ Dimitri Platz nehmen. Da wusste sie wenigstens, was das rothaarige Mädchen von ihr hielt. Aber das war kein Einzelfall. Nach und nach wollten alle lieber von Dimitri Nachhilfeunterricht, als von Megumi. Nur wenige Schüler, die Dimitri nicht mochten, fragten gelegentlich sie. Und obwohl er sie so demütigte, reichte es ihm immer noch nicht. Im Unterricht griff er sie immer häufiger an. Aber auch auf dem Weg nach Hause neckte er sie. Außerdem ärgerte er sie mittlerweile zu Hause, aber nur dann, wenn die Eltern nicht da waren.
Es währe ein Leichtes für Megumi ihren Eltern Bescheid zu sagen, damit sie ihn zurechtwiesen. Aber sie waren keine kleinen Kinder mehr. Also beschloss sie es selber und auf ihre Art zu beenden. Stets suchte sie eine Schwachstelle an ihm. Doch das einzige was sie fand, war sein merkwürdiges Verhalten, nachdem sein Vater ihn sofort nach der Arbeit in seinem Zimmer besuchte. Danach war er immer so ruhig und ausgeglichen. Aber es geschah nur einmal pro Woche. Sie versuchte dem nachzugehen. Viel hatte sie durch ihre Spionageversuche nicht herausfinden können. Aber sie konnte sehen, dass sein Vater ihm etwas gab. Es weckte jedoch noch mehr Neugier, als sie mal gesehen hatte, dass Dimitri scheinbar in diesen Gegenstand gebissen hatte. Oder sah das nur so aus? Das ließ ihr irgendwie keine Ruhe. Aber sie hatte keine Zeit dem wirklich nachzugehen, da sie ein anderes Problem mit ihm hatte.
Auch Isumi verhielt sich in letzter Zeit merkwürdig. Immer wieder warf sie Megumi böse Blicke zu. Als hätte diese etwas verbrochen gehabt. Und auch Kenji distanzierte sich von ihr. Nur Kyoko hielt als einzige zu ihr. Megumi hielt es nicht mehr aus. Seit fast drei Monaten waren nun ihre Eltern verheiratet, und Dimitri hatte es immer noch nicht aufgegeben sie zu demütigen. Sie war mittlerweile nur noch ein seelischer Wrack. Der Stress den Dimitri verursachte trieb Megumi in den Wahnsinn. Es ging schon soweit, dass ihre schulischen Leistungen tatsächlich nachgelassen hatten. Das ließ Herrn Kobajashi keine Ruhe. „Megumi, was bedrückt dich so sehr?“ fragte er fürsorglich, als er sie in der Pause herumirren sah. „Dimitri.“ Sagte das Mädchen kurz. Es konnte den Druck einfach nicht mehr ertragen. Sie war sich sicher, dass auch der Hass der Anderen, ihr gegenüber von Dimitri aus kam. „Aber warum gehst du ihm nicht einfach aus dem Weg?“ fragte er vorschlagend. Der Schülerin standen Tränen in den Augen. „Wie sollte ich das denn anstellen?“ fragte sie weinend. „Er ist doch Tag und Nacht da!“ Sie fiel den Lehrer an die Brust. Dieser umschloss sie Väterlich. Doch in seinem Gesicht waren Fragen über Fragen. „Warum Tag und Nacht?“ fragte er endlich, um wenigstens eine Frage zu stellen. Das Mädchen sah zu ihm auf. Ihr wohnt doch nicht etwa zusammen? Wollte er schon fragen, aber er wagte es nicht. „Na weil er…“ Sie musste schluchzen. „Na weil er seit drei Monaten mein Bruder ist.“ Antwortete sie endlich. Das ließ den Lehrer erstarren. Unbemerkt ließ er das Mädchen los. „Unsere Eltern haben geheiratet.“ Erklärte sie, die Tränen von den Augen wischend, als sie merkte, dass der Lehrer schockiert reagierte. „Ich werde mit ihm reden.“ Sagte der Lehrer trocken. „Nein.“ Entgegnete das Mädchen mit einer sicheren Stimme. „Damit muss ich selber fertig werden.“ Und wieder verspürte sie ihre Kopfschmerzen aufsteigen. Herr Kobajashi war sichtlich überrascht. „Trotzdem habe ich furchtbare Kopfschmerzen.“ Fügte sie leise hinzu und hielt sich den Kopf mit der rechten Hand fest. „Geh mal für heute nach Hause.“ schickte sie der Lehrer Heim. „Und wenn ich dir irgendwie helfen soll, dann sag bitte bescheid.“ Verabschiedete er sie, indem er seine Hilfe anbot.
Genervt, erschöpft und gequält kehrte sie heim. Als sie ins Haus kam, hörte sie merkwürdige Geräusche. Sie wusste nicht, dass ihre Eltern zu Hause waren. Leise schlich sie sich ins Wohnzimmer, aus dem die Geräusche kamen. Der Blick auf das Sofa ließ sie erstarren. Dort sah sie ihre Eltern vergnüglich auf dem Sofa liegen. Megumi errötete und wollte sogleich gehen, weil sie ihre Eltern nicht in ihrer Intimität stören wollte. Doch die Situation sah ganz anders aus. Ihre Mutter ließ sich tatsächlich von ihrem Stiefvater bereitwillig beißen. Und es sah ganz danach aus, als währe er ein echter Vampir. Zumindest glaubte Megumi lange Eckzähne gesehen zu haben, die in den Hals ihrer Mutter eindrangen. Schnell verschwand sie wieder aus dem Zimmer. Doch dies war nicht so geräuschlos, wie das Kommen. Es schreckte die Eltern auf. „Wer ist da?“ fragte Pitrosch sofort. Megumi schluckte. Was sollte sie tun? Schnell drehte sie sich um. Und kam wieder ins Wohnzimmer. „Ich bin es.“ Sagte sie verlegen. „Ich hatte Kopfschmerzen, darum hatte mich Herr Kobajashi nach Hause geschickt.“ Erklärte sie sich sogleich. „Möchtest du eine Tablette haben?“ fragte Pitrosh besorgt, während Nabiki ihre Bluse zurechtrückte. Megumi hatte es tatsächlich richtig gesehen. Am Hals ihrer Mutter war Blut. Aber warum ließ sie es zu? „Nein, danke. Ich gehe lieber ins Bett.“ Antwortete sie freundlich, und tat so, als hätte sie nichts gesehen. Nabiki traute dem nicht wirklich. Sie kannte ihre Tochter gut genug, aber sicher war sie sich trotzdem nicht, dass diese wirklich etwas gesehen hatte. In ihrem Zimmer konnte Megumi nicht einschlafen. Hatte sie wirklich lange, spitze, triefende Eckzähne gesehen, oder war das nur Einbildung, weil in letzter Zeit immer viel über Vampire gesprochen wurde? Natürlich schüttelte sie den Gedanken sehr schnell wieder ab. Ihr Stiefvater war einfach zu nett. Außerdem hatte er keine Angst vor der Sonne. Er konnte einfach kein Vampir sein. Aber sein Sohn schon. Dachte sich Megumi, den jungen mit Vorurteilen betrachtend. Zumindest war er hinterlistig genug. Außerdem hatte sie schon mal bei ihm eine merkwürdige Tüte gesehen, die wie eine leere Blutkonserve aussah. Doch mit Sicherheit konnte sie es nicht sagen, da sie diese Tüte nur kurz gesehen hatte. Aber was währe, wenn er wirklich ein Vampir war und sein Vater ihn mit Konserven aus dem Krankenhaus versorgte. Plötzlich kam ihr eine neue Idee. Was war, wenn alles, was über Vampire gesagt wurde nicht stimmte? Was währe, wenn die Vampire tatsächlich kein Licht scheuten? Es gab natürlich auch starke Sonnenschutzcremes. Die Kopfschmerzen trieben sie in den Wahnsinn. So beschloss sie am nächsten Tag etwas in den Privatsachen der beiden Männer zu schnüffeln. Dieser Gedanke ließ sie endlich einschlafen.
Am späten Nachmittag, erwachte sie pünktlich zum Abendessen. Ihre Kopfschmerzen waren tatsächlich verflogen. Frohen Mutes ging sie ins Bad. Nachdem sie sich die Zähne geputzt hatte wollte sie schon gehen, da blieb sie vor der Tür stehen. Sie ging zurück zum Alibert und öffnete die Seitentür, die normalerweise ihr Stiefvater benutzte. Da fand sie auch als erstes den Rasierapparat, Aftershave und andere Utensilien, die meist nur Männer gebrauchen. Aber zwischen all diesen Sachen fand sie auch drei Tuben ganz starker Sonnenschutzcreme. Hatte sie jetzt doch Recht? Irgendwie wollte sie das nicht glauben. Aber dieser Gedanke wurde schnell unterbrochen, weil ihre Mutter sie zum Essen gerufen hatte. Auch hier wollte sie sich nichts anmerken lassen. Während des Essens kam öfters das Thema des europäischen Essens. Das brachte Megumi auf eine grandiose Idee. Sie beschloss zum Wochenende etwas Besonderes zu kochen. Es sollte eine Überraschung werden und niemand sollte ihr dabei zusehen.
Am nächsten Tag ging Megumi zufrieden zur Schule. Selbst Dimitris Versuche, sie unterwegs zu ärgern schlugen fehl. Als erstes wollte sie Kyoko sprechen. Schon kam diese angelaufen. „Megumi die Zwischenergebnisse sind da.“ Sagte sie voller Angst. „Und für dich sieht es nicht besonders gut aus.“ Fuhr sie fort. Ihre Freundin stutzte. Was meinte sie damit? Sie hatte doch gute Arbeiten geschrieben, trotz der Schwierigkeiten. Schnell ging sie zur Tafel. Dimitri hatte 197 Punkte, sie nur 190 Punkte, dafür hatte Isumi Hamada 189 Punkte. Normalerweise hatte sie nie mehr als 180 Punkte erreicht. Das wunderte Megumi enorm. Genau in diesem Augenblick kam diese vorbei. „Beim nächsten Test werde ich dich übertrumpfen.“ Sagte sie siegessicher und ging weiter. Was hatte sie nur? Fragte sich Megumi. Seit wann war sie so gehässig zu ihr? Aber das war jetzt nebensächlich. Als erstes musste Megumi ihre alte Form wieder erlangen. Und sie musste mit Kyoko wegen des Wochenendes reden. Sofort in der ersten Pause sprach sie ihre Freundin an. „Kyoko, ihr habt doch viele Kochbücher über europäisches Essen?“ fragte sie gespannt. „Sicher.“ Antwortete die Freundin. „Warum fragst du?“ Megumi beugte sich zu ihrer Freundin und flüsterte ihr einiges ins Ohr. Diese sah sichtlich erschrocken auf. Das hatte ihr Megumi noch nie zuvor erzählt. „Und? Hilfst du mir dabei?“ fragte sie Kyoko fast flehentlich. Diese war einverstanden. An diesem Tag konnte Dimitri Megumi nicht ärgern. Was er auch versuchte, es prallte an ihr ab, wie Wasser an der Butter. Gleich nach der Schule kam Megimi mit Kyoko mit. Schnell suchte sie sich ein Rezept mir viel Knoblauch aus. Schaschlik. Es war zwar nicht rumänisch, aber es war ein osteuropäisches Gericht mit viel Knoblauch. Und es passte besonders gut zur Jahreszeit. Ja, zum Grillbeginn war das Wetter perfekt. Natürlich hatte sie auch die ganze Familie Fuji zum Grillen eingeladen. Sie wollte dem Ganzen eine Krone aufsetzen, indem sie Kyokos vier Brüder einlud. Und sie wusste auch warum.
Am Vortag kaufte sie alle Zutaten ein und setzte das Fleisch an, ganz nach Rezept. Na ja, nicht ganz. Sie hatte einige Knoblauchzähen mehr genommen, als es nötig waren. Da es eine Überraschung war, hatte Megumi alle Vorbereitungen bei Kyoko getroffen. Wie sie vermutet hatte, hatten sich Pitrosh und Dimitri in den Schatten auf der Terrasse gesetzt. Und Frau Fuji hatte auch einen Salat mitgebracht. Stolz präsentierte sie ihren Schaschlik, den sie nur weinige stunden vor dem Grillen aufgespießt hatte. Kyoko hatte ihr dabei geholfen, sonst hätte es Megumi allein nicht geschafft gehabt. Als die Spieße auf den Grill gelegt wurden, roch man schon den Knoblauchduft aufsteigen. Nabiki schreckte auf. „Kind, sag nicht, dass da Knoblauch drin ist?“ fragte sie erschrocken. „Nein.“ Antwortete Megimi mit einer ruhigen Stimme. „Ich habe das Fleisch nach Rezept in einem Sud aus Wein, Tomaten, Zwiebeln und Knoblauch über Nacht ziehen lassen.“ Sagte sie stolz. Die Sorge ihrer Mutter stieg. „Hatte ich dir nicht erzählt, dass Dimitri und dein Vater allergisch auf Knoblauch sind?“ fragte sie verängstigt. „Ist schon Gut.“ Kam Pitrosh freudig strahlend und legte seiner Frau die Hand um die Schultern. „Wir können ja für uns ein paar Gemüsespieße machen.“ Schlug er eine Problemlösung vor. Megumi ärgerte sich innerlich. So konnte sie doch nicht testen, ob sie wirklich Vampire waren. „Ich habe extra ein europäisches Gericht ausgesucht.“ Sagte sie schon fast flennend. Ihr trauriger Blick brachte die Wirkung, die sie haben wollte. „Aber natürlich werde ich deinen Schaschlik probieren.“ Sagte er väterlich und zerzauste ihr das Haar, als währe sie ein kleines Kind. Immerhin hatte sie sich auch wie so eins benommen. Doch innerlich triumphierte sie. Schnell half sie ihrer Mutter einige Spieße ohne Knoblauchfleisch zu machen. Die ersten Schaschlikspieße waren bereits fertiggegrillt. Nabiki hatte Herrn Fuji gebeten, am Grill zu stehen, obwohl er nur Gast war. Aber er liebte es zu grillen. Und das wusste sie auch, daher hatte sie ihn auch darum gebeten. Sie begründete ihre Bitte damit, dass Pitrosh und Dimitri nicht lange in der Sonne stehen durften, da diese eine Sonnenallergie hätten. Und Herrn Fuji war das eine Freude.
Alle setzten sich an den Tisch. Wie der Zufall es so wollte, saß Kyoko gleich neben Dimitri. Dr. Bagul war der erste, der sich einen Spieß nahm. Sein Sohn sah ihn mit gemischten Gefühlen an. Man konnte nicht direkt sagen, ob sein Blick seinen Vater bewunderte, oder ihn für verrückt hielt. Zumindest war Sorge darin zu erkennen. Genüsslich biss der Mann in den Spieß. Seine Familie sah ihn gespannt an, während die Gäste sich jeweils auch einen Spieß nahmen und genüsslich verspeisten. „Köstlich.“ Sagte Pitrosch voller ehrlicher Begeisterung. „Schade, dass da so viel Knoblauch ist, sonst hätte ich gerne noch mehr gegessen.“ Erklärte er mit Verzückung. Doch noch während er sprach, bemerkte Megumi, dass sich sein Mund mit Blut füllte. Scheinbar blutete die ganze Mundhöhle. „Entschuldigt mich bitte.“ Verabschiedete er sich kurzzeitig und verschwand im Haus. Seine Frau folgte ihm sogleich. Die letzten Schritte, krümmte er sich schon zusammen. Plötzlich füllte sich Megumi schuldig. Was war, wenn sie jetzt ihren Stiefvater umgebracht hatte? Sie sah zu Dimitri rüber. Warum konnte es nicht ihn treffen? Dachte sie gehässig. Dann erschrak sie erneut. Wie konnte sie nur so schlecht sein? Nun eilte auch sie ins Haus. Aber was sollte sie sagen oder tun? In der Terrassentür blieb sie stehen. Als sie weiter ging, kam ihr schon ihr Stiefvater entgegen. Er sah wieder völlig gesund aus. Kurz nach ihm kam ihre Mutter. Sie war gerade dabei sich ein Tuch um den Hals zu binden. Voller Freude gesellte sie sich zu der lustigen Gruppe. Es wurde alles aufgegessen, viel gelacht und vieles erzählt. Megumi hatte immer noch ein schlechtes Gewissen ihren Stiefvater gegenüber. Sie wollte ihm wirklich nicht wehtun. Aber ihr Stiefbruder hätte es doch verdient, wenigstens eine Peinlichkeit zu erleben. Aber eine Genugtuung hatte sie doch. Jedes Mal, wenn Dimitri auch nur ein Wort mit Kyoko gewechselt hatte, hatte mindestens einer ihrer Brüder den Jungen giftig angesehen. Manchmal machte sich der eine oder der Andere die Mühe und stand auf. Unauffällig wirkend trat er dann hinter Dimitri und legte ihm bedrohlich hart, aber nach Außen freundschaftlich wirkend, die Hand auf die Schulter. Ja. Das gefiel dem Mädchen. Darum hatte sie auch die ganze Familie eingeladen. In jedem Fall war der Nachmittag ein großer Spaß für alle.
Megumi musste sich also damit abfinden, dass ihr Verdacht immer noch nicht befriedigt war. Vielleicht waren die Vampire in der Wirklichkeit nicht so anfällig, wie es in den Filmen dargestellt wurde? Oder war das wirklich nur eine allergische Reaktion? Aber warum sollte sich dann ihre Mutter, kurz nachdem sie ihrem Mann gefolgt war, ein Tuch um den Hals binden? Wieder kamen Fragen über Fragen. Zumindest wusste sie, dass sie von ihren Stiefvater nichts zu befürchten hatte. Er blieb liebevoll und freundlich, obwohl sie ihm sehr stark geschadet hatte. Nun beschloss sie die Beiden lieber zu studieren, als sie zu bekämpfen. Doch eines viel ihr auf. Dimitri hatte sich nach diesem Abend verändert. Er zog sich etwas zurück. Ja, ob zu hause oder in der Schule versuchte er ihr möglichst aus dem Weg zu gehen. Nur wenn sie aufeinander trafen, dann war er gemein, wie immer.
In dieser Zeit hatte es Kenji Nakamori endlich gewagt und ist auf Megumi zugegangen. „Megumi, darf ich dich nach Hause begleiten?“ fragte er ganz schüchtern. Er hatte ihr schon öfters verlegene Blicke zugeworfen, aber nie getraut sie anzusprechen. „Sie geht schon mit mir nach Hause!“ drängte sich Dimitri dazwischen, um sie zu ärgern. „Ich habe gehört, dass ihr Geschwister seid.“ Fragte ein Freund von Kenji dazwischen. „Und? Deshalb haben wir ja den gleichen Weg.“ argumentierte Dimitri. „Lass gut sein, Dimitri.“ Versuchte sie ihn zu beruhigen. Wollte er sich etwa auch in ihr Privatleben einmischen? „Dimitri. Was ist dass den für ein Name?“ begann der Freund von Kenji zu lachen. „Halt die Klappe. In Europa klingt dein Name auch sehr komisch!“ entgegnete ihm Megumi giftig. Dann wandte sie sich an Kenji. Ihr Blick wurde sogleich weicher. „Ich würde mich freuen, wenn du mich nach Hause begleiten würdest.“ Antwortete sie mit sanfter Stimme. Dieser strahlte auf. Nur Dimitri sah ihnen missfällig nach. Sie hat sich von ihm nicht ärgern lassen. Und dazu hatte sie ihn auch noch verteidigt. So hatte sie ihn extrem blamiert, als hätte er sich selber nicht verteidigen können.
Doch er gab nicht kampflos auf. Wo er nur konnte, legte er den Beiden Steine in den Weg. Entweder vergaß er Megumi von Kenji auszurichten, dass er nach der Schule auf sie warten würde. Oder er sorgte dafür, dass Megumi ausgerechnet dann Kenji sah, wenn er sich vergnüglich mit einem Mädchen unterhielt. Trotzdem änderte es nichts daran, dass Megumi diesen Jungen sehr mochte, auch wenn sie es noch nicht so richtig zeigte. Nein, sie zögerte noch, da sie schon immer ein Traum hatte. Ihre erste große Liebe sollte auch ihre Einzige sein. Darum wollte sie erst ihre Gefühle und dann seine erforschen, um sich sicher zu sein. Sie traute sich nur nicht, es jemandem zu sagen. Vielleicht war das merkwürdig, aber sie wollte das so.
Megumi war aber nicht die Einzige, die hinter Dimitri spioniert hatte, wie es der Zufall so wollte. Auch er spionierte ihr nach. Zumindest wollte er wissen, was sie wirklich von ihm hielt. So schlich er sich an die Umkleidekabinen der Mädchen und lauschte. Er hatte doch Zeit. Immerhin hatte er ein Attest, dass er nicht mitmachen brauchte. Er hörte viele Stimmen, bis er endlich Megumis Stimme unter vielen isolierte. Sofort musste er sich langweilen. Sie hatte sich mit Kyoko tatsächlich hauptsächlich nur über Kenji unterhalten. „Es tut mir Leid Kyoko, dass er sich für mich entschieden hatte.“ Entschuldigte sich Megumi. „Du kannst doch nichts dafür.“ Entgegnete ihr ihre Freundin mit einer recht bedrückten Stimme. Dimitri grinste zufrieden. Der Junge hatte also mehrere, die für ihn schwärmten. Das konnte er sich doch zunutze machen, um weiterhin Zwist zwischen Megumi und Kenji zu schüren. „Ich mache mir nur Sorgen, das Dimitri ihn herausfordert.“ Fuhr Kyoko fort. Megumis Stimmung wurde sofort gesenkt. „Dieser Kerl nervt wirklich.“ Sagte sie ungehalten. „Aber keine Sorge. Er kann so Vieles versuchen, wie er will. An meinen Gefühlen wird er nichts ändern.“ Sagte sie klipp und klar. Diese Worte ärgerten den Jungen. Wütend berührte er die Tür. Geräuschlos öffnete sich diese einen Spalt breit. Er grinste gespannt. Wie die meisten männlichen Wesen, warf auch er gerne einen Blick in die Damenumkleidekabine. Er war dabei jedoch sehr unachtsam. Denn er machte den Fehler und ließ sich dabei beobachten und zwar von niemand geringerem, als Frau Sakura. Bisher mochte sie ihn nicht, doch nun konnte sie ihn nicht mehr leiden. Es reichte nicht, dass er Megumi demütigte. Jetzt spannte er sogar ihr und den anderen Mädchen nach. Sie wollte ihn gerade zur Rede stellen, als sie etwas an ihm bemerkte, das sie vorher wirklich nicht gedacht hätte. Während er lüstern die Mädchen beim Unziehen beobachtete, öffnete er leicht seine Lippen. Da sah sie es. Zwei triefende Eckzähne ragten aus seinem Mund. Erschrocken wich sie zurück und dachte nach. War er der Vampir, wegen dem viele Schüler verschwunden waren? Aber die Schüler verschwanden bereits Monate vor seinem Eintreffen. So wollte sie ihn erst noch etwas beobachten. Plötzlich schreckte er auf und wandte seinen Blick ab. Verärgert biss er sich auf den angewinkelten Zeigefinger. Doch seine Eckzähne berührten ihn nicht einmal. „Was mache ich hier eigentlich?“ fragte er sich kaum hörbar und ging. Frau Sakura blieb verborgen. Hatte er sie gesehen gehabt? Fragte sich die Frau, doch er ging an ihr vorbei, ohne sie zu bemerken. Oder tat er nur so? Die Frau trat aus ihrem Versteck und folgte ihm. Sofort zuckte er zusammen. „Frau Sakura?“ sah er sie erschrocken an. In seinen Augen war Angst zu sehen. Also hatte er sie tatsächlich nicht gesehen gehabt. „Was machst du hier? Musst du nicht schon längst beim Unterricht sein?“ fragte sie ihn streng, wie gewohnt. Nun sah auch er sie arrogant wie immer an. „Wir haben jetzt Sport. Und ich bin von Außensport befreit.“ Sagte er ihr arrogant. Als ob er sich von ihr etwas sagen lassen würde. „Trotzdem hast du dann wenigstens in einen anderen Raum aufzuhalten.“ rügte sie ihn. „Ich gehen ja schon.“ Entgegnete er ihr patzig und ging. Die Lehrerin sah ihm nach. Sie hatte schon immer bei ihm das Gefühl gehabt, das da etwas nicht stimmte. Nun wusste sie was es war. Dieser Junge war ein Vampir. Er brauchte nur einen Fehler zu machen und tatsächlich Jemanden beißen, dann währe er fällig. Doch so ärgerte er nur Megumi, ohne einen wirklichen Schaden zu hinterlassen. Zumindest nicht bei ihr.
In der nächsten Physikstunde hatte Dimitri den Bogen endgültig überspannt. Sie sollten einen Kreislauf mit Blinkdioden und Lampen erstellen. Jeder sollte das nötige Material zusammenstellen und das ganze zusammenbauen. Megumi hatte eine Schaltung mit verschiedenstarken Lampen aufgebaut. Sie hatte extra die passenden Wiederstände dafür zusammengesucht. Der Kreislauf war perfekt. Dimitri belächelte das ganze, obwohl er zugeben musste, dass er es selber nicht besser hätte machen können. In einem Augenblick der Unaufmerksamkeit vertauschte er den Plus- und Minuspol an ihrer Batterie. Megumi hatte nicht einmal die Zeit gehabt, dies zu bemerken, denn sie musste ihr Projekt als erste vorführen. Voller stolz aktivierte sie ihr Kunstwerk. Sofort entfachte ein Feuerwerk, da die Wiederstände, so gesehen, hinter den Glühbirnen waren, und nicht davor, um den Strom zu regulieren. Das ganze Objekt war zerstört. Enttäuscht sah Megumi in die Menge. Sofort sah sie das hämisch grinsende Gesicht ihres Bruders. Sie flammte innerlich auf. Wie konnte er ihr so etwas antun? „Scheinbar hast du die Pole vertauscht.“ Erklärte Frau Sakura freundlich. Doch auch sie hatte den Blick des Jungen gesehen, den sie nicht mochte. Und wieder verstärkte sich ihre Abneigung zu ihm. Aber auf ihrem Gesicht blieb ein zufriedenes Lächeln. Megumi ging auf den Platz. Er grinste sie immer noch an. Aber die Rache sollte noch kommen, dachte sich das Mädchen.
Jetzt kommen meine fixen Kritzeleichen von Vorgestern
In der nächsten Stunde hatten sie Chemie. Auch darin war Megumi nicht zu schlagen. Heimlich schlich sie sich in das Labor und bereitete eine Tinktur vor, die sowohl transparent, als auch geruchlos sein sollte. Das mit Geruchlos hatte nicht ganz funktioniert. Aber solange man nicht genau hinein gerochen hatte, konnte man auch nicht sagen, dass da Schwefel enthalten war. Um jede Verwechslung vorzubeugen nahm sie das Reagenzglas mit. Mit Absicht kam sie etwas später zum Unterricht, was den Lehrer ziemlich erstaunte, das sie sonst nie zu spät kam. „Entschuldigen Sie, aber es war etwas voller auf der Damentoilette.“ begründete sie verlegen ihre Verspätung. „Ist schon gut.“ Entgegnete Herr Takana. „Setzt dich.“ Wies er sie an und fuhr mit dem Unterricht fort. Megumi wusste genau, warum sie ihren guten Ruf riskierte. Sie wollte sicher gehen, dass alle ihre Reagenzien bereits vorbereitet hatten. So war es auch. Ungeschickt stolperte sie über eine Schultasche, des Jungen, der vor Dimitri saß. Alle Augen waren auf sie gerichtet. Doch niemand achtete auf ihre linke Hand, die Geschickt die Reagenzgläser vertauschte. Schüchtern und beschämt setzte sie sich an ihren Platz. Dimitri warf ihr einen bösen Blick zu. Doch sie wirkte verschreckt und verlegen. War das vielleicht doch kein Trick? Fragte er sich. Wie auch immer. Der Lehrer bat die Reagenzien zu vermischen. Megumi beobachtete ihn aus dem Augenwinkel und tat, was der Lehrer sagte. Trotzdem blieb Dimitri skeptisch. Vorsichtig vermischte er seine Chemikalien mit einander. Eine heftige Reaktion schleuderte ihm eine Dunstwolke ins Gesicht. Sofort füllte sich der Raum mit einem unangenehmen Duft. Dimitri versuchte nach Luft zu ringen. „Scheinbar hattest du Schwefel in deiner Mischung.“ Sagte der Lehrer trocken. „Die Schüler, die am Fenster sitzen machen bitte diese auf.“ Wandte er sich schnell an diese. „Und anschließend verlassen alle geordnet den Raum!“ wies er an. In nur wenigen Sekunden war das Labor geräumt. Dimitri sah zornig zu seiner Schwester rüber. Diese lächelte ihn verschlagen an und zuckte unschuldig mit den Schultern. Auf dem Flur husteten noch einige und versuchten den Geruch los zu werden. „So wie es aussieht werden wir heute etwas früher die Mittagspause beginnen.“ Sagte Herr Takana die Schüler betrachtend. Normalerweise hätten sich alle gefreut. Dich diesmal blieb die Freude etwas mäßiger.
Zufrieden ging Megumi zur Pause. Sie ließ sich so richtig Zeit. Sie wollte ihren Triumph erst einmal genießen. „Meinst du nicht, dass es etwas zu hart war?“ fragte Kyoko, die immer noch etwas husten musste. Megumis Stolz verschwand. „Du hast Recht, es war etwas übertrieben. Aber er hatte eine Strafe verdient.“ Blieb sie wenigstens beim letzten Standpunkt. Dimitri war sehr sauer und ging in die Kantine. Aber was sollte er essen? Riechen konnte er das Essen ja nicht, also musste er auf Gutglück etwas wählen. Er entschied sich für das Hähnchengericht. Als Megimi in die Kantine kam, musste sie, wie die Meisten, erst die Nase rümpfen. „Warum stinkt hier alles so nach Knoblauch?“ fragte sie ihre Freundin, die mit ihr den Raum betrat. „Hast du das noch nicht gehört?“ entgegnete ihr Kyoko überrascht. „Frau Sakura hat angeordnet, dass ein Mal im Monat alle Speisen Knoblauch enthalten sollten. Angeblich sollte es für unsere Gesundheit gut sein. Aber manche behaupten auch, dass sie zwischen den Schülern einen Vampir vermutet.“ Flüsterte sie den letzten Satz ihrer Freundin zu. Megumi erstarrte. Denn sie musste sogleich an Dimitri denken. Ihre Augen suchten sofort nach ihm. Schnell fand sie ihn. Er saß an einem Tisch unweit des Ausgangs. Sie ging auf ihn zu, um ihn zu warnen, doch es war zu spät. Er war gerade im Begriff, die volle Gabel in den Mund zu schieben. „Nein!“ schrie sie auf ihn zulaufend. Kyoko stand immer noch an der Tür und sah ihre Freundin verwirrt an. Er hatte gerade begonnen zu kauen, als er seine Schwester bemerkte. Diese griff ihn panisch am Kragen. „Spuck es sofort aus!“ schrie sie. Er sah sie verstört an. Auch alle um sie herum starrten sie verschreckt an. „Was sollte das? Gönnst du mit nicht einmal mehr das Essen?“ fragte er enttäuscht, denn er hätte nie gedacht, dass sie sogar soweit gehen würde. „Hast du das etwa nicht gerochen?“ fragte sie besorgt. „Wie sollte ich überhaupt etwas riechen?“ fragte er wütend. Megumi schreckte auf. Richtig ihre Stinkbombe hatte doch seinen Geruchssinn betäubt. Und bevor er etwas Weiteres sagen konnte, erstarrte er. Das Mädchen sah, wie sich in seinem Mund alles rot färbte. Sofort griff sie ihn an der Hand und zerrte ihn aus der Kantine. Kyoko sah ihr erstaunt nach. Sie konnte das Verhalten ihrer Freundin nicht verstehen. „Wohin bringst du mich?“ fragte Dimitri, der seiner Schwester kaum noch hinterher folgen konnte. „Zur Krankenstation, wohin denn sonst?“ antwortete sie ihm gleich. Da waren sie auch angekommen. Dimitri krümmte sich bereits vor Schmerzen. Megumi half ihm sich hinzulegen und hoffte, dass die Krankenschwester, oder der verantwortliche Lehrer bald kommen würde. Ihrem Bruder wurde langsam schwindlig. Ungeduldig ging sie auf und ab im Zimmer. „Das wollte ich wirklich nicht.“ Entschuldigte sie sich, auf ihre Art und Weise. Dabei sah sie ihn nicht einmal an. Er schwieg. Nervös konnte sie das Kommen der verantwortlichen Person nicht mehr erwarten. Die wenigen Minuten, die sie nun da waren, kamen ihr wie kleine Ewigkeiten vor. Verlegen sah sie zu ihrem Bruder rüber. „Sag mal, Dimitri.“ Begann Megumi zögernd, als sie sich zu ihm auf die Bettkante setzte. „Liegt meine Vermutung richtig, wenn ich sage, dass es dir sehr schnell wieder besser gehen wird, wenn du Blut trinkst?“ fragte sie kaum hörbar, doch für Dimitri reichte das. Er sah sie entsetzt an. Sie wusste also doch wer er war? Bekümmert wandte er seinen Blick ab und nickte. „Dann nimm mein Blut.“ Bot sie leise an und löste das Tuch an ihrem Hals und öffnete einige der Knöpfe ihrer Bluse.
„Das kann ich nicht machen!“ widersprach er ihr heftig, wobei er sich ständig vor Schmerz zusammen zog. „Ich bin schuld an deinem Leid. So lass es auch mich sein, die dieses Leid beendet!“ erklärte sie sicher. Da er sich nicht rührte, hob sie ihn an und legte seinen Kopf genau an ihren Hals. Das war schon sehr verführerisch, doch er weigerte sich. Es war nicht nur sein Stolz, der ihn daran hinderte. „Warum? Warum weigerst du dich?“ fragte sie schon fast verzweifelt, da sie merkte, das er immer schwächer wurde. „Vater sagte mir, dass man …“ er zögerte. Megumi beschloss ihn nicht zu unterbrechen. „Man sollte nur in den Hals seiner Geliebten beißen.“ Würgte er es endlich aus sich heraus. Es war ihm so unangenehm. Megumi errötete. Ihr Herz begann zu rasen, aber warum? Sie konnte diesen Jungen doch nicht ausstehen. Er war jetzt seit einem halben Jahr schon ihr Bruder. Und nun sagte er so etwas und ihr Herz begann sofort zu rasen. Kraftlos fiel er ihr in die Arme. Dies weckte sie aus ihren Gedanken. Sie atmete tief durch und schloss ihre Augen. „Bin ich denn nicht deine geliebte Schwester?“ fragte sie in einem vernünftigen und ernsten Ton. Erstaunt sah er auf. Meinte sie das ernst? Betrachtete sie ihn wirklich als einen Bruder? „Bist du dir sicher?“ fragte er noch einmal leise. Sie nickte. Langsam öffnete er den Mund. Vorsichtig legte er einen seiner etwas hervorstehenden Eckzähne an ihre Halsarterie und biss hinein. Megumi zuckte im ersten Augenblick vor Schmerz, der sofort verschwand. Er umschloss die Wunde mit seinen Lippen und sog daran, was Megumi total verwunderte, denn sie dachte Vampire würden das Blut durch die Zähne aufsaugen. Irgendwie wurde es ihr unheimlich. Es war so erregend, da er langsam und vorsichtig an ihrem Hals sog. Außerdem kitzelte es etwas. Aber sie wagte es nicht ihn zu unterbrechen. Es war das erste Mal, dass Dimitri frisches Blut trank und es war viel besser, als jede Konserve, von der er sich bisher ernährte. So genoss er es und konnte nicht genug davon kriegen. Dann bewegte sie doch ihre Schulter. Dass riss ihn aus seiner Ekstase. Sofort hörte er auf. Er wollte sie doch nicht gänzlich aussaugen. Megumi holte ein Taschentuch aus der Rocktasche und legte es auf die Wunde. Dann stand sie auf und ging, ohne ein Wort zu verlieren. „Warte!“ rief ihr Dimitri hinterher. Sie blieb stehen und drehte nur ihren Kopf zu ihm um. „Was ist?“ fragte sie, als währe nichts geschehen. Er wusste auch nicht, was er sagen sollte. Dann erblickte er ihr Tuch noch auf dem Bett liegend. Schnell legte er es zusammen und warf es ihr zu. „Danke.“ Rief er hinterher. Das Mädchen fing das Tuch auf, lächelte und drehte sich wieder zur Tür. Sie tätigte noch einen Schritt, bevor ihr Kreislauf versagte und sie zur Seite fiel. Dimitri flog geradezu aus dem Bett und fing sie noch im Sturz auf. Vorsichtig legte er sie auf das zweite Krankenbett. Das Taschentuch fiel zu Boden und ihre frische Wunde blutete wieder. Schnell kramte Dimitri in der Erste Hilfe- Schublade und holte ein Wattestäbchen und ein desinfektionsmittel heraus. Vorsichtig versorgte er die Wunde und klebte ein Pflaster auf. Er hatte gerade alles weggeräumt, als Frau Sakura im Krankenzimmer erschien. „Was geht hier vor?“ fragte sie sogleich, als sie Megumi im Bett und Dimitri davor erblickte. „Ich hörte, dass es dir nicht gut ging?“ fragte sie den Jungen. Erschrocken drehte er sich zur Lehrerin um. Warum musste es ausgerechnet Frau Sakura sein, die Lehrerin, die ihn sowieso nicht mochte. Ihr ernster, prüfender Blick machte ihm Angst. „Es war auch so.“ antwortete er eingeschüchtert. „Zum Glück hatte Megumi mein Antiallergikum mit.“ Fügte er schnell hinzu, damit es glaubwürdiger klang. „Wie kommt denn Megumi zu deinen Medikamenten?“ fragte seine Lehrerin skeptisch und sah ihn dabei durchdringend an. „Sie ist meine Schwester.“ Antwortete er selbstverständlich mit einem leicht überheblichen Tonfall. Frau Sakura entgleisten die Gesichtszüge. Offensichtlich wusste diese es noch nicht. Genau diese Reaktion erhoffte sich der junge Vampir. Endlich konnte er sie aus der Fassung bringen. Sie sah ihn immer noch unglaubwürdig an. „Seit wann denn das?“ fragte sie sich sammelnd, wieder im gleichen missfälligem Ton. „Seit über einem halben Jahr.“ Antwortete er, als müsste es jeder wissen. „Vor über einen halben Jahr haben unsere Eltern geheiratet.“ verdeutlichte er noch einmal seine Aussage. Die Lehrerin sah ihn fassungslos an. Warum wusste sie das nicht? Dann fiel ihr ein, dass etwas gesagt wurde, was sie nicht wissen wollte, weil es sich um Dimitri handelte. Nun ärgerte sie sich. „Und warum liegt dann Megumi auf dem Krankenlager?“ versuchte sie ihre Niederlage zu verbergen. „Sie ist plötzlich zusammengebrochen.“ sagte er vorsichtig. Besorgt wirkend ging die ältere auf das Krankenbett zu und sah sich das Mädchen genauer an. Sofort fiel ihr das Pflaster am Hals auf. „Was ist das?“ fragte sie und riss es ab. Sie hoffte da Vampirbissspuren zu erblicken, doch stattdessen sah sie nur einen dicken Punkt. Das Abreißen des Pflasters weckte Megumi auf. Langsam öffnete sie ihre Augen. „Frau Sakura, was machen Sie denn hier?“ fragte sie verwirrt. Dann erinnerte sie sich an die Worte, die ihr Kyoko nur Wenige Minuten zuvor gesagt hatte. „Was ist das für eine Verletzung?“ fragte sie ganz freundlich. „Und warum liegst du hier?“ Sie war richtig besorgt. Dimitri sah sie missgünstig an. Ihm hatte Frau Sakura nicht die gleiche Sorge entgegengebracht. „Mich muss ein Insekt gebissen haben.“ Antwortete diese und legte ihre Hand an die Wunde. „Als ich gehen wollte, wurde mir plötzlich schwarz vor Augen. Und jetzt sitzen Sie vor mir.“ Das Mädchen lächelte die Ältere an. Diese verstand nicht, warum sie den Jungen verteidigte, der sie geradezu sabotierte. „Geht es Dimitri wenigstens besser?“ fragte sie plötzlich voller Sorge. Sie machte sich auch noch Sorgen um ihn? Nun war die Frau gänzlich verwirrt. Was ging hier vor? Seit wann verstanden sie sich so gut? Vor nicht allzu langer Zeit hatten sie sich noch gehasst. Hatte das etwas mit seinem Zusammenbruch zutun gehabt? Oder hatte Dimitri das Mädchen einer Gehirnwäsche, oder so etwas ähnlichem unterzogen? „Ja, mir geht’s gut. Danke der Nachfrage.“ Antwortete er sofort und trat in ihre Sichtweite. Frau Sakura sah ihn erstaunt an. Er bedankte sich? Nun verstand sie die Welt nicht mehr. Warum war auch er auf Einmal so freundlich zum Mädchen? „Na gut, wenn es so ist, dann dürft ihr gleich nach Hause, da es offensichtlich euch beiden nicht gut geht.“ Sagte sie sachgemäß, wobei sie Megumi einen freundlichen und Dimitri einen missgünstigen Blick zuwarf. Sie beschloss es erstmals dabei zu belassen.
Sobald sie ging, atmeten beide erleichtert auf. „Ich habe das Gefühl, als hätte sie mich durchschaut.“ Sagte Dimitri ihr nachsehend. „Durchaus möglich.“ Antwortete Megumi. „Das heutige Essen, war nach ihrer Anweisung mit Knoblauch versetzt, alles.“ Betonte sie besonders das Wort, das sie zugefügt hatte. „Es gehen Gerüchte um, dass Frau Sakura einen Vampir unter den Schülern vermutet.“ Wiederholte sie die Worte von Kyoko. Er sah sie verwundert an. Er musste wirklich mehr aufpassen. Dem Mädchen wurde wieder schwindlig. Als es sich wieder hinlegte, fiel ihr Blick zur Tür. Dort stand Kyoko. Ihr Blick blieb starr auf ihr. Wie viel hatte sie gehört, und was hatte sie daraus gehört. Dimitri drehte sich zur Tür, als er den Blick seiner Schwester bemerkte. „Kyoko.“ Sprach er sie an. „Komm doch näher.“ Lud er sie ein. Doch diese stand immer noch erstarrt an der Tür. Dann lief sie weg. Megumi fielen die Augen zu und sie schlief sofort ein. Halbe Stunde später fühlte sie sich stark genug, dass sie gemeinsam nach Hause gehen konnten. Stillschweigend gingen sie neben einander. Jeder hatte seinen Kopf zum Boden geneigt. „Gut dass du nicht mit beiden Zähnen zugebissen hattest.“ Unterbrach Megumi die Stille. „Ich wollte dich nicht in Schwierigkeiten bringen.“ antwortete er sogleich. Und wieder verstummten beide. Sie starrten sich gegenseitig verlegen an. Was mache ich hier eigentlich? Fragte sich das Mädchen. Ich habe doch Kenji. Blitzartig überkam sie ein schlechtes Gewissen. Sie versuchte eigentlich eine Beziehung mit ihm aufzubauen und dann lässt sie sich von einem anderen beißen? „Entschuldige, dass ich dir zu viel Blut ausgesaugt habe.“ unterbrach diesmal Dimitri die Ruhe. Das Mädchen war erstaunt. Das war das erste Mal, dass er sich bei ihr entschuldigte. „Ist nicht so schlimm.“ Antwortete sie sofort. Plötzlich blieb sie stehen. Dimitri hielt an und drehte sich zu seiner Schwester um. „Unsere Eltern dürfen nichts davon erfahren.“ Sagte sie voller Angst in den Augen. Er sah sie erst verwirrt an, dann neigte er den Kopf. Sie griff mit ihren Händen nach seinen Schultern. „Versprich es mir, dass du es unseren Eltern nicht sagst. Ja, es sollte niemand erfahren!“ forderte sie mit Nachdruck. Er schien etwas sagen zu wollen, doch etwas hinderte ihn daran. „Versprich es mir!“ verlangte sie erneut. Er hob seinen Blick und sah ihr direkt in die Augen. „Glaubst du ich bin lebensmüde?“ entgegnete er ihr schroff. Sie ließ ihn los. Aber nicht, weil sie mit seiner Antwort zufrieden war, sondern, weil ihr schon wieder schwindlig wurde. Schnell nahm er sie auf den Arm und brachte sie nach Hause. Dort legte er sie in ihr Bett und ging selber ins Wohnzimmer. Auf dem Sofa zusammengekauert saß er da, mit beiden Händen den Kopf festhaltend, machte er sich Vorwürfe. „Was habe ich bloß getan?“ fragte er sich laut. „Wie konnte ich das nur tun?“
Am nächsten Morgen konnte er die Auswirkung seiner Tat wirklich spüren. Den ganzen Vormittag konnte er an nichts anderes, als an Megumis köstliches Blut denken. Kyoko hielt währenddessen Abstand zu Beiden. Megumi versuchte einige Male, ihre Freundin anzusprechen, doch diese wich ihr immer wieder aus. In der Mittagspause gab Megumi endgültig auf. Ohne darauf zu achten, setzte sie sich an den Tisch, an dem bereits Dimitri saß. Als sie ihren Blick hob, bemerkte sie, dass sie sich gegenüber saßen. Da war es endgültig um ihn geschehen. Seinen Kopf auf seine Hand stützend starrte er seine Schwester verträumt an. Zu Beginn ignorierte sie ihn, doch auf die Dauer nervte es sie. „Was starrst du mich so an?“ brüllte sie ihn an. Doch er reagierte nicht. „Hallo!“ rief sie ihm zu und winkte mit der Hand vor seinem Gesicht. Er schreckte auf und sah sich wie ein verschrecktes Tier um. „Warum hattest du mich angestarrt?’“ fragte Megumi etwas leiser. Sein Blick wurde wieder verträumt. „Na ja, …“ sagte er und legte sein Kinn wieder auf seine Faust. Sie sah ihn immer noch voller Erwartung an. Seine Augen strahlten und sein Blick hatte sich so auch nicht verändert gehabt. „Dein Blut.“ Er beugte sich etwas vor, „Es riecht so lecker.“ Sprachlos starrte sie ihn an. Was meinte er damit? Hatte sie jetzt einen Fehler begannen? „Wie meinst du das?“ fragte sie nach einiger Zeit. „Ich weiß auch nicht genau. Es ist das erste Mal. Irgendwie zieh mich dein Blut an.“ Er stockte nachdenklich. „Vielleicht, wie der süße Duft einer Blume eine Biene anlockt.“ Verglich er, doch es kam ihm so plump vor. „Heißt das, dass du dich jetzt nur noch von mir ernähren willst?“ fragte sie spontan, ohne groß nachzudenken. Dimitri erschrak, errötete und senkte den Kopf. Diese Frage kam ihm bisher nicht in den Sinn. Aber nun, da Megumi sie gestellt hatte, musste er sich selber zugestehen, dass es so war. „Am liebsten ja.“ Antwortete er ganz leise. Diese Antwort hatte Megumi wirklich nicht erwartet. Sie musste schlucken. Wie sollte sie jetzt darauf reagieren? Sollte sie das erlauben? Aber dann würde man sie womöglich noch für ein Liebespaar halten. Ging ihr durch den Kopf. Niemals, sie war doch gerade erst mit Kenji zusammen gekommen, oder zumindest auf dem Weg dorthin. Sie sah verängstigt ihren Stiefbruder an. Dieser strahlte sie lächelnd an. Nein! War ihre Antwort. Diesem arroganten Kerl sollte sie noch mal ihr kostbares Blut geben? Eindeutig Nein!
Er lächelte sie immer noch verträumt an. Ihm gefiel der Gedanke, dass sie nun wie seine Geliebte war. Durch seinen Kopf gingen die Erinnerungen der Worte, die ihm sein Vater erzählte, als er ihm damals sagte, dass er nur einer Geliebten in den Hals beißen durfte. Er hatte ihm auch die Gründe erwähnt gehabt. Plötzlich wurde sein Blick anders. Schrecken zeichnete sein Gesicht. „Was hast du?“ fragte Megumi besorgt. Ihr gefiel sein Gesichtsausdruck überhaupt nicht. Er schlug sich die Hand vor das Gesicht. „Warum habe ich nicht vorher daran gedacht?“ murmelte er vor sich hin. „Was ist los, Dimitri? Sag endlich, warum du so guckst?“ Sie ergriff ihn am Kragen und schüttelte ihn über den Tisch ziehend. Alle in ihrer Umgebung sahen sie schon merkwürdig an. Dimitri riss sich aus ihren Händen, und griff sie am Handgelenk. Schnell zog er sie hinter sich her aus dem Schulgebäude. Hinter diesem, in einer ruhigen Ecke blieb er stehen. Megumi keuchte, denn er war schon fast geflogen, so schnell war er gerannt. Erschöpft sah sie zu ihm auf und bemerkte, dass er sich verändert hatte. Wo war seine Arroganz geblieben? „Megumi, ich habe einen gigantischen Fehler gemacht!“ begann er nichts Direktes sagend. Zwischen den schweren Atemzügen sah sie ihn fragend an. „Ich hätte dich niemals beißen dürfen.“ Fuhr er fort. Wieder hatte er keine zufriedenstellende Andeutung gemacht. Endlich kam Megumi wieder zu Atem. Erneut griff sie ihn am Kragen und schüttelte ihn. „Sag jetzt endlich, was los ist, oder ich …“ sie wusste nicht, was sie sagen sollte. Mit geneigtem Kopf sackte er zu Boden. Sie ließ ihn dabei los und setzte sich zu ihm. „Was ist los?“ fragte sie nun etwas mitfühlender, währen in ihrem Inneren sich die größten Sorgen begannen auszubreiten. Was könnte so schlimm sein, dass er plötzlich so reagiert? „Ich habe dich verraten,…“ Sagte er leise. Sie sah ihn entsetzt, aber auch fragend an. „…vielleicht sogar umgebracht.“ Er wurde immer leiser. Megumi stockte der Atem. Was sollte das heißen? Aber sie konnte keinen Ton herausbringen. Er sah auf und erblickte ihre entsetzten Augen, die ihn anstarrten. Sie stellten ihm Tausende von Fragen. Seine Lippen bewegten sich, als würde er all ihre Fragen beantworten, doch es kam kein Ton aus seiner Kehle. Sein Blick senkte sich langsam und er drehte sich weg. „Verzeih. Ich hatte vergessen, dass Vampire bei jedem Biss, ihr Gift verteilen.“ Sagte er beschämt. Megumis Herz schlug schneller. Was bedeutete das? „Werde ich jetzt an diesem Gift sterben?“ fragte sie leise und senkte den Kopf. Schockiert sah Dimitri auf. „Nein.“ Antwortete er prompt. „Das nicht.“ Wurde er wieder ruhiger. „Aber diese Gift…“ er stockte und senkte den Kopf, „Wie soll ich das sagen.“ Er warf einen verlegenen Blick zu ihr rüber. „Es markiert dich, so zu sagen.“ Sie zuckte zurück. „Markiert?“ fragte sie stockend. „Ja. Andere Vampire können dann riechen, dass du bereits jemandem gehörst.“ Versuchte er sich vorsichtig auszudrücken. Ich gehöre jemandem? Wollte sie sagen, doch dann verkniff sie sich diesem Satz. Sie wollte mehr wissen, und wenn sie jetzt aufbrausen würde, könnte sie ihn verscheuchen. Da sie nichts sagte fuhr er fort. „Das heißt, dass Vater es auch riechen wird.“ Erläuterte er seine Befürchtung. Megumi dachte kurz nach. „Er wird also sofort wissen, dass du mich gebissen hattest.“ Stellte sie noch einmal dar, damit es klar war, dass sie es wirklich verstanden hatte. „Er wird wahrscheinlich nicht wissen, wer dich gebissen hatte, aber er wird merken, dass du gebissen wurdest, wenn er in unmittelbarer Nähe von dir ist.“ Stellte er es richtig. „Dann muss ich ihm doch nur aus dem Weg gehen.“ Entgegnete Megumi. Sie konnte nicht sehen, wo jetzt das Problem war. Dimitri sagte nichts. Scheinbar bedrückte ihn noch etwas. „Gibt es noch etwas, was ich vielleicht wissen sollte?“ fragte sie nach. Der Junge vor ihr atmete tief durch. „Das Gift macht süchtig.“ Sagte er endlich. „Mich, oder dich?“ fragte sie nach. Diese Frage überraschte ihn. „Beide.“ Antwortete er kurz. Sie sah ihn fragend an. Er zog seine linke Hand über das Gesicht. „Ich kenne leider keine Einzelheiten, aber Vater sagte mir, dass ich süchtig nach dem Blut des Menschen sein würde, wenn ich erst einmal richtiges Blut gekostet habe. Er sagte aber auch, dass ich den Menschen öfters beißen muss, weil dieser süchtig nach meinem Gift wird.“ Brachte er es endlich heraus. Wenn Megumi nicht gesessen hätte, dann hätte sie sich jetzt hingesetzt. So etwas hatte sie noch nie zuvor gehört. „Und was passiert, wenn du den Menschen nie wieder beißt?“ Dimitri sah sie überrascht an. Diese Frage hatte er wirklich nicht erwartet. Aber er kannte auch nicht die Antwort. So zuckte er mit den Schultern. „Dann will ich dir eines sagen.“ Wurde Megumi wieder energisch, wie sie es auch sonst war. „Du beißt mich nie wieder.“ Stellte sie eindeutig fest. „Und wenn ich Entzugserscheinungen bekomme.“ Sie machte eine kurze Pause. „Es haben viele schon schlimmeres überstanden, dann werde ich auch deinen Biss überstehen!“ stellte sie fest und ging. Dimitri sah ihr traurig nach und hoffte, dass sie es tatsächlich durchhalten könnte. Aber was hatte ihm sein Vater noch verheimlicht. Es war doch noch mehr, sonst hätte er nicht so viele Regeln um das Beißen von lebenden Menschen gestellt. Nicht so erleichtert, wie Megumi, ging auch er zurück zum Unterricht.
Dann noch schnell zuende gekritzelt =(Puh! So schnell hatte ich noch nie gezeichnet)